Zum 90. Geburtstag von Karlheinz Böhm

Sein Lebenswerk „Menschen für Menschen“ wirkt weiter

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Die Erfolgsbilanz von Menschen für Menschen - bis 30.06.2017

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Wien, 9. März 2018 – Am Freitag (16. März) würde Karlheinz Böhm, Schauspieler und Gründer von Menschen für Menschen, 90 Jahre alt werden. Bekannt geworden durch seine Rolle als Kaiser Franz Joseph in der „Sissi“-Filmtrilogie, fand Karlheinz Böhm später seine Berufung in der „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Millionen von Frauen, Männern und Kindern in Äthiopien. Angetrieben von der „Wut über die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich“, wie Karlheinz Böhm selbst oft betonte, gründete er 1981 nach seiner legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“ die Organisation Menschen für Menschen. Seither ermöglichte die Hilfsorganisation bereits über 5,5 Millionen Menschen in 20 Projektregionen, von denen neun bereits abgeschlossen wurden, die Basis für eine bessere Zukunft. Karlheinz Böhm verstarb am 29. Mai 2014 in Grödig bei Salzburg. Sein Lebenswerk Menschen für Menschen wirkt weiter.

Hilfe auf Augenhöhe

Die Hilfe auf Augenhöhe und die Einbeziehung der Bevölkerung war Karlheinz Böhm von Beginn an ein wichtiges Anliegen. „Entwicklungshilfe funktioniert nie von oben oder außen, sondern nur von innen, miteinander, in einem gemeinsamen Prozess“, sagte Karlheinz Böhm damals und folgte diesem Prinzip bereits bei seinem ersten Projekt: der Ansiedelung von Halbnomaden im Erer-Tal im Osten des Landes, die in einem Hungerlager ihr Dasein fristeten. Karlheinz Böhm wurde dafür belächelt und auch kritisiert. Dass sein idealistisches Vorhaben auch mit einer gewissen Naivität einherging, das gestand sich Karlheinz Böhm damals selbst ein. „Ich bin hier, um zuzuhören“, war sein Leitspruch, unter dem er sich den Herausforderungen in Äthiopien stellte.

Grundstein für die „Hilfe zur Selbsthilfe“

Nur zwei Jahre nach dem Beginn des ersten Projekts war es geschafft: Die einstigen Halbnomaden waren zu erfolgreichen Bauern geworden und konnten die ersten ertragreichen Ernten einfahren. Das Hungerlager selbst war für immer geschlossen. Mit der Hilfe für die Menschen im Erer-Tal legte Karlheinz Böhm den Grundstein für seine „Hilfe zur Selbsthilfe“, mit dem erklärten Ziel, die Bevölkerung auf lange Sicht unabhängig zu machen.

Von ÄthiopierInnen für ÄthiopierInnen

Die Rolle des Zuhörers übernehmen heute über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Äthiopien, bis auf fünf Personen allesamt selbst ÄthiopierInnen. Der Großteil von ihnen lebt in den Dörfern der Projektregionen und arbeitet Hand in Hand mit der Bevölkerung an der Umsetzung verschiedener Maßnahmen. Im Mittelpunkt des Gesamtkonzepts von Menschen für Menschen steht die nachhaltige Entwicklung ganzer Regionen, die jeweils etwa halb so groß wie Vorarlberg sind. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen gemeinsam mit den Menschen vor Ort geplant und umgesetzt.

Ein Ansatz mit Grundsatz

Nur durch die Verbesserung in allen Lebensbereichen kann Hilfe auch langfristig wirken. Diesen Grundsatz Karlheinz Böhms und sein Lebenswerk führen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Menschen für Menschen in Äthiopien und Europa weiter. „Karlheinz Böhm ist mit seinem Grundsatz, gemeinsam und auf Augenhöhe mit der Bevölkerung ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ zu leisten, ein Vorreiter der Entwicklungszusammenarbeit“, so Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen Österreich. „Karlheinz Böhm hat schon in den Achtzigern erkannt, dass den Menschen in Äthiopien nur dann auf Dauer geholfen werden kann, wenn sie aktiv miteinbezogen werden, im Planen genauso wie im Umsetzen der Maßnahmen. Er selbst hat gesagt, dass ‘mit einer Speisung ohne Zukunftsperspektive keinem langfristig gedient ist‘. Das ist ein Ansatz, der auf lange Sicht und auch erwiesenermaßen wirkt, also im wahrsten Sinne Früchte trägt. Dafür steht Menschen für Menschen auch in Äthiopien.“

Nachhaltigkeitsstudie durch WU Wien und FAKT

Neun der aktuell zwanzig Projektregionen in Äthiopien wurden bereits abgeschlossen und in die Verantwortung der Bevölkerung beziehungsweise der Behörden übergeben. Hier wird die Hilfe von Menschen für Menschen also nicht mehr gebraucht. Wie sich beispielsweise die 2010 abgeschlossene Projektregion Derra weiterentwickelt hat, wurde fünf Jahre später von der Wirtschaftsuniversität Wien und dem Beratungsunternehmen FAKT untersucht.

Im Detail zeigt die Untersuchung, dass die Maßnahmen von Menschen für Menschen dazu beigetragen haben, positive und anhaltende Entwicklungen anzustoßen, die auch fünf Jahre nach Abschluss fortbestehen und sich weiterentwickeln. Vor allem die Ernährungssituation, die Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie die Schulbildung konnten nachhaltig verbessert werden.

Gemeinsam sind wir Menschen für Menschen

„Karlheinz Böhm hat über dreißig Jahre seines Lebens den Menschen in Äthiopien gewidmet. Er war der Inbegriff eines Menschen für Menschen und hat gezeigt, dass langfristige Hilfe möglich ist. Mit der Unterstützung der Spenderinnen und Spender in Österreich führen wir sein Lebenswerk unter dem Grundsatz der ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ weiter. Denn gemeinsam sind wir Menschen für Menschen!“, so Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen Österreich.
 
 

Was bisher geschah: Eine Auswahl an umgesetzten Maßnahmen seit 1981

Weitere Informationen finden Sie in der Projekt- und Leistungsbilanz (Stand: 30.06.2017) >>

Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Österreich
Martina Hollauf, E-Mail:
m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22

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