Projektgebiet Ginde Beret

Seit 2011 profitieren hier 131.000 Menschen von unserer Arbeit

Projektstatus: laufend, seit 2011

 

Die Region Ginde Beret

Anfang 2011 begannen wir mit unserer Projektarbeit im österreichischen Projektgebiet Ginde Beret. 131.000 Menschen leben in der westlich von Addis Abeba gelegenen Region, die etwa halb so groß ist wie Vorarlberg.

Fläche: 1.200 km²
Bevölkerung: ca. 131.000 (Volkszählung 2007 inkl. Hochrechnung bis 2012)
Hauptort der Region: Kachisi (ca. 14.000 Einwohner)
Lage: ca. 180 km nordwestlich von Addis Abeba in der West Shewa Zone. Zwischen 1.000 (Tiefland) und 2.600 Meter (Hochland) über dem Meerersspiegel.

Rund 400 Meter beträgt der Höhenunterschied zum Hochplateau, wo sich das einzige Krankenhaus, weiterführende Schulen und der große Markt im Hauptort Kachisi befinden. Die Unwegsamkeit ist mit ein Grund dafür, dass Entwicklung viele Dörfer in Ginde Beret nicht erreicht: die Menschen sind im wahrsten Sinne von ihr abgeschnitten.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung in Ginde Beret lebt von Landwirtschaft. Aufgrund fortschreitender Erosion, unzuverlässigen Regenfällen und geringer werdender Fruchtbarkeit des Bodens fallen die Erträge jedoch meist zu gering aus. Ein großes Problem stellen zusätzlich der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie die schlechte medizinische Versorgung dar. Wie in der Nachbarregion Abune Ginde Beret ist auch in Ginde Beret die Augeninfektion Trachom weit verbreitet.

Die größten Herausforderungen in Ginde Beret zu Beginn unserer Arbeit 2011 (Auszug):

  • 3 von 4 Menschen hatten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Jedes zweite Kind unter zehn Jahren war von der Augeninfektion Trachom betroffen
  • Nur knapp 2 von 10 Haushalten nutzten einen holzsparenden Ofen
  • 4 von 10 Menschen hatten keinen Zugang zu Geburtshilfe oder kurativer medizinischer Behandlung
  • Erosion und Entwaldung machen weite Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar

Basierend auf dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzt Menschen für Menschen Maßnahmen gemeinsam mit der Bevölkerung um, die sich an allen Projekten beteiligt. In Ginde Beret war das Engagement von Beginn an sehr hoch, weshalb schon in relativ kurzer Zeit sehr viel erreicht werden konnte.

Bündel an Maßnahmen aus allen Lebensbereichen

In jedem der folgenden Bereiche, die im „integrierten ländlichen Entwicklungsansatz“ zusammengefasst sind, setzt Menschen für Menschen nach eingehender Evaluierung Ziele im Rahmen von 3- bzw. 5-Jahres-Plänen:

Die 5 Elemente unseres Entwicklungsansatzes für EZA in Äthiopien

 

Mehr über unsere Projektthemen erfahren Sie hier >>

Maßgebliche Erfolge der ersten Projektphase (2011-2013) in Ginde Beret:

