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Sonnenuntergang in Äthiopien

vor Ort

Zur aktuellen Lage in Äthiopien

Zur Lage in Äthiopien (Stand: 06/2022)

Der Konflikt und die militärischen Auseinandersetzungen im Norden Äthiopiens hatten sich zwischenzeitlich auf andere Landesteile ausgeweitet, was unter anderem starke Fluchtbewegungen zur Folge hatte. Die Situation ändert sich auch aktuell täglich und die weitere Entwicklung ist zurzeit nicht absehbar. Das Team von Menschen für Menschen in Österreich steht selbstverständlich im regelmäßigen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Projektkoordinierungsbüro in Addis Abeba.

Wie ist die Lage in den Projektgebieten von Menschen für Menschen?

Menschen für Menschen ist aktuell in keinen Projektregionen tätig, die sich in den betroffenen Gebieten in der Region Tigray befinden. In wenigen unserer Projektregionen in der Region Oromia kommt es aber gegenwärtig durch die Aktivitäten von aufständischen Gruppen zu einer angespannten Sicherheitssituation. Je nach Erfordernis haben wir in diesen Gebieten unsere Arbeit zum Schutz unserer Mitarbeiter:innen eingeschränkt und es ist mit Verzögerungen zu rechnen. Mittelfristig gehen wir jedoch davon aus, dass wir unsere Aktivitäten wieder ohne Einschränkungen aufnehmen und weiterführen können.

Wie hilft Menschen für Menschen den vom Konflikt Betroffenen?

Menschen für Menschen hat schon 2021 mit der Planung einer Nothilfe-Versorgung in der Konfliktregion Tigray begonnen, um diese rasch umsetzen zu können, sobald es die Situation ermöglicht.

Zwischenzeitlich hat Menschen für Menschen Soforthilfe für Geflüchtete geleistet: Im September 2021 wurden 6.200 Frauen, Männer und Kinder, die behelfsmäßig in Schulen in der Region Amhara untergebracht waren, mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Matratzen versorgt. Anfang Dezember 2021 erfolgte die Soforthilfe für rund 4.000 Menschen in der Stadt Debre Sina sowie die Ausstattung des Universitätskrankenhauses in Debre Birhan mit medizinischem Material. Anfang 2022 wurden rund 40.000 Frauen, Männer und Kinder, die vor dem Konflikt in die Afar-Region geflüchtet waren, mit dringend benötigten Nahrungsmitteln versorgt. In der stark von der schweren Dürre betroffenen Somali-Region erhielten zudem 20.000 Menschen überlebenswichtige Nahrungsmittelhilfe. Mehr über unsere Nothilfemaßnahmen erfährst du hier.

Weitere Hilfsmaßnahmen sind in den kommenden Wochen und Monaten geplant. Denn gerade in schwierigen Zeiten wird unsere Hilfe umso dringender gebraucht!

Bitte unterstütze auch du die dringend benötigte Nothilfe!

Seit 1981 immer für die Menschen

Menschen für Menschen arbeitet seit 1981 in Äthiopien als ethnisch, religiös und politisch neutrale Organisation. Wir haben in diesen Jahrzehnten immer wieder unruhige Zeiten miterlebt und uns weiterhin für die Menschen engagiert. Denn gerade in schwierigen Zeiten wird unsere Hilfe umso dringender benötigt und wir müssen besonders füreinander da sein. Als Menschen für Menschen.

Hintergrundinformationen:

Da die Auseinandersetzung zwischen der nationalen Regierung und der in der nördlichen Region Tigray herrschenden TPLF (Tigray People's Liberation Front) weiterhin anhält und sich auf andere Landesteile ausweitet, möchten wir gerne einen kurzen Überblick über die Hintergründe und Entwicklungen der Ereignisse geben:

  • Nachdem der frühere äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn aufgrund zunehmender Unruhen 2018 zurückgetreten war, wurde Dr. Abiy Ahmed zum Partei-Vorsitzenden der „Oromo People's Democratic Organization (OPDO)“ und kurz darauf auch zum Vorsitzenden der Regierungskoalition „Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF)“ sowie zum äthiopischen Ministerpräsidenten gewählt. Seitdem gibt es - neben Unruhen in anderen Landesteilen - auch immer wieder Spannungen zwischen der föderalen Regierung und der TPLF, die bis dahin die dominierende Partei in der Regierungskoalition war.
  • Als die eigentlich für August 2020 angesetzten Bundeswahlen bis voraussichtlich Juni/Juli 2021 aufgrund der Coronapandemie verschoben wurden, führte Tigray im September eigene regionale Wahlen durch. Das hat die Spannungen weiter verschärft.
  • Anfang November 2020 ist der Konflikt militärisch eskaliert. Bewaffnete und militärisch ausgebildete TPLF Einheiten, griffen einen Stützpunkt der äthiopischen Streitkräfte in Tigray an. Die äthiopische Regierung begann daraufhin eine Militäraktion gegen die TPLF.
  • Der Konflikt hält jedoch bis heute an und breitete sich zuletzt auf Nachbarregionen Tigrays aus. Die Informationslage über die tatsächliche Situation in Tigray ist dünn, teilweise widersprüchlich und es häufen sich leider auch Meldungen über Menschenrechtsverletzungen und viele zivile Opfer.
  • Der Konflikt in Tigray hat starke Fluchtbewegungen zur Folge. Die Menschen flüchten unter anderem in die benachbarten Regionen Afar und Amhara.
  • Die Lage – insbesondere in der Region Tigray – ist nach wie vor unübersichtlich und kann sich schnell ändern. Die humanitäre Lage verschlimmert sich zusehends. Berichten zufolge sind 40 Prozent der Bevölkerung Tigrays von extremer Nahrungsmittelknappheit betroffen.Aktuelle Zahlen und Hintergründe finden sich hier.
  • Die humanitäre Lage verschlimmert sich zusehends. Berichten zufolge sind 40 Prozent der Bevölkerung Tigrays von extremer Nahrungsmittelknappheit betroffen.
  • Hinzu kommt, dass Äthiopien aktuell von einer der schlimmsten Dürren der vergangenen 40 Jahre betroffen ist. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass insgesamt bis zu 29 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

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