Sauberes Wasser: Quelle für Gesundheit und Bildung

„Dreimal am Tag komme ich hierher, um Wasser zu holen“, erzählt Bashantu, während sich ihr großer gelber Kanister rasch mit frischem Wasser füllt. „Früher war das sehr mühsam. Nicht nur weil es lange gedauert hat. Auch der steile Weg über den Hang war sehr gefährlich. Wir mussten mit unseren schweren Kanistern am Rücken über selbstgemachte Leitern klettern und sind dabei oft gestürzt. Manche von uns haben sich beim Wasserholen schwer verletzt“, berichtet Bashantu.

 

Äthiopische Frau Bashantu mit Wasserkanister auf dem Rücken
„Der steile Weg zur Wasserstelle war sehr gefährlich! Jetzt gibt es zum Glück eine Treppe.“ Bashantu am Weg nach Hause von der neu gebauten Wasserstelle.

 

Heute braucht es keine Leitern mehr. Denn Menschen für Menschen hat eine stabile Treppe errichtet, damit die Frauen und Männer im Dorf Aleltu die Wasserstelle leicht und sicher erreichen können. Die neu gebaute Quellfassung versorgt jetzt rund 500 Menschen mit sauberem, gesundem Trinkwasser.

Den Menschen in den abgelegenen Projektregionen in Äthiopien Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen, ist ein wichtiges Ziel der Projektarbeit von Menschen für Menschen. Denn die Wassersituation ist nach wie vor prekär: Rund 40 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, wurde in der Ethiopia Demographic and Health Survey 2016 festgestellt. In den abgelegenen ländlichen Regionen ist der Anteil noch höher: Im jüngsten Projektgebiet von Menschen für Menschen Jeldu hat in der Region Seriti beispielsweise nur jeder Zehnte Zugang zu sauberem Trinkwasser.  

Schmutziges Trinkwasser: Unnötiges Leiden insbesondere für Kinder

Der fehlende Zugang zu sauberem Wasser wirkt sich auf viele Bereiche des Lebens negativ aus. Am offensichtlichsten sind die Folgen für die Gesundheit. Die ungeschützten Quellen, aus denen die Familien ihr tägliches Trinkwasser gewinnen, sind voll Bakterien und Parasiten wie Blutegel. Sie können sehr gefährlich werden, wenn sie sich im Mund- und Rachenraum festsetzen.

 

Mädchen in Äthiopien holt Wasser von einer verschmutzten Wasserstelle
Verschmutzte Wasserstellen wie diese im Seriti Catchment sind voll Bakterien und Parasiten.

 

Durchfallerkrankungen, Hepatitis A und Typhus gehören laut CIA Factbook zu den gängigsten Krankheiten in Äthiopien, die unter anderem durch Fäkalkeime, zum Beispiel im verschmutzten Wasser, übertragen werden. Insbesondere für Babys und Kleinkinder können diese Krankheiten lebensbedrohlich werden. Fast ein Viertel der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind in Äthiopien auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen, stellt die Weltgesundheitsorganisation fest.

Krankheiten, verursacht durch schmutziges Wasser, plagten früher auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Aleltu. „Bevor die Wasserstelle gebaut wurde, waren wir oft krank. Viele von uns hatten Bauchschmerzen und Durchfall. Besonders schlimm hat es die Kinder betroffen“, erzählt Bashantu im Gespräch mit Menschen für Menschen-Mitarbeiter Girma. Er ist für die Projektkontrolle in der Region zuständig und besucht die Dörfer regelmäßig.

 

Mitarbeiter Girma von Menschen für Menschen spricht mit lokalen Frauen über ihre Situation
Girma ist bei Menschen für Menschen für Evaluierung und Projektkontrolle zuständig. Er ist regelmäßig in den Dörfern im Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

 

Auch der Lehrer in Aleltu, Belay berichtet von den schlimmen Folgen von verschmutztem Wasser für die Kinder: „Viele Kinder wurden früher so krank vom schmutzigen Wasser, dass sie gar nicht mehr zur Schule kommen konnten.“

Heute geht es den Frauen, Männern und Kindern in Aleltu viel besser: Die Frauen sparen Zeit beim Wasserholen, die sie in Kurse oder ein eigenes Geschäft investieren können. Und die Kinder haben sauberes Wasser zum Trinken, werden nicht mehr so schwer krank und können deshalb die Schule besuchen.

 

Äthiopische Frau lächelt und holt sauberes Wasser aus einem Brunnen von Menschen für Menschen
Endlich sauberes Wasser! Bashantu und die Familien in Aleltu können aufatmen. Menschen für Menschen hat hier einen Brunnen für rund 500 Menschen gebaut.

 

Der Traum vom sauberen Trinkwasser

Im Nachbardorf von Aleltu, in Gudelcha wartet die Bevölkerung noch auf sauberes Wasser. „Ich wäre so glücklich, wenn es auch bei uns sauberes Wasser geben würde“, erzählt die Dorfbewohnerin Alemitu. Die 60-jährige Frau muss noch jeden Tag mühsam das Wasser aus einer verschmutzten Quelle abschöpfen.

 

Alte Frau in Äthiopien füllt Wasser aus einer verschmutzten Quelle in einen Kanister
Die 60-jährige Alemitu aus Gudelcha muss noch jeden Tag mühsam Wasser aus einer verschmutzten Quelle abschöpfen. Menschen für Menschen plant hier den Bau eines Brunnens.

 

Menschen für Menschen ist in diesem Landstrich erst seit kurzem tätig. Doch schon bald soll auch im Dorf Gudelcha ein Brunnen stehen, der die Frauen, Männer und Kinder mit sauberem Wasser versorgt. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung!

 

Kind in Äthiopien holt Wasser aus einer verschmutzten Quelle mit Kanister
Vor allem Kinder wie Bayise leiden unter den Erkrankungen verursacht durch schmutziges Trinkwasser.

 

Helfen Sie mit und ermöglichen Sie Kindern wie Bayise und ihren Familien sauberes Wasser!

Sauberes Trinkwasser

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährung und Bildung der Menschen. Mit nur 10 Euro sichern Sie einem Menschen langfristig den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

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