Stand der Evaluation, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2013

Bis Ende 2013 geplant Bis Ende 2013 umgesetzt
60 Brunnen und Quellfassungen 60 Brunnen und Quellfassungen errichtet
Errichtung von 5 neuen Schulen 3 neue Schulen sind fertiggestellt
6 befinden sich in Bau (entsprechend
bedarfsgerecht adaptierten Jahresplänen)
Alphabetisierungskurse für 4.000 Teilnehmer 4.503 Frauen und Männer haben an
Alphabetisierungskursen teilgenommen
Landwirtschaftliche Schulungen für 1.500 Bauern 2.921 Teilnehmer an landwirtschaftlichen Schulungen
Steigerung der Nutzung holzsparender
Öfen: von 17% auf 40% der Haushalte
Durch die Ausgabe von 9.004
holzsparenden Öfen wurde die Nutzung
auf 42% der Haushalte gesteigert
350 Frauen erhalten die Möglichkeit am Kreditprogramm teilzunehmen 348 Frauen haben einen kaufmännischen Kurs absolviert und einen Kleinkredit erhalten
Konstruktion von 45 km Zufahrtswegen sowie 10 km Allwetterstraßen 99 km Zufahrtswege geschaffen, um die abgelegene Gebiete mit der Hauptstadt Kachisi zu verbinden
500 km Stein- und 30 km Erdwälle zur Bodenkonservierung und Erosionsbekämpfung 956,4 km Terrassierungen, Stein- und Erdwälle errichtet
Trachom-Großaktion (2012-2016) Bisher umgesetzt
Behandlung und Prophylaxe der Augeninfektion Trachom für min. 80% der registrierten Bevölkerung jährlich bis Ende 2016
2012: 92% erreicht
100.292 Personen registriert
92.306 Personen behandelt
2013: 96% erreicht
99.478 Personen registriert
95.367 Personen behandelt
2014: 99% erreicht
103.917 Personen registriert
102.402 Personen behandelt
2015: 99% erreicht
99.478 Personen registriert
101.843 Personen behandelt
2016: 99,8% erreicht
107.891 Personen registriert
107.650 Personen erreicht

Über diese konkreten Maßnahmen hinaus werden sämtliche Aktivitäten im Rahmen des „integrierten ländlichen Entwicklungsansatzes“ umgesetzt, um langfristig die Ernährung in der gesamten Region zu sichern.

 

Zwei beispielhafte Fortschritte für die Region nach der ersten Projektphase:

Durch den Bau von 60 Brunnen und Quellfassungen konnte in Ginde Beret der Zugang zu sauberem Trinkwasser verdoppelt werden. Außerdem nutzen mittlerweile knapp die Hälfte aller Haushalte holzsparende Öfen.

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Wirkung unserer Maßnahmen: Über das Zählen hinaus

Beispiel Wasserversorgung:

Bei der Arbeit in unseren Projektregionen stehen nicht nur die rein quantitativen Erfolge im Blickpunkt, sondern die weiter reichende Auswirkung der Maßnahmen für die Menschen in der Region. Am Beispiel Wasserversorgung heißt das, dass durch den Bau von Brunnen in der Nähe der Dörfer in einem ersten Schritt der Zugang zu sauberem Trinkwasser in der Region erhöht wird. Das wirkt sich unter anderem positiv auf den Alltag von Frauen aus, die fortan weniger Zeit damit verbringen, Wasser aus weit entfernten Quellen zu holen. Sie können diese Zeit nutzen, um zum Beispiel einen Hauswirtschaftskurs zu besuchen, der sich wiederum positiv auf die Lebensumstände der gesamten Familie auswirkt.

Evaluierung der ersten Projektphase

Im Oktober 2013 führte die Beratungsorganisation FAKT im Auftrag von Menschen für Menschen eine Evaluierung unserer Projektarbeit in Ginde Beret durch. Das Evaluierungsteam besichtigte zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen, führte Interviews mit Projektverantwortlichen und mit Vertretern des Landkreises. Außerdem wurde ein Workshop mit den Nutznießern der Maßnahmen durchgeführt um deren Effizienz und Relevanz für die Bevölkerung zu überprüfen.

In die Evaluierung flossen Betrachtungen folgender Kriterien mit ein:

  • Relevanz der Aktivitäten für die Bevölkerung
  • Effektivität – hinsichtlich der Leistungen (Output) und der direkten Wirkungen (Outcome)
  • Übergeordnete entwicklungspolitische Wirkung (Impact)
  • Effizienz – Verhältnis zwischen finanziellem Input und Output
  • Nachhaltigkeit der Aktivitäten

Zusammenfassend wurden alle Kriterien als hoch bewertet bzw. der Organisation gute Arbeit bescheinigt. Schon jetzt kann eine übergeordnete entwicklungspolitische Wirkung abgeleitet werden: „So konnten sich die Nahrungssicherheit und die Qualität der Ernährung verbessern.“

Mehr Informationen dazu, können Sie hier nachlesen >>

Das Washa Catchment ist ein Teilgebiet der Projektregion Ginde Beret und umfasst rund 70 km² – das entspricht etwa der Fläche der Stadt Salzburg. Hier wurde 2011 mit der Umsetzung von integrierten Entwicklungsmaßnahmen begonnen. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Frauenförderung.

