Fluchtursache Armut: Nachhaltige Entwicklung wirkt

Fluchtursache Armut: Studien in Äthiopien bestätigen positive Wirkung nachhaltiger Entwicklung

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Wien, 23. September 2016 – Die Hilfsorganisation Menschen für Menschen hat die Nachhaltigkeit bzw. Wirkung ihrer Projektarbeit von unabhängigen Institutionen evaluieren lassen. Die Ergebnisse zeigen: Die Arbeit in Äthiopien ist effektiv und verändert die Lebensbedingungen vor Ort nachhaltig zum Positiven. Insbesondere die Frauenprojekte erzielen eine hohe gesellschaftliche Wirkung: Ein Spenden-Euro in diesem Bereich bewirkt einen gesamtgesellschaftlichen Wert von 26,60 Euro.

Nachhaltigkeit der Projektarbeit fünf Jahre nach Abschluss
Das Beratungsunternehmen FAKT (Stuttgart) untersuchte fünf Jahre nach Abschluss der Projektarbeit die weitere Entwicklung im Menschen für Menschen-Projektgebiet Merhabete. Das Ergebnis: Das Entwicklungsprogramm von Menschen für Menschen war der Anstoß für eine bis heute anhaltende Entwicklung in der Region. Viele während der Projektlaufzeit realisierten Maßnahmen sind heute fixe Bestandteile des Alltags. Neben Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Umwelt, haben gezielte Maßnahmen der Organisation vor allem auch das Bild der Frau und ihre Rolle in der Gesellschaft erheblich verbessert. Die Region Merhabete liegt fünf Autostunden nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und ist mit 1.200 km² halb so groß wie Vorarlberg.

Dr. Jochen Currle, Berater und Koordinator des Fachbereiches Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bei FAKT, zur Untersuchung: „Auf der Grundlage dieser Bewertung kann das auf Nachhaltigkeit angelegte Leitprinzip von Menschen für Menschen als Grundlage für den Fortschritt der Region identifiziert werden. Das 1988 begonnene Entwicklungsprogramm war der Anstoß für eine bis heute anhaltende Weiter- und Selbstentwicklung, die das Leben der Bevölkerung auch in Zukunft positiv beeinflussen wird.“ Das Fazit von Dr. Currle fällt durchwegs positiv aus: “Die Lebensbedingungen der Menschen in Merhabete haben sich nachhaltig verbessert. In allen Arbeitsbereichen der integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte konnten positive Wirkungen nachgewiesen werden.“

Wirtschaftsuniversität Wien analysiert SROI der Frauenprojekte
Die Frauenprojekte der Hilfsorganisation Menschen für Menschen wurden auf ihre gesellschaftliche und ökonomische Wirksamkeit untersucht. Durchgeführt wurde diese „Social Return On Investment“-Analyse (SROI-Analyse) vom Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Washa Catchment, einem Teilgebiet der Projektregion Ginde Beret in dem rund 10.000 Menschen leben, wurde die Wirkung von Frauenprojekten über einen Zeitraum von drei Jahren evaluiert. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass das Frauenprogramm höchst wirkungsvoll ist: Die Summe der finanziell bewerteten Wirkungen entspricht dem rund 27-fachen Wert der getätigten finanziellen Investitionen. Das heißt: Jeder Spenden-Euro, der in das Frauenprogramm von Menschen für Menschen geflossen ist, bringt der Gesellschaft einen Social Return on Investment im Wert von 26,60 Euro. „Der Wert ist ausgesprochen  hoch“, so  die Studienleiterin des NPO & SE Kompetenzzentrums der WU Wien Olivia Rauscher. „Die Studie zeigt ganz deutlich, welch hohe positive Wirkungen durch das Frauenprogramm von Menschen für Menschen in dieser Region erzielt wurden. Nicht nur für die Frauen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft vor Ort.“

Verbesserte Lebensbedingungen – weniger Armut
Dazu Rupert Weber, geschäftsführender Vorstand des Vereins Menschen für Menschen in Österreich: ,,Für uns als Organisation ist es wichtig zu wissen, wie nachhaltig unsere Arbeit ist und welche Wirkung wir mit unserer Arbeit erzielen. Für die Weiterentwicklung unseres Entwicklungsansatzes müssen wir auch in Erfahrung bringen, ob die umgesetzten Maßnahmen von der Bevölkerung und lokalen Behörden auch weitergetragen werden. Beide Studien bestätigen die positiven Veränderungen der Lebensbedingungen in den Projektregionen und beweisen, dass Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig Wirkung zeigt. Die Projektarbeit leistet also einen wichtigen Beitrag, damit Menschen in ihrer Heimat eine Lebensperspektive erhalten und diese auch in Zukunft sehen.“

Über FAKT
Die FAKT GmbH wurde 1986 als Beratungsunternehmen für staatliche und nichtstaatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Schwerpunktfelder der Tätigkeit sind ländliche Entwicklung und Klimawandel, berufliche Bildung, Beschäftigung und Gewerbeförderung sowie insbesondere die Querschnittsthemen Evaluation, Wirkungsbeobachtung und -erhebung, Organisationsentwicklung und die damit einhergehende Steigerung von Handlungs- und Managementkompetenzen.
Detaillierte Informationen: www.fakt-consult.de

Über das Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der WU Wien
Das NPO-Institut  ist seit dem Jahr 1997 wissenschaftlich für Nonprofit Organisationen tätig. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis und bearbeitet interdisziplinär vielfältige NPO-relevante Themen. Das Institut übernimmt konkrete Forschungsaufträge aus der Praxis und betreibt Grundlagenforschung.
Detaillierte Informationen: www.npo.or.at

Für die Projekte von Menschen für Menschen spenden:

Spendenkonto IBAN: AT28 3200 0000 0022 2000
Online: www.mfm.at/spenden

 

Bildmaterial:

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Bildnachweis: Menschen für Menschen

BU: Gemüsesorten wie rote Rüben, Mangold oder Karotten sind oft neu für die Bewohner des äthiopischen Hochlandes. Neues Saatgut und ein landwirtschaftlicher Kurs helfen Familien, ihre Kinder gut zu ernähren und ein kleines Einkommen zu erwirtschaften.

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Kontakte

Verein Menschen für Menschen
Mag.a Alexandra Bigl
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Stv. Geschäftsführerin
E-Mail: a.bigl@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-12
Mobil: +43 (0)676/790 56 73

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