Projektgebiet Jeldu

„Hier können wir nur mit groß angelegten Aufforstungsgebieten etwas verändern.“

Projektstatus: laufend, seit 2017

 

Die Region Jeldu

Seit Anfang 2017 zählt die Region Jeldu zu den Projektgebieten von Menschen für Menschen, die ausschließlich durch Spenden aus Österreich finanziert werden.

MfM-Entwicklungshilfe-Projektgebiete-Karte

Fläche: 750 km² (Vgl.: Wien: 414 km²)
Bevölkerung: ca. 200.000
Hauptort der Region: Gojo
Lage: ca. 115 km nordwestlich von Addis Abeba in der West Shewa Zone. Zwischen 1.900  und 3.200 Meter über dem Meeresspiegel.

 

In der ersten Projektphase werden Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser sowie Gesundheit umgesetzt. Die Arbeit konzentriert sich in diesen ersten drei Jahren auf das sieben Bezirke (Kebeles) umfassende Seriti Catchment, wo insgesamt rund 52.000 Menschen leben.

Rund 90% der Einwohner Jeldus sind von den Erträgen ihrer meist zu kleinen Felder abhängig. Die starke Entwaldung in der Region stellt die Bewohner vor besonders große Herausforderungen. Die Böden sind nicht mehr fruchtbar und die starke Erosion führt dazu, dass immer mehr Felder unbrauchbar werden. Das Fehlen von Wäldern hat auch zur Folge, dass natürliche Quellen versiegen. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen das Land aufzuforsten, doch fehlte es der Bevölkerung an Wissen und Baumsetzlingen, die dafür in großer Anzahl benötigt werden. In der Region werden überwiegend Kartoffeln und Getreide angebaut. Gemüse oder Obst sind so gut wie gar nicht verfügbar, was schwere Mangelerscheinungen zur Folge hat.

 

Die größten Herausforderungen in Jeldu:

  • Zugang zu sauberem Trinkwasser: So hat im Seriti Catchment nur jeder zehnte Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser .
  • Kerosin ist mit 66,4 % die Hauptquelle für Licht, gefolgt von Diesel (11,1%) und Kerzen (4%)
  • Rund 17% der Bevölkerung ist von der Augeninfektion Trachom betroffen, die unbehandelt zur Erblindung führen kann.
  • Jede zweite Entbindung findet ohne ausreichende medizinische Unterstützung statt.
  • Knapp jedes zweite Baby erhält in der Zeit nach der Geburt keine medizinische Versorgung.

Basierend auf dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzt Menschen für Menschen Maßnahmen gemeinsam mit der Bevölkerung um, die sich an allen Projekten beteiligt. Erfahrungen, die bereits in den Nachbarregionen Abune Ginde Beret und Ginde Beret gemacht wurden fließen in die Projektarbeit mit ein und kommen so allen Beteiligten zu Gute.

Um eine Basis für weitere Maßnahmen und eine langfristige Entwicklung zu schaffen, werden zunächst Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser sowie Gesundheit umgesetzt.

 

Landwirtschaftsprojekte in Äthiopien    Wasserprojekte in Äthiopien    Gesundheitsprojekte in Äthiopien

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In der ersten dreijährigen Projektphase (2017-2019) werden Entwicklungsmaßnahmen im sieben Bezirke (Kebeles) umfassenden Seriti Catchment der Region Jeldu umgesetzt. Hier leben rund 52.000 Einwohner, also etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung Jeldus.

 