Nun wurden diese konkreten Maßnahmen auf ihre gesellschaftliche und ökonomische Wirksamkeit hin untersucht: Diese sogenannte Social Return On Investment-Analyse (SROI-Analyse) wurde vom Kompetenzzentrum für Nonprofit Organisationen und Social Entrepreneurship der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt.

Das Ergebnis: Die Summe der finanziell bewerteten Wirkungen entspricht dem rund 27-fachen Wert der getätigten finanziellen Investitionen. Das heißt: Jeder Spenden-Euro, der in das Frauenprogramm von Menschen für Menschen geflossen ist, bringt der Gesellschaft einen Social Return on Investment im Wert von 26,60 Euro.

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Die Analyse: Ziel der SROI-Analyse ist es, neben dem finanziellen Mehrwert explizit auch die sozialen Wirkungen und somit den gesellschaftlichen Wert zu erfassen. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Identifikation der wichtigsten Stakeholder, wie die teilnehmenden Frauen, Angehörige, Tagelöhnerinnen, Regionalbehörden etc. Für jede Gruppe werden die eingesetzten Mittel (Input) den erzielten Leistungen (Output) sowie deren Wirkungen (Outcome) gegenübergestellt. Dieser identifizierte Outcome wird verifiziert, quantifiziert und zum Schluss, soweit möglich und sinnvoll, in Geldeinheiten bewertet. Die Summe entspricht dann dem finanziellen Gesamtwert der erzielten gesellschaftlichen Wirkungen. Dieser Gesamtwert wird dem Projekt-Investment gegenübergestellt. Daraus ergibt sich die Verhältniskennzahl des „Social Return On Investment“.

Mehr Details zur SROI-Analyse finden Sie hier >>

Auch für die zweite Projektphase werden konkrete Ziele formuliert, die wir gemeinsam mit der Bevölkerung erreichen möchten. In Ginde Beret ist geplant durch Maßnahmen in den unterschiedlichen Bereichen bis Ende 2018 folgende Verbesserungen für die Menschen der Region zu erreichen (Auszug):

  • 10.000 Haushalte, also rund 60.000 Menschen werden von der Einführung von Gemüsegärten profitieren. 3.000 davon beginnen zusätzlich mit dem Anbau verschiedener Früchte (Mango, Avocado, Papaya).
  • 480 Hektar Land werden aufgeforstet und 50 km Erosionsgräben geschlossen, wodurch der Waldbestand weiter erhöht wird.
  • Die Wasserversorgung wird von 53% auf 80% erhöht, das heißt 8 von 10 Personen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser (Vgl. 2010: 2 von 10).
  • 10 neue Schulen werden errichtet und ausgestattet sowie 5 weitere renoviert.
  • Die Durchimpfungsrate bei Kindern in der Region wird von 67% auf 90% gesteigert (gemäß dem Expanded Programme on Immunization der Weltgesundheitsorganisation).
  • 1.850 Frauen und ihre Familien werden durch die Teilnahme am Kleinkreditprogramm von einem eigenen Einkommen profitieren.

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Seit 2011 setzen wir in Ginde Beret gemeinsam mit der Bevölkerung umfassende Maßnahmen zur langfristigen Entwicklung der Region um. Dem in Ginde Beret befindlichen Gebiet „Washa Catchment“ mit einer Fläche von 70 km² kommt der mit 1 Mio. Euro dotierte Essl Social Prize zugute. Neben den bewährten integrierten Entwicklungsprojekten liegt in dieser Region ein Schwerpunkt auf der Integration von Solartechnik.

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Schulausbildung für ein Kind

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