Projektgebiet Abune Ginde Beret

Seit 2012 profitieren hier 126.000 Menschen von unserer Arbeit

Projektstatus: laufend, seit 2012

 

Die Region Abune Ginde Beret

Anfang 2012 begannen wir mit unserer Projektarbeit im österreichischen Projektgebiet Abune Ginde Beret. 126.000 Menschen leben in der westlich von Addis Abeba gelegenen Region, die etwa halb so groß ist wie Vorarlberg.

Fläche: 1.360 km²
Bevölkerung: ca. 126.000 (Volkszählung 2007 inkl. Hochrechnung bis 2012)
Hauptort der Region: Bake Kalate
Lage: ca. 170 km nordwestlich von Addis Abeba in der West Shewa Zone. Zwischen 1.000 (Tiefland) und 2.500 Meter (Hochland) über dem Meeresspiegel.

Wie die Nachbarregion Ginde Beret ist auch Abune Ginde Beret schwer zugänglich. Abbruchkanten und unwegsames Gelände erschweren den Zugang zu medizinischen oder schulischen Einrichtungen. Die Unwegsamkeit ist mit ein Grund dafür, dass Entwickung viele Dörfer nicht erreicht: die Menschen sind im wahrsten Sinne von ihr abgeschnitten.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung in Abune Ginde Beret lebt von Landwirtschaft. Aufgrund fortschreitender Erosion, unzuverlässiger Regenfälle und geringer werdender Fruchtbarkeit des Bodens fallen die Erträge jedoch meist zu gering aus. Ein großes Problem stellen zusätzlich der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie die schlechte medizinische Versorgung dar. Wie in der Nachbarregion Ginde Beret ist auch in Abune Ginde Beret die Augeninfektion Trachom weit verbreitet.

Die größten Herausforderungen in Abune Ginde Beret zu Beginn unserer Arbeit 2012 (Auszug):

  • 4 von 5 Menschen hatten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Jedes zweite Kind unter zehn Jahren war von der Augeninfektion Trachom betroffen
  • Kerosin ist mit 74 % die Hauptquelle für Licht am Abend, gefolgt von Holz (24 %) und Elektrizität (2 %)
  • Erosion und Entwaldung machen weite Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar

Basierend auf dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzt Menschen für Menschen Maßnahmen gemeinsam mit der Bevölkerung um, die sich an allen Projekten beteiligt. In Abune Ginde Beret profitieren wir von den Erfahrungen, die bereits in der Nachbarregion Ginde Beret gemacht wurden. Der Bevölkerung war unsere Arbeit schon bekannt und wir konnten sofort loslegen.

Bündel an Maßnahmen aus allen Lebensbereichen:

In jedem der folgenden Bereiche, die im „integrierten ländlichen Entwicklungsansatz“ zusammengefasst sind, setzt Menschen für Menschen nach eingehender Evaluierung Ziele im Rahmen von 3- bzw. 5-Jahres Plänen fest:

Die 5 Elemente unseres Entwicklungsansatzes für EZA in Äthiopien

Mehr Informationen über unsere Projektthemen finden Sie hier >>

Maßgebliche Erfolge der ersten Projektphase in Abune Ginde Beret:

Stand der Evaluation, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2014

Bis Ende 2014 geplant Bis 31.12.2014 umgesetzt
36 Brunnen und Quellfassungen zur Steigerung des Zugangs zu sauberem Wasser 41 Brunnen und Quellfassungen errichtet
Errichtung von 8 neuen Schulen 6 Schulen fertiggestellt, 2 in Bau
Alphabetisierungskurse für 8.500 Teilnehmer 9.071 Frauen und Männer haben an Alphabetisierungskursen teilgenommen
Landwirtschaftliche Schulungen für 1.500 Bauern 3.080 Teilnehmer an landwirtschaftlichen Schulungen
Steigerung der Nutzung energiesparender Öfen durch die Ausgabe von 3.800 Öfen 4.300 holzsparende Öfen (inkl. „daily cook“) ausgegeben
600 Frauen erhalten die Möglichkeit am Kleinkreditprogramm teilzunehmen 632 Frauen haben einen kaufmännischen Kurs absolviert und einen Kleinkredit erhalten
600 km Stein- und Erdwälle zur Bodenkonservierung und Erosionsbekämpfung 829 km Terrassierungen, Stein- und Erdwälle errichtet
270 Hektar Aufforstungsgebiete 230 Hektar erodiertes Land wurden zu Aufforstungsgebieten
Konstruktion von 45 km Zufahrtswegen 140 km Zufahrtswege geschaffen
Die Zahl der Menschen die aktiv Familienplanung durch Verhütung betreiben wird erhöht; Plan: 15.700 Nutznießerinnen Empfängnisverhütung 40.257 Frauen, die Verhütungsangebote wie die Pille, Dreimonatsspritze oder Implanon (3 Jahre) nutzen
 Trachom-Großraumaktion (2012-2016)
Behandlung und Prophylaxe der Augeninfektion Trachom für min. 80% der registrierten Bevölkerung jährlich bis Ende 2016
2012: 94% erreicht
114.565 Personen registriert
107.660 Personen behandelt
2013: 97% erreicht
119.310 Personen registriert
115.731 Personen behandelt
2014: 98% erreicht
123.474 Personen registriert
121.572 Personen behandelt
2015: 98,6% erreicht
120.378 Personen registriert
118.693 Personen behandelt
2016: 98% erreicht
121.101 Personen registriert
119.114 Personen behandelt

Über diese konkreten Maßnahmen hinaus werden sämtliche Aktivitäten im Rahmen des „integrierten ländlichen Entwicklungsansatzes“ umgesetzt, um langfristig die Ernährung in der gesamten Region zu sichern.

 

Ein beispielhafter Fortschritt für die Region nach der ersten Projektphase (2012-2014):

In Abune Ginde Beret konnte durch den Bau von 41 Brunnen und Quellfassungen in der ersten Projektphase der Zugang zu sauberem Wasser von 16% auf 28% gesteigert werden:

Dagamu Wasserstelle in Abune Ginde Beret:

 projekte-themen-wasser-dagamu-vorher_MG_0329  projekte-themen-wasser-dagamu-nachher_MG_1048

 Herbst 2013

330 Haushalte, also knapp 2.000 Menschen holen hier ihr Wasser; die saisonale Quelle ist stark verschmutzt, Rinder waten durch das Rinnsal.

 

 Herbst 2014

In der Nähe der saisonalen Quelle hat Menschen für Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung zwei Handpumpbrunnen gebaut. Das Wasser ist sauber und geschützt.

 

Wirkung unserer Maßnahmen: Über das Zählen hinaus

Beispiel Wasserversorgung

Bei der Arbeit in unseren Projektregionen stehen nicht nur die rein quantitativen Erfolge im Blickpunkt, sondern die weiter reichende Auswirkung der Maßnahmen für die Menschen in der Region. Am Beispiel Wasserversorgung heißt das, dass durch den Bau von Brunnen in der Nähe der Dörfer in einem ersten Schritt der Zugang zu sauberem Trinkwasser in der Region erhöht wird. Das wirkt sich unter anderem positiv auf den Alltag von Frauen aus, die fortan weniger Zeit damit verbringen, Wasser aus weit entfernten Quellen zu holen. Sie können diese Zeit nutzen, um zum Beispiel einen Hauswirtschaftskurs zu besuchen, der sich wiederum positiv auf die Lebensumstände der gesamten Familie auswirkt.