Bis Ende 2019 geplant
Steigerung des Einkommens von 6.000 Haushalten um 10% durch landwirtschaftliche Schulungen, Bereitstellung von neuem bzw. besserem Saatgut, Verbesserung der Nutztierhaltung etc.
Einbindung von jungen Erwachsenen in die Wertschöpfungskette durch die Förderung von Kooperativen zur Honigproduktion, Produktion von Apfelbaumsetzlingen und lokalen Hühneraufzucht
Erhöhung der terrassierten Fläche zur Erosionsbekämpfung und Ertragssteigerung von aktuell 280 km auf 1.330 km
Großflächige Aufforstungsgebiete im Gesamtumfang von 60 ha sowie die Schließung von Erosionsgräben mit einer Gesamtlänge von 24 km
Entlastung der Frauen sowie Reduzierung des Holzbedarfs durch die Ausgabe von 3.000 holzsparenden Öfen
Steigerung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser von 9,8% auf 29,8% der Bevölkerung durch den Bau von 29 Brunnen und Quellfassungen
Steigerung des Zugangs zu sanitären Einrichtungen von 15,3% auf 65,3% der Bevölkerung durch die Errichtung von Latrinen für 1.350 Haushalte
Durch die Einrichtung von sanitären Anlagen, dem verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie Hygieneschulungen sollten damit zusammenhängende Krankheiten von 11,6% auf 2% gesenkt werden
Die Zahl der Menschen die aktiv Familienplanung durch Verhütung betreiben wird von 50% auf 75% erhöht; rund 7.700 Frauen erhalten Verhütungsmittel

 

Über diese konkreten Maßnahmen hinaus werden weitere Aktivitäten aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser sowie Gesundheit umgesetzt, um langfristig die Region zu entwickeln.

 

 

 

Entwaldung und Erosion gehören zu den großen Herausforderungen in Jeldu. Durch Maßnahmen zum Schutz und Aufbau der Böden – also zum Beispiel durch Aufforsten, Schließen von Erosionsgräben oder Anlegen von Terrassierungen – kann die Erosion aufgehalten werden. Der Boden wird dadurch wieder fruchtbar. Solche Maßnahmen sind meist eine wichtige Voraussetzung, um Quellen für sauberes Trinkwasser in den sehr erodierten Gebieten fassen zu können, da erst dadurch der Grundwasserspiegel wieder ansteigt. Wie zum Beispiel im Dorf Dida:

Erosionsgräben wie diese nahe dem Dorf Dida ziehen sich durch weite Landstriche im neuen Projektgebiet Jeldu.

 

Die Woraba Daba-Quelle liegt am Fuße eines Hangs. 200 Haushalte holen hier täglich ihr Wasser.

 

Die Woraba Daba-Quelle aus der Vogelperspektive. Bevor sie gefasst werden kann, muss der Hang – und damit der fruchtbare Boden – vor weiterer Abschwemmung geschützt werden.

 

Projektleiter Abayneh Mekkonen bespricht mit den Dorfbewohnern, wie sie bei der Terrassierung und dem Fassen der Quelle mithelfen können.

 

Unter Anleitung von Menschen für Menschen helfen die Dorfbewohner mit, Terrassierungen am Hang anzulegen.

 

Die Beteiligung der Bevölkerung ist besonders für den Fortbestand der Projekte und deren Weiterentwicklung von Bedeutung.

 

Ein Tagwerk: Tatkräftig hat die Bevölkerung im Dorf Dida mit der Arbeit an Terrassierungen einen ersten Schritt in eine bessere Zukunft gemacht.

Nur einer von zehn Menschen hat im Seriti Catchment in der Projektregion Jeldu Zugang zu sauberem Wasser. Seriti umfasst sieben Gemeinden. Hier haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Menschen für Menschen Anfang 2017 mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen.

Im Bild sieht man eine typische Wasserstelle in Seriti. Mühsam schöpfen die Frauen und Mädchen aus diesem Schlammloch Wasser ab. Es dauert lange, bis die 20 Liter-Kanister gefüllt sind. Einen Esel als Transporthilfe kann sich hier übrigens nicht jeder leisten:

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Den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern, ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um auch in anderen Bereichen Entwicklung voranzutreiben. Handpumpbrunnen werden dort gebaut, wo auch in der Trockenzeit genug Grundwasser vorhanden ist. Sie bringen sauberes Wasser in die Nähe der Dörfer. Vor allem für Babys und Kleinkinder wichtig, denn sie leiden am häufigsten an mitunter lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen.

 

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Insgesamt sieben Brunnen und Quellfassungen wurden im ersten Projektjahr in Jeldu gebaut.

