Zum Weltbevölkerungstag: Bildung ist das beste Verhütungsmittel

Menschen für Menschen zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli:
Zugang zu Bildung und die Stärkung der Frauen sind essentiell, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen.

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Bildnachweis: Menschen für Menschen/Naod Lemma

Wien, 4. Juli 2019 – Die Hilfsorganisation Menschen für Menschen setzt sich für eine gerechtere Zukunft für alle ein und ist in den bedürftigsten Regionen Äthiopiens tätig. Das Land am Horn von Afrika zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und weist nach Nigeria die zweitgrößte Bevölkerungszahl unter den afrikanischen Ländern auf. Menschen für Menschen setzt umfassende Maßnahmen in den Projektregionen um, damit sich das Leben der Frauen, Männer und Kinder nachhaltig verbessert. Zentral dafür ist die Verbesserung der sozialen Stellung der Frauen.

Bevölkerungswachstum und die soziale Stellung der Frauen hängen zusammen

Anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli findet vielerorts eine Auseinandersetzung mit dem Thema Bevölkerungswachstum statt. Oftmals kursieren dabei Szenarien einer explodierenden Weltbevölkerung. Fest steht: Bevölkerungswachstum hängt unmittelbar mit der sozialen Stellung der Frauen zusammen. Frauen müssen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt über Familienplanung zu entscheiden. Dafür braucht es jedoch mehr als Einzelmaßnahmen wie das Austeilen von Verhütungsmitteln, weiß Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen Österreich, Rupert Weber zu berichten: „Die Geschichte und die Erfahrung zeigen, dass Entwicklung nur durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen möglich ist“, so Weber. „Es gilt nicht nur den Zugang zu Verhütungsmitteln zu verbessern. Insbesondere in den entlegenen Regionen, in denen Menschen für Menschen tätig ist, müssen die Frauen erst die Möglichkeit haben, selbst über Familienplanung entscheiden zu können. Dazu braucht es aber grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft.“

Mehr Bildung = weniger Kinder

Der entscheidende Faktor, wenn es um den Kinderreichtum geht, ist Bildung. Mädchen, die zur Schule gehen und aufgeklärt sind, heiraten später und werden später und seltener Mütter. Das zeigt sich in Österreich wie auch in Äthiopien. So bekommt eine Frau in Äthiopien mit Grundschulbildung durchschnittlich 4,2 Kinder. Eine Frau mit höherer Bildung kommt mit 1,9 Kindern schon fast an den österreichischen Durchschnittswert heran. „Wer also in Bildung für Mädchen investiert, investiert in die Zukunft einer ganzen Region und am Ende in die Zukunft von uns allen“, fasst Rupert Weber zusammen.

Durch Brunnen und Öfen Zeit für Bildung schaffen

„Damit Mädchen überhaupt die Schule besuchen können, müssen in unseren Projektregionen erst grundlegende Voraussetzungen geschaffen werden“, erläutert Rupert Weber. „Frauen und Mädchen sind in Äthiopien tagtäglich mehrere Stunden damit beschäftigt, Wasser aus weit entfernten, verschmutzten Rinnsalen zu schöpfen. Wir bauen Brunnen in der Nähe der Dörfer. Dadurch verbessert sich nicht nur die Gesundheit der Menschen in der Region. Die Frauen und Mädchen sparen auch viel Zeit, in der sie zur Schule gehen, Kurse besuchen oder ein eigenes Geschäft aufbauen können. Einen ähnlichen Effekt haben die holzsparenden Öfen, die wir zur Verfügung stellen: Diese brauchen im Gegensatz zur traditionell offenen Feuerstelle nur rund die Hälfte des Brennmaterials, dessen Beschaffung den Frauen und Mädchen ebenfalls wertvolle Zeit kostet. Das ist Zeit, die sie dann in Bildung investieren können.“

Eine Bilanz der nachhaltigen „Hilfe zur Selbsthilfe“

Menschen für Menschen arbeitet gemeinsam mit der Bevölkerung an der langfristigen Entwicklung ganzer Regionen im ländlichen Äthiopien. In diesen Regionen, die im Schnitt etwa halb so groß wie Vorarlberg sind, setzen die ausschließlich äthiopischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gesamtkonzept mit Maßnahmen aus den wichtigsten Bereichen um: Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. 10 der insgesamt 21 Projektregionen konnten bereits abgeschlossen werden.

In den Projektregionen Abune Ginde Beret, Ginde Beret und Jeldu wird die Arbeit aktuell durch Spenden der UnterstützerInnen aus Österreich finanziert. Im Jahr 2018 wurden unter anderem folgende Maßnahmen umgesetzt – ein Auszug aus dem aktuellen Jahresbericht 2018:

  • 2.070 holzsparende Öfen ausgegeben
  • 32 Brunnen und Quellfassungen errichtet
  • 3 Schulen fertiggestellt
  • 18.919 Frauen, die Verhütungsmittel erhielten (ohne Kondomverteilung)
  • 457 Teilnehmerinnen an Kleinkreditprogrammen

Den aktuellen Jahresbericht inklusive Jahresabschluss mit Informationen zur Verwendung der Spenden können Sie hier lesen >>

 

Bildmaterial:

Mädchen und Mutter sitzen auf Wasserkanistern, lächelnd in einer Lehmhütte in Äthiopien
Lomis Mutter Daksise hat neun Kinder. Die 42-jährige Mutter aus Abune Ginde Beret konnte selbst nicht zur Schule gehen. „Ich habe immer davon geträumt, meinen Kindern ein besseres Leben ermöglichen zu können.“ Durch die „Hilfe zur Selbsthilfe“ von Menschen für Menschen ist dieser Traum ein Stück weit Wirklichkeit geworden: Lomi und ihre Geschwister gehen heute alle zur Schule.

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Bildnachweis: Menschen für Menschen/Naod Lemma

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Kontakt:
Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Österreich
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-22

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