Roland Hauser, österreichischer Botschafter in Äthiopien, zu Besuch in den Projektregionen von Menschen für Menschen

Im März 2019 besuchte Roland Hauser, der österreichische Botschafter in Äthiopien, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden von Menschen für Menschen, Rupert Weber die Projektregionen Jeldu, Ginde Beret und Abune Ginde Beret. Die drei Projektregionen werden durch den österreichischen Verein finanziert und liegen etwa 180 km nordwestlich der Hauptstadt Addis Abeba. Hier bietet sich dem Besucher ein gänzlich anderes Bild als in den Städten Äthiopiens.

„Der Besuch hat uns nicht nur einen Überblick über die sehr beeindruckende Arbeit von Menschen für Menschen geboten, sondern auch die Möglichkeit gegeben, in Regionen zu kommen, die wir sonst nicht erreicht hätten.“

– Roland Hauser, österreichischer Botschafter in Äthiopien

Über Schotter- und Lehmpisten führte der Weg weit ins Landesinnere, wo es den Menschen am Nötigsten fehlt: Infrastruktur wie Zufahrtswege, Zugang zu sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung oder Zugang zu Saatgut für Obst und Gemüse sind in den ländlichen Regionen kaum gegeben. Menschen für Menschen baut diese wichtigen Strukturen gemeinsam mit der Bevölkerung auf und stoßt damit anhaltende Entwicklung in den Regionen an.

 

Sauberes Trinkwasser für 15.000 Menschen

Auf dem Weg durch das jüngste Projektgebiet Jeldu legten Botschafter Hauser und Begleiter in der Nähe der Stadt Boni den ersten Stopp ein. Dort entsteht aktuell ein Wasserversorgungssystem für rund 15.000 Menschen. Dazu wurde zunächst von äthiopischen Spezialisten ein 154 Meter tiefes Loch gebohrt, um die langfristige Versorgung mit sauberem Trinkwasser für die Stadt und die umliegenden Gemeinden zu sichern.

Eine neue Schule in Kachisi

Ein Höhepunkt des Besuchs war die Eröffnung der neuen Kachisi Higher Primary School, wo nun 16 neue Klassenräume den SchülerInnen eine helle, saubere Lernatmosphäre bieten. Die Bevölkerung freut sich immer besonders über BesucherInnen und hat Botschafter Hauser mit einer feierlichen Begrüßung in Staunen versetzt. Abertausende Menschen säumten die Straßen. Mit geschmückten Pferden als Vorhut und zahlreichen Ansprachen wurde die neue Schule, die von rund 1.800 Schülerinnen und Schülern besucht wird, feierlich eingeweiht.

290 Stufen zur Entwicklung

Begleitet von zwei österreichischen Journalisten machte sich die Reisegruppe am nächsten Tag auf, um sich in Ginde Beret ein Bild von der Arbeit von Menschen für Menschen zu machen. Am Anfang des Tages stand eine kleine Trainingseinheit: Botschafter Hauser wollte sich selbst davon überzeugen, dass es 290 Stufen sind, die Menschen für Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung anstelle einer Schlucht gebaut hat, um das Washa Catchment mit der höher gelegenen Hauptstadt Kachisi zu verbinden.

In Kachisi befinden sich die weiterführenden Schulen, der große Markt und auch das einzige Krankenhaus der Region. Dorthin brachte Bauer Tilahun seinen Sohn Haile Jesus vor acht Jahren, um für den schwer mangelernährten Jungen Nahrungsergänzungsmittel zu besorgen. Seine letzte Ernte musste Tilahun damals dafür verkaufen. Als Rupert Weber ihm von den Kursen von Menschen für Menschen erzählte, nahm er sich das zu Herzen und nur kurze Zeit später wurde Tilahun zu einem der erfolgreichsten Bauern seiner Gemeinde.

(Die ganze Geschichte gibt es hier zum Nachlesen)

 

Alte Bekannte auf neuen Feldern

Um sich ein Bild von den Veränderungen zu machen, die Bauern durch landwirtschaftliche Kurse, Gemüsesaatgut und Obstbaumsetzlinge erreichen können, besuchte die Gruppe einen alten Bekannten: Begi Lata und seine Familie verließen einst ihre Heimat, weil die Felder nicht genug Ertrag lieferten. Als er von Nachbarn hörte, dass Menschen für Menschen in der Region Kurse anbietet und Saatgut ausgibt, kehrte er zurück. Das Ergebnis spricht für sich: Allein mit einem neu angelegten Gemüsefeld wird Begi dieses Jahr mehr verdienen können, als er mit seiner kleinen Landwirtschaft vorher erwirtschaften konnte.

(Die ganze Geschichte gibt es hier zum Nachlesen)

Felder retten und Umwelt schützen

Aufforstung und der Schutz von Böden sind wichtige Bestandteile der Arbeit von Menschen für Menschen. Beim Besuch des Erosionsgrabens in Minie konnte sich Botschafter Hauser davon überzeugen, mit welcher Motivation die Bevölkerung bei allen Maßnahmen anpackt.

 

Vielen Dank an Botschafter Roland Hauser und seine Kollegin Julia Peitl für den Besuch und den Austausch! Wir hoffen, der Besuch wird lange in positiver Erinnerung bleiben!

 

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