Äthiopien: 8,2 Millionen Menschen von Hunger bedroht

UNO-Bericht: Schlimmste Dürre seit 30 Jahren – Menschen für Menschen berichtet aus betroffenen Regionen

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Wien/Addis Abeba, 28.10.2015 – Die Zahl der von Hunger bedrohten Menschen in Äthiopien wurde von der UNO erneut drastisch nach oben korrigiert. Laut aktuellem Bericht sind in dem von massiver Dürre betroffenem Land noch in diesem Jahr 8,2 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Das sind doppelt so viele Betroffene wie noch im September angegeben. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation in den kommenden Monaten noch weiter verschlimmert und noch mehr Menschen betroffen sein werden. Der Grund dafür ist die ebenfalls viel zu schwache zweite Regenzeit. Die UNO spricht bereits von der schlimmsten Dürre seit über 30 Jahren.

 

Hilfe in betroffener Region

Die Hilfsorganisation Menschen für Menschen, die ausschließlich in Äthiopien tätig ist, leistet aufgrund dieser Situation Nothilfe außerhalb ihrer langfristig geführten Projektregionen. „Wir unterstützen die äthiopische Bevölkerung in dieser Notsituation mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln“, so Rupert Weber, geschäftsführender Vorstand von Menschen für Menschen in Österreich. „Im ersten Schritt werden wir für zunächst zwei Monate rund 28.000 Menschen in der Region Agarfa mit Nahrungsmitteln wie Getreide, Öl und Hülsenfrüchten versorgen. Dafür nutzen wir unsere eigene Infrastruktur. Die äthiopischen Mitarbeiter sind dafür zuständig, dass die Hilfe direkt bei den Bedürftigen ankommt. Die Kosten für diese außerordentliche Nothilfe belaufen sich aktuell auf insgesamt rund 700.000 Euro. Welche weiteren Maßnahmen folgen, ist vor allem von der Entwicklung der Situation vor Ort abhängig und ob wir über ausreichende Spendenmittel verfügen. Die Nothilfe wird zusätzlich zu unseren laufenden Projektgebieten umgesetzt und benötigt dringend entsprechende Geldmittel.“

 

Menschen für Menschen vor Ort

Rupert Weber ist aktuell in von Dürre und Missernte betroffenen Regionen unterwegs, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen: „Vor Ort zeigt sich deutlich, welche verheerenden Auswirkungen der fehlende Regen auf das Leben der Menschen hat und weiterhin haben wird. Eine junge Bäuerin hat mir ihr Feld gezeigt, auf dem sie Mais angepflanzt hatte. Die Stauden sind verkümmert und die wenigen Maiskolben, die sie vielleicht ernten könnte, tragen kaum Körner. Eine Katastrophe für die Familie, die von dieser Ernte abhängig ist.“

Der Ernteausfall ist für die äthiopischen Bauern dramatisch. Wer kann, verkauft seine Nutztiere, die als letzte Notreserve gelten, um seine Familie ernähren zu können. Deshalb ist die sofortige Versorgung mit Nahrungsmittelhilfe dringend notwendig. „Wir können nicht zusehen, wie Menschen Hunger leiden und ihr letztes Hab und Gut verkaufen, um einen weiteren Tag über die Runden zu kommen“, so Rupert Weber, „Vor allem bei Kleinkindern kann Unter- und Mangelernährung zu langfristigen gesundheitlichen Schäden führen, die die Betroffenen ein Leben lang beeinträchtigen. Wir müssen jetzt helfen und nicht erst, wenn wir Bilder von hungernden Kindern sehen. Hunger kommt nicht über Nacht, sondern kann verhindert werden!“

 

Bildmaterial:

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Bild: Menschen für Menschen
BU: Eine äthiopische Bäuerin vor ihrem vertrockneten Maisfeld, in der Hand einen verkümmerten Maiskolben, der kaum Körner trägt.

Helfen Sie jetzt Menschen in Not!

 

Kontakt:

Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Austria
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22

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