Altes Wissen in neuen Schläuchen

Der fehlende Zugang zu sauberem Wasser schadet nicht nur den Menschen, auch die Nutztiere leiden darunter. Ein Naturmittel schafft Abhilfe.

Es ist nicht die eleganteste Methode, mit der die Bauern aus Haro den Umstehenden die Auswirkungen zeigen, die das Wasser aus dem Rinnsal auf die Kühe der Bauern haben kann. Etwas unsanft öffnen sie das Maul einer Kuh und ziehen ihre Zunge nach oben. Auf der Unterseite ist ganz deutlich ein Blutegel zu sehen der sich dort festgesaugt hat. Während Blutegel in unseren Breitengraden in der alternativen Medizin an Bedeutung gewinnen, stellen sie im ländlichen Äthiopien eine ernsthafte Bedrohung für den Viehbestand dar. Die Kühe und Ziegen trinken aus den kleinen Bächen, die sich vor allem nach den Regenzeiten bilden. Die Blutsauger gelangen so in Mund und Rachen der Tiere. Im schlimmsten Fall ersticken die Nutztiere dadurch qualvoll. Kühe und Ziegen gelten in Äthiopien weithin als Absicherung – ist das „lebende Sparbuch“ also durch Parasiten bedroht, steht auch die Existenz der Familie auf dem Spiel.

 

Heilsbringer Kermesbeere

Glücklicherweise ist zumindest gegen die Blutegel ein Kraut gewachsen – im wahrsten Sinne: Im äthiopischen Hochland wächst eine Kermesbeerenart, aus deren Früchte sich Endod gewinnen lässt. Endod ist ein natürliches, biologisch abbaubares Mittel, das Weichtiere wie Blutegel tötet. Endod kommt bei den äthiopischen Bauern bereits zum Einsatz, um dem Problem Herr zu werden. Um die gewünschte und vor allem nachhaltige Wirkung zu erzielen, braucht aber auch Althergebrachtes eine systematische Anwendung. Im Laufe der zweiten Projektphase (2014-2018) werden deshalb in Ginde Beret rund 140 Wasserstellen regelmäßig mit Endod behandelt. Dadurch sollte auf lange Sicht erreicht werden, dass die Ochsen, Ziegen und Kühe vor einem Befall bewahrt sind.

 

Steter Tropfen zeigt Wirkung

Was mit Parasiten verunreinigtes Wasser bei den Tieren verursachen kann, ist nur eines von vielen Beispielen, welch weitreichende Auswirkungen die fehlende Versorgung mit sauberem Wasser hat. Nur rund die Hälfte der Bevölkerung Äthiopiens hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dabei ist sauberes Wasser die Grundlage allen Lebens und bedeutend für die Entwicklung ganzer Regionen. Im Jahr 2015 konnte Menschen für Menschen ein besonderes Ereignis feiern: Über 2.000 Brunnen und Quellfassungen hat die Organisation seit der Gründung vor 35 Jahren bereits errichtet und damit maßgeblich zu einer verbesserten Infrastruktur, Gesundheit, Hygiene und Ernährung in den Projektregionen beigetragen.

 

Ein Brunnen von und für die Bewohner

Das Prinzip beim Bau von Brunnen und Quellfassungen ist dabei immer dasselbe: Die Bevölkerung wird von Beginn an mit eingebunden. Sie hilft zum Beispiel beim Graben des Brunnenschachts oder beim Freilegen der Quelle. Die Dorfgemeinschaft wählt ein Wasserkomitee, das sich nach Fertigstellung des Brunnens um die Wartung und allfällige Reparaturarbeiten kümmert. Manchmal wird zu diesem Zweck ein Brunnenwart engagiert, der wiederum von den Nutzungsbeiträgen bezahlt wird, den die Bewohner entrichten. Wie hoch dieser Beitrag ist entscheidet die Dorfgemeinschaft selbst. Ist ein Brunnen fertiggebaut, wird er demnach auch gleich in die Verantwortung der Bevölkerung übergeben. Auf diese Weise lässt es sich vermeiden, dass Abhängigkeiten entstehen.

 

In Äthiopien gibt es noch viele Menschen die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Bitte helfen Sie mit und schenken Sie diesen Menschen durch eine bessere Wasserversorgung eine gesündere Zukunft.

 

spenden-shop-wasser-sauber-brunnen-aethiopien-IMG_6541

Sauberes Trinkwasser

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährung und Bildung der Menschen. Mit nur 10 Euro sichern Sie einem Menschen langfristig den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ich will spenden!