Viele Einheimische berichten, dass es in der Region früher viel Wald gab. Mit mindestens fünf Wasserquellen. Doch der Wald wurde über die Jahre gerodet und das Holz für den Hausbau oder als Brennmaterial verwendet. Das Ergebnis: Die Quellen sind versiegt und in der Regenzeit kommt es zu Sturzbächen und damit einhergehender Erosion.

Um Wasser zu sichern, sind also viele weitere Maßnahmen nötig. Zum Beispiel die Ausgabe von holzsparenden Öfen, die nur halb so viel Brennmaterial benötigen.

 

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730 solcher holzsparenden Öfen wurden im ersten Projektjahr in Jeldu ausgegeben.

Holzsparende Öfen, Aufforstung und auch das Anlegen von Terrassierungen sind wichtige Schritte.

 

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Die Bevölkerung hilft beim Anlegen von Terrassierungen mit. Nur durch die Einbindung der Menschen kann Entwicklung in der Mitte der Gesellschaft ankommen und von ihr mitgetragen werden. Und durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Maßnahmen können der Wald und mit ihm auch die verschwundenen Quellen nachhaltig zurückgebracht werden. Eine wichtige Basis für die Zukunft der nächsten Generation.

Dort wo es bereits möglich ist, werden in Jeldu die ersten Quellen gefasst. Dadurch wird es nicht nur einfacher das tägliche Wasser zu holen, es ist auch sauber und damit sicher für die Gesundheit.

 

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Sauberes Wasser, die Errichtung von Latrinen und begleitende Hygieneschulungen sind wichtige Grundlagen für die Gesundheit der Menschen. So kann zum Beispiel die bakterielle Augenentzündung Trachom nur durch die konsequente Umsetzung solcher Maßnahmen langfristig zurückgedrängt werden.

Trachom ist wie in ganz Äthiopien auch in Jeldu ein ernsthaftes Problem. Tritt die Krankheit chronisch auf, hilft nur noch eine Operation am Augenlid, um die Betroffenen vor Erblindung zu schützen. Im Boni Health Center in Jeldu warten regelmäßig dutzende Männer und Frauen darauf, durch die Operation vor diesem Schicksal bewahrt zu werden.

 

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Warten auf die Augenlid-Operation: Insgesamt 71 Männern und Frauen wurde so in Jeldu im vergangenen Jahr das Augenlicht gerettet.

 

In Jeldu wurde im ersten Jahr an der Basis gearbeitet: Aufforstung, Erosionsbekämpfung, der Zugang zu sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung sind wichtige Schritte in eine bessere Zukunft.

Für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort ist es wichtig, auch traditionelles Wissen mit neuen Techniken zu verbessern. Schon früher haben die Bauern zum Beispiel diese Quelle genutzt, um Felder zu bewässern. Dazu haben sie Erdrinnen gegraben, um das Wasser umzuleiten.

 

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Die traditionelle Methode wurde verbessert: Hier wurde bei einer Quelle ein Auffangbecken gebaut, damit mehr Wasser zu den Feldern geleitet werden kann.

 

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Bewässerungskanäle wurden gebaut, wodurch mehr Menschen von der Quelle profitieren. Anders als bei den traditionell angelegten Kanälen, versickert das Wasser nicht ungenutzt.

 

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Das Ergebnis: Durch die Bewässerungskanäle und das Auffangbecken können mehr Felder bewässert werden. Auf ihnen wächst auch schon unterschiedliches Gemüse, das Menschen für Menschen in die Region gebracht hat, wo bisher nur Kartoffeln angebaut wurden. Eine wichtige Basis für die Verbesserung der Ernährung durch Vitamine und Mineralstoffe.

Das erste Jahr in Jeldu brachte viele Herausforderungen mit sich, aber dank der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sind die ersten Schritte gemacht. Wir blicken zuversichtlich auf das laufende Projektjahr, in dem wir vielen weiteren Kindern mit sauberem Wasser und besserer Ernährung einen guten Start in die Zukunft ermöglichen.

 

Sauberes Trinkwasser

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährung und Bildung der Menschen. Mit nur 10 Euro sichern Sie einem Menschen langfristig den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

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