Dürre in Äthiopien: Nothilfe läuft an

4,5 Millionen Menschen von Hunger bedroht – Nahrungsmittelhilfe wird dringend benötigt – Menschen für Menschen startet Nothilfeprogramm

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Wien/Addis Abeba, 17.09.2015 – 4,5 Millionen Menschen sind in Äthiopien von Hunger bedroht. Aufgrund dieser Notsituation startet Menschen für Menschen ein Nothilfeprogramm. Es sollen rund 46.000 Menschen mit dringend benötigen Grundnahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln für Kleinkinder versorgt werden. Menschen für Menschen ist in Äthiopien mit über 700 eigenen Mitarbeitern vertreten und setzt das Nothilfeprogramm mit eigener Infrastruktur um.

Um den drohenden Hunger und dessen Folgen zu verhindern, werden nach offiziellen Angaben Mittel in Höhe von insgesamt 230 Millionen* Dollar benötigt.

 

Ablauf Nothilfeprogramm Menschen für Menschen

In diesem Jahr fiel die Regenzeit regional sehr schlecht aus, weshalb schon vor einigen Monaten befürchtet wurde, dass Nahrungsmittelhilfe notwendig sein wird. Aus diesem Grund hat Menschen für Menschen entsprechende Vorbereitungen getroffen, um möglichst  rasch helfen zu können“, so Rupert Weber, geschäftsführender Vorstand von Menschen für Menschen in Österreich. „Denn ohne Nahrungsmittelhilfe werden die Menschen das spärliche Saatgut essen um nicht zu hungern. Saatgut, das dann für die nächste Aussaat fehlt. Ein Kreislauf aus Hunger und Armut wird in Gang gesetzt.

Um die Grundversorgung der Menschen in den stark betroffenen Gebieten Dinsho und Adaba, südöstlich von Addis Abeba, zu ermöglichen, ist geplant ein Standard-Paket zu verteilen, das der Empfehlung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen entspricht. Jede Person erhält pro Monat 15 kg Getreide, 1,5 kg Hülsenfürchte, 0,45 kg Speiseöl sowie 4,5 kg Nahrungsergänzungsmittel für Kleinkinder. „Es ist wichtig die Versorgung bis zur nächsten Ernte sicherzustellen“, so Rupert Weber. Die beiden betroffenen Gebiete liegen außerhalb der Projektgebiete von Menschen für Menschen und sollen aufgrund der aktuellen Notsituation unterstützt werden.

 

Direkte Hilfe durch Verwendung eigener Strukturen

Die Verteilung der Nahrungsmittel erfolgt durch Nutzung der eigenen Infrastruktur und Mitarbeiter von Menschen für Menschen. Dieses Konzept hat sich bereits bei der Hungerkatastrophe 2011 bewährt“, so Rupert Weber. „So können wir unseren Spendern garantieren, dass die Hilfe direkt bei den bedürftigen Familien ankommt.

 

Organisatorischer Ablauf vor Ort

Jede Familie, die Nahrungsmittelhilfe benötigt, wird registriert und erhält eine Lebensmittelkarte. Mit dieser kommen die Menschen zu den Ausgabestellen und erhalten je nach Familiengröße die entsprechenden Nahrungsmittel. Der Erhalt wird mittels Unterschrift oder Fingerabdruck bestätigt. Bei künftigen Lebensmittelausgaben muss diese Karte wieder mitgebracht werden. „Somit wissen wir ganz genau wer wieviel bekommen hat und können für eine gerechte Verteilung sorgen“, erklärt Rupert Weber.

 

Hunger kommt nicht über Nacht

Die aktuelle Dürre wurde durch zu wenig Regen, der auch noch später als gewöhnlich eingesetzt hat, ausgelöst: Eine Folge des Klimaphänomens El Niño, das die Erträge in der Landwirtschaft verschlechtert. „Doch Hunger kommt nicht über Nacht. Wenn Familien Vorräte anlegen können, weil ihre Felder genug Ertrag bringen und sie zusätzlich über ein Einkommen abseits der Landwirtschaft verfügen, gelingt es die Folgen derartiger Dürreperioden abzuschwächen“, so Rupert Weber.

Die Projektarbeit von Menschen für Menschen setzt genau hier an: Die Menschen in den Projektregionen erhalten in Kursen neues Wissen über Erosionsbekämpfung, verbesserte Anbaumethoden und Bewässerung. Die Einführung von neuen und ertragreicheren Obst- und Gemüsesorten verbessert zusätzlich den Ertrag und damit das Einkommen der Bauern, die dadurch Reserven für Notzeiten anlegen können. Weitere Maßnahmen von Menschen für Menschen wie Kleinkreditprogramme oder Handwerkskurse bieten den Menschen außerdem die Möglichkeit, abseits der Landwirtschaft ein Einkommen zu erwirtschaften.

In Äthiopien leben nach wie vor rund 85%** der Menschen von Landwirtschaft, der Großteil von ihnen muss als Kleinstbauer ein Auskommen finden.

 

Quellen:

*Humanitarian Requirements Mid-Year Review (food and non food requirements)
**CIA World Factbook online: retrieved February 2015

 

Bildmaterial:

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Bildnachweis: Menschen für Menschen
BU: Menschen für Menschen startet Nothilfeprogramm für 46.000 Menschen

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Kontakt:

Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Austria
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22

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