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Sonnenuntergang in Äthiopien

vor Ort

Zur aktuellen Lage in Äthiopien

Zur Lage in Äthiopien (Stand: 26.05.2021)

Das Menschen für Menschen Team verfolgt die Nachrichten aus Äthiopien laufend. Insbesondere in den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Berichten über Auseinandersetzungen in verschiedenen Teilen des Landes. Diese haben bislang keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Arbeit in den Projektregionen von Menschen für Menschen. Unsere Arbeit läuft weiter.
  
Menschen für Menschen arbeitet seit 40 Jahren in Äthiopien als ethnisch, religiös und politisch neutrale Organisation. Wir haben in diesen vierzig Jahren immer wieder unruhige Zeiten miterlebt und uns weiterhin für die Menschen engagiert. Denn gerade in schwierigen Zeiten wird unsere Hilfe umso dringender benötigt und wir müssen besonders füreinander da sein. Als Menschen für Menschen.

Parlamentswahlen in Äthiopien

Im Vorfeld der Wahlen, die nach aktuellem Stand am 21. Juni 2021 stattfinden sollen, kommt es in unterschiedlichen Landesteilen zu Protesten und ethnischen Spannungen. Wir behalten die Situation selbstverständlich im Auge und hoffen auf eine Entspannung der Lage im Land nach den Wahlen.

Hintergründe zur Wahl

  • Die eigentlich für August 2020 angesetzten Bundeswahlen wurden aufgrund der Coronapandemie verschoben. Dies führte in Folge zur Eskalation des Konflikts in der nördlichen Region Tigray (Hintergründe dazu siehe weiter unten).
  • Ursprünglich wurden die Wahlen schließlich für 5. Juni 2021 festgelegt, aufgrund von Sicherheitsbedenken und schleppender Wählerregistrierung jedoch erneut verschoben.
  • Nach derzeitigem Stand sollten die Parlamentswahlen nun am 21. Juni 2021 abgehalten werden.
  • Die Wahlen werden mit Spannung, aber auch mit Sorge, erwartet. So haben sich einige größere Oppostionsparteien schon vorab von den Wahlen zurückgezogen.
  • Befürchtet wird, dass sich bestehende Konflikte im Land weiter ausbreiten könnten. Neben der im Norden gelegenen Region Tigray z. B. in der an den Sudan bzw. Südsudan grenzenden Region Benishangul-Gumuz.

Hintergrundinformationen zur Lage in Tigray

Da die Auseinandersetzung zwischen der nationalen Regierung und der in der nördlichen Region Tigray herrschenden TPLF (Tigray People's Liberation Front) weiterhin anhält, möchten wir gerne einen kurzen Überblick über die Hintergründe und Entwicklungen der Ereignisse geben:
  • Nachdem der frühere äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn aufgrund zunehmender Unruhen 2018 zurückgetreten war, wurde Dr. Abiy Ahmed zum Partei-Vorsitzenden der „Oromo People's Democratic Organization (OPDO)“ und kurz darauf auch zum Vorsitzenden der Regierungskoalition „Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF)“ sowie zum äthiopischen Ministerpräsidenten gewählt. Seitdem gibt es - neben Unruhen in anderen Landesteilen des Vielvölkerstaates - auch immer wieder Spannungen zwischen der föderalen Regierung und der TPLF, die bis dahin fast zwei Jahrzehnte lang die dominierende Partei in der Regierungskoalition war.
  • Als die eigentlich für August 2020 angesetzten Bundeswahlen bis voraussichtlich Juni/Juli 2021 aufgrund der Coronapandemie verschoben wurden, führte Tigray im September eigene regionale Wahlen durch. Das hat die Spannungen weiter verschärft.
  • Anfang November 2020 ist der Konflikt militärisch eskaliert. Bewaffnete und militärisch ausgebildete TPLF Einheiten, griffen einen Stützpunkt der äthiopischen Streitkräfte in Tigray an. Die äthiopische Regierung begann daraufhin eine Militäraktion gegen die TPLF.
  • Zwar erklärte Ende November 2020 die äthiopische Regierung den Militäreinsatz offiziell für beendet und stellte humanitäre Hilfe in der Region in Aussicht, der Konflikt hält jedoch bis heute an. Auch Truppen aus dem Nachbarland Eritrea sind in den Konflikt aufseiten der äthiopischen Armee involviert. Die Informationslage über die tatsächliche Situation vor Ort ist jedoch dünn, teilweise widersprüchlich und es häufen sich leider auch Meldungen über Menschenrechtsverletzungen und viele zivile Opfer.
  • Der Konflikt in Tigray hat starke Fluchtbewegungen zur Folge. So mussten nach Angaben des UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) bisher mehr als 2 Mio. Menschen aufgrund des Konflikts fliehen. Über 63.000 Menschen sind zudem seit November in den angrenzenden Sudan geflüchtet.
  • Besonders die humanitäre Lage in der Region verschlimmert sich zusehends. Nach Angaben eines Sprechers der Vereinten Nationen am 26.05.2021 seien aufgrund von Zerstörung und Plünderung „mindestens 20 Prozent der Bevölkerung von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen“. Die UN warnte Ende Mai 2021 vor einer drohenden Hungersnot in der Region.
  • Die Lage in der Region ist nach wie vor unübersichtlich, insbesondere da Helfer und Vermittler kaum Zugang zur Region erhalten. Wir beobachten die Entwicklung genau und stehen im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Aktuelle Zahlen und Hintergründe finden sich hier.

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