
Ein Gespräch über Wandel, Werte und Wirkung
Harald Maier und Daniel Frieß im Interview
Wie kann sich eine Organisation wie Menschen für Menschen stetig weiterentwickeln und ihre Vision der lebendigen Gemeinschaft aktiv leben? Im Interview mit Martina Hollauf sprechen Harald Maier und Daniel Frieß über Herausforderungen, Chancen und konkrete Schritte der Transformation. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch – in Äthiopien und in Österreich – sowie die Frage, wie Unterstützer:innen aktiv mitgestalten können.
Martina Hollauf: Menschen für Menschen steht als Organisation vor der Herausforderung, sich stetig weiterzuentwickeln. Worin liegen die größten Chancen in dieser Veränderung?
Daniel Frieß: Die große Chance besteht darin, handlungsfähig zu sein und Zukunft aktiv zu gestalten, statt bloß darauf zu reagieren. Dazu braucht es im Inneren mehr Anpassungsfähigkeit, Lernen und Resilienz. Dem gegenüber stehen die Themen Innovationskraft, Wirkung und Zweck der Organisation. In diesem Zusammenhang haben wir beispielsweise sehr viel über Partizipation nachgedacht. Die Frage: Wie können wir die Menschen einladen, aktiv an unserer Vision mitzuarbeiten?
Daniel, du begleitest den Prozess seit Mai 2025 intensiv. Was ist dabei besonders wichtig?
Daniel Frieß: Zu Beginn hatte sicherlich Stabilität, transparente Kommunikation und vor allem das Schaffen von Räumen für gemeinsame Reflexion und Co-Kreation Priorität. Im Zentrum erfolgreicher Transformation stehen für mich immer die Menschen einer Organisation. Zunächst einmal haben wir daher auch ein gemeinsames Verständnis aufgebaut und eine Vision für diesen Prozess definiert. Gefolgt von einem intensiven Diskurs zu den identifizierten Handlungsfeldern, sowie der Überleitung und Definition in konkrete Maßnahmen.
Harald, du hast Anfang des Jahres die Agenden von Markus Schwarz-Herda übernommen, der diesen Prozess ebenfalls mitgestaltet hat. Welchen Einfluss nimmst du für deine Arbeit mit?
Harald Maier: Markus hat Menschen für Menschen Österreich über 15 Jahre mit enormer Integrität und Fingerspitzengefühl geprägt. Besonders die enge Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen in Äthiopien und die transparente Kommunikation mit den Unterstützer:innen sind große Fußstapfen, die es zu füllen gilt. Mir ist es ein großes Anliegen, die Nähe zu den Projekten und die gemeinsame Gestaltung innovativer Maßnahmen weiterzutragen.
Der Mensch und das Gemeinsame stehen im Mittelpunkt, in Äthiopien und in Österreich.
Mag. Harald Maier, Vorstandsmitglied von Menschen für Menschen Österreich

Du nimmst auch jene Fäden auf, die in den vergangenen Monaten gesponnen wurden. Welche Punkte kommen jetzt konkret in die Umsetzung?
Harald Maier: Gemeinsam mit dem Team knüpfen wir nahtlos an die Vorarbeit an. Der Fokus liegt darauf, nun die geplanten Schritte umzusetzen. Wie etwa die weitere Steigerung der Effizienz durch digitale Transformation oder die Nutzung von Synergien mit unseren Partner:innen. Für die finanzielle Nachhaltigkeit ist es auch wichtig, die Einnahmen auf eine breitere Basis zu stellen, etwa durch neue Kooperationen oder indem wir jüngere Menschen für unsere Vision begeistern können.
Welchen Beitrag möchtest du leisten, um die Zukunft von MFM gemeinsam mit dem Team und den Unterstützer:innen zu gestalten?
Harald Maier: Ich bin davon überzeugt, dass die grundsätzlichen Werte der Organisation das beste Fundament für die Zukunft bilden. Der neue Auftritt von MFM greift genau das auf: Der Mensch und das Gemeinsame stehen im Mittelpunkt, in Äthiopien und in Österreich. Deshalb fragen wir uns auch: Was wollen unsere Unterstützer:innen? Wo können sie mitgestalten? Die Vision ist eine lebendige Gemeinschaft, in der Mitsprache und Mitgestaltung gelebt werden.
Das Interview führte Martina Hollauf von MFM Österreich.
Zu den Gesprächspartnern

Harald Maier
Seit Januar 2026 verstärkt Harald Maier als Vorstand das Team von MFM Österreich. Er blickt auf über 20 Jahre Erfahrung in internationalen NGOs zurück. Mit Schwerpunkten in Management und Organisationsentwicklung übernimmt er nun die Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Zukunftsstrategie.

Daniel Frieß
Von Mai 2025 bis März 2026 begleitet Daniel Frieß als interimistischer Vorstand den Transformationsprozess von MFM Österreich. Mit 15 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen, u.a. in Uganda und Jamaika, liegen seine Schwerpunkte im Bereich Transformation, Leadership und Strategie. Seine Leidenschaft liegt darin, das Potenzial von Menschen und Organisationen freizusetzen.
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