Bienen schaffen Arbeitsplätze

Bienenkooperativen von Menschen für Menschen eröffnen jungen Frauen und Männern in Äthiopien eine Perspektive für die Zukunft.

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Bildnachweis: Menschen für Menschen/Naod Lemma   

Wien, 06.03.2019 – Um die Entwicklung in den ländlichen Regionen Äthiopiens zu fördern, braucht es dringend Perspektiven für die Jugend. Die Organisation Menschen für Menschen unterstützt deshalb den Aufbau von Bienenkooperativen für junge Männer und Frauen. Dort erlernen sie die nötigen Grundlagen der Bienenzucht und erhalten moderne Bienenstöcke sowie Honigschleudern, Wachspressen und Schutzkleidung. Ziel ist es, eine Wertschöpfungskette in der Region aufzubauen: von der Produktion des Honigs über die Verpackung bis hin zu Vertrieb und Vermarktung. So schaffen Bienen Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen. 

Fast zwei Drittel der ÄthiopierInnen sind jünger als 24 Jahre. Sie stehen vor schwierigen Lebensbedingungen: fehlende Arbeitsplätze, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten und kein Land, um ein Einkommen aus der traditionellen Landwirtschaft zu gewinnen. „Honig ist in Äthiopien ein wertvolles Produkt mit einem guten Marktwert“, so Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen in Österreich. „Durch die Bienenkooperativen ermöglichen wir jungen Menschen eine Einkommensmöglichkeit und schaffen neue Wirtschaftszweige in den ländlichen Regionen. Die Mitglieder der Kooperativen erlernen die Grundlagen der Imkerei und Honigproduktion, aber auch die Herstellung weiterer Produkte aus dem Bienenstock, wie zum Beispiel Wachskerzen. Und sie kümmern sich um den Aufbau von Vertriebswegen und die Vermarktung ihrer Produkte.“

Äthiopien: Mit 50.000 Tonnen im Jahr größter Honigproduzent Afrikas

Im Jahr 2017 wurden in Äthiopien 50.000 Tonnen Honig produziert. Damit ist Äthiopien der größte Honigproduzent des Kontinents. Und in der Wachsproduktion liegt das Land am Horn von Afrika ebenfalls weit vorne. Experten des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts Äthiopiens zufolge ist das Potential der Honig- und Wachsproduktion sogar um ein Vielfaches höher. Durch fehlende Ausrüstung und unzureichendes Wissen bleibt dieses Potential im Moment oft ungenutzt.

Moderne Technik und neues Wissen in den Bienenkooperativen steigern den Ertrag

Die Bienenkooperativen von Menschen für Menschen bauen auf der Vermittlung von Wissen auf. Zusätzlich erhalten die Mitglieder notwendige Geräte, um ihre Produktion professionell und effizient abwickeln zu können. Durch den Einsatz von modernen Bienenkästen, wie sie auch in Österreich bekannt sind, kann mehr als doppelt so viel Honig gewonnen werden als mit den traditionellen Bienenkörben, die im ländlichen Äthiopien zum Einsatz kommen. Ein Kilo Honig kann in Regionen wie Ginde Beret, eine von drei Projektregionen von Menschen für Menschen Österreich, einen Preis von rund 140 Birr erzielen, also umgerechnet etwa 4 Euro. Bei zwei Ernten im Jahr liegt ein Imker mit nur einem Bienenvolk also schon bei einem Verdienst von rund 8.400 Birr. Das entspricht etwa dem Einkommen eines Junglehrers in der Region pro Schulsemester.

Vielseitige Wirkung: Bienenkooperativen forsten die Region auf

Die Projektmaßnahmen von Menschen für Menschen greifen immer ineinander. So auch bei den Bienenkooperativen. Die JungimkerInnen kümmern sich auch um die Aufforstung rund um ihre Bienenstöcke, damit die Insekten ausreichend Nahrung finden. So wurde beispielsweise in der Projektregion Jeldu rund um den Bienenunterstand ein Aufforstungsgebiet von ca. 15 Hektar angelegt. 30.000 Bäume und Sträucher hat die Bevölkerung dort gepflanzt. Dadurch wird auch die fortschreitende Bodenerosion bekämpft, der Boden wird wieder fruchtbarer und sogar Wasserquellen können zurückkehren.

Jetzt BienenpatIn werden!

Mit einer Bienenpatenschaft können die Kooperativen von Menschen für Menschen jetzt unterstützt werden. Die Bienenpatenschaft kann rasch und einfach unter www.mfm.at/bienenpatenschaft abgeschlossen werden und endet automatisch nach vier Monaten.

 

Bildmaterial:

Junger Imker in Äthiopien vor Bienenstöcken mit Mittelwand aus Wachs in der Hand
Getu ist eines von 13 Mitgliedern der neu gegründeten Bienenkooperative im Menschen für Menschen-Projektgebiet Jeldu: „Als Bienenzüchter möchten wir uns eine Zukunft in unserer Region aufbauen.“

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Kontakt:
Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Österreich
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22

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