Evaluierung der ersten Projektphase

Wie in der Nachbarregion wurde auch in Abune Ginde Beret die Projektarbeit nach der ersten Projektphase hinsichtlich ihrer Relevanz, Effektivität, Effizienz und Wirkung untersucht. Die Evaluierung wurde im Oktober 2014 von der Beratungsorganisation FAKT im Auftrag von Menschen für Menschen durchgeführt.

Ziel war es, die gesamte Projektarbeit vor dem Hintergrund regionaler Gegebenheiten einerseits und internationaler Standards andererseits zu analysieren. Zu diesem Zweck besichtigte das Evaluierungsteam Infrastrukturmaßnahmen, führte Interviews mit Projektverantwortlichen und mit Vertretern des Landkreises. Außerdem wurde ein Workshop mit den Nutznießern der Maßnahmen durchgeführt um deren Effizienz und Relevanz für die Bevölkerung zu überprüfen.

In die Evaluierung flossen Betrachtungen folgender Kriterien mit ein:

  • Relevanz der Aktivitäten für die Bevölkerung
  • Effektivität – hinsichtlich der Leistungen (Output) und der direkten Wirkungen (Outcome)
  • Übergeordnete entwicklungspolitische Wirkung (Impact)
  • Effizienz – Verhältnis zwischen finanziellem Input und Output
  • Nachhaltigkeit der Aktivitäten

Zusammenfassend wurden alle Kriterien als hoch bewertet bzw. der Organisation gute Arbeit bescheinigt. Die Evaluierung hat positive Wirkung der Maßnahmen auf eine Vielzahl von Lebensbereichen und das gute Zusammenspiel der Entwicklungsmaßnahmen zugunsten der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen festgestellt.

Mehr über die Evaluation erfahren Sie im Interview mit Jochen Currle>>

Auch für die zweite Projektphase werden konkrete Ziele formuliert, die wir gemeinsam mit der Bevölkerung erreichen möchten. In Abune Ginde Beret ist geplant durch Maßnahmen in den unterschiedlichen Bereichen bis Ende 2017 folgende Verbesserungen für die Menschen der Region zu erreichen (Auszug aus dem 3-Jahresplan: 2015-2017):

  • Steigerung der Ernteerträge um zumindest 10% für die ansässigen Kleinstbauern.
  • 320 Hektar Land werden aufgeforstet und 30 km Erosionsgräben geschlossen, wodurch der Waldbestand auf 0,5% Gesamtfläche erhöht wird.
  • Die Wasserversorgung wird von 28% auf 53% erhöht, das heißt 6 von 10 Personen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser (Vgl. 2012: 2 von 10).
  • 6 neue Schulen werden errichtet und ausgestattet sowie 3 weitere renoviert.
  • Die Durchimpfungsrate bei Kindern in der Region wird von 73% auf 85% gesteigert (gemäß dem Expanded Programme on Immunization der Weltgesundheitsorganisation).
  • 1.050 Frauen und ihre Familien werden durch die Teilnahme am Kleinkreditprogramm von einem eigenen Einkommen profitieren.

Seit 2012 setzen wir gemeinsam mit der Bevölkerung umfassende Maßnahmen zur langfristigen Entwicklung der Region um.projekte-gebiete-abune-gindeberet-Red-chairity-logo-web Mit der RED CHAIRity Intitiative haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, durch dessen beispielloses Engagement die Finanzierung für die ersten beiden Projektphasen gesichert ist. Wir danken RED CHAIRity für das Vertrauen in unsere Arbeit und die bedeutende Unterstützung.

 

Unterstützen auch Sie mit Ihrer Spende die Menschen in Abune Ginde Beret!

spenden-shop-einkommen-schulung-mikrokredit-geschaeft-gruendung-IMG_5946

Schulung zum Mikrokredit-Programm

Mit einer Spende von 23 Euro ermöglichen Sie eine Schulung zum Kleinkreditprogramm, welche wirtschaftliche Grundlagen vermittelt und Frauen optimal auf ihren Start ins Geschäftsleben vorbereitet.

Ich will spenden!