Versorgung verbessern

Stellen Sie sich vor, in Ihrem Bezirk gäbe es insgesamt nur zwei Ärzte bzw. Ärztinnen. Genau so geht es den Menschen in Äthiopien, wo im Schnitt für 33.000 Patientinnen und Patienten nur ein Arzt bzw. eine Ärztin zur Verfügung steht.

Eine Gesundheitsstation ersetzt in den entlegenen Regionen Äthiopiens den Arzt bzw. die Ärztin.

 

Health Post statt Hausarzt

In den ländlichen Regionen Äthiopiens ersetzen vielerorts Gesundheitsstationen, so genannte Health Posts, den Hausarzt bzw. die Hausärztin. Sie sind die erste Anlaufstelle für medizinische Beratung und Behandlung. Dementsprechend vielfältig sind die Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsstationen. Regelmäßig führen sie beispielsweise Augenuntersuchungen durch, unter anderem um Anzeichen der bakteriellen Augenerkrankung Trachom so früh wie möglich zu erkennen.

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In Gesundheitsstationen werden regelmäßig Augenuntersuchungen durchgeführt.

Trachom ist in Äthiopien weit verbreitet und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Im Endstadium rollt sich das Augenlid nach innen und die Wimpern zerkratzen die Hornhaut. Wenn zu diesem Zeitpunkt keine Operation durchgeführt wird, ist das Augenlicht für immer verloren. Damit das nicht passiert, werden von geschulten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern von Menschen für Menschen regelmäßig Operationen in den Gesundheitsstationen durchgeführt.

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Menschen für Menschen führen regelmäßig Trichiasis-Operationen durch und retten damit hunderte Menschen jährlich vor einer unheilbaren Erblindung.

Regelmäßige Weiterbildungskurse für GesundheitsmitarbeiterInnen finden auch zu Familienplanung statt – ein besonders wichtiges Thema in Äthiopien, wo eine Frau im Schnitt fünf Kinder zur Welt bringt (zum Vergleich: in Österreich sind es 1,47 Geburten pro Frau)*. In den Kursen lernen sie, wie sie die Bevölkerung am besten über Verhütung und Familienplanung informieren. Als beliebte und gern angenommene Verhütungsmethode hat sich das Verhütungsstäbchen Implanon etabliert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden daher auch im Einsetzen des Verhütungsstäbchens geschult, das die Frauen langfristig vor einer Schwangerschaft schützt.

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Ein wichtiger Teil der Arbeit in den Gesundheitsstationen ist die Familienplanung, von Beratung bis hin zum Einsetzen eines Verhütungsstäbchens.

 

Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten

Für die Behandlung von komplexeren Fällen reicht jedoch die Ausstattung der Gesundheitsstationen nicht aus. Dann braucht es Fachärztinnen und Fachärzte. Beispielsweise wenn bei jemandem Grauer Star diagnostiziert wird. Die Operation von Grauem Star kann nur von einem Augenarzt bzw. einer Augenärztin durchgeführt werden. Deshalb arbeitet Menschen für Menschen seit vielen Jahren mit dem Alert Hospital in Addis Abeba zusammen, von wo zwei- bis dreimal jährlich ein Arzt bzw. eine Ärztin in die entlegenen Projektregionen kommt, um die Menschen vom Grauen Star zu befreien.

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„Ich war vollständig blind“, erzählt Dili aus Dogoma Yagot. Eine Operation am Grauen Star schenkte ihm wieder das Augenlicht.

 

Bedarf: Von A wie Arzt bis Z wie Zugang zu Wasser

Der Bedarf an einer besseren medizinischen Versorgung ist in Äthiopien sehr groß:

Säuglingssterblichkeit: Von 1.000 Kindern, die lebend geboren werden, sterben 50 Babys noch vor ihrem vollendeten 1. Lebensjahr*.
Müttersterblichkeit: Pro 100.000 Lebendgeburten sterben 353 Frauen während der Schwangerschaft oder Geburt*.
Die Hauptinfektionskrankheiten sind bakteriell und parasitär bedingte Durchfälle, Hepatitis A, Typhus, Malaria und Dengue Fieber*.
Die häufigsten Todesursachen bei Kindern unter 5 Jahren sind Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen und Masern**.
30% der unter Einjährigen fehlt die Immunisierung gegen Masern durch eine Impfung***.
57,3% der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser*.
72% der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Sanitäranlagen*.

Damit sich die Gesundheit der Menschen in Äthiopien verbessern kann, braucht es nicht nur eine bessere medizinische Versorgung, mehr Ärztinnen und Ärzte, eine bessere Durchimpfungsrate und Medikamente. Es braucht auch Hygienemaßnahmen – allen voran den Zugang zu sauberem Trinkwasser, aber auch den Bau von Latrinen sowie Aufklärung über die Übertragung von Krankheiten – und ausreichend Nahrung.

*Quelle: CIA Factbook
** Quelle: WHO – World Health Organisation
***Quelle: Human Development Report

Bitte unterstützen Sie uns dabei, die Gesundheit der Frauen, Männer und Kinder in Äthiopien grundlegend zu verbessern!

 

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Erlösen Sie mit dieser Operation im Wert von 10 Euro einen Menschen von schrecklichen Schmerzen und retten Sie sein Augenlicht.

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