Wie baut man eine Schule?

Wie sehen die landesüblichen Schulen in Äthiopien aus?

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Schulen in Äthiopien sind meist baufällig, viel zu klein, dunkel und zugig – häufig aus Lehm, Holz und Stroh gebaut.

Die Kinder sitzen oft auf dem nackten Lehmboden, denn Tische und Bänke gibt es nicht. Das Lehrmaterial ist häufig selbst gebastelt.

Wieviel Erfahrung hat Menschen für Menschen mit Schulbau in Äthiopien?

Seit 1981 baut, renoviert oder erweitert Menschen für Menschen Schulen für ganze Generationen und stattet diese mit Möbeln und Lehrmaterial aus – in den ärmsten Regionen des Landes, dort, wo es bisher entweder gar keine Bildungseinrichtungen gab oder Kinder nur verfallene Hütten vorfanden. Der Verein baut insbesondere in den entlegensten Gebieten des Landes Schulen.
Durch den Neubau, die Renovierung und Erweiterung von Schulen schließt Menschen für Menschen die Lücken dort, wo sie am größten sind. Der Unterricht wird abends sogar häufig von Erwachsenen besucht, denn nicht nur die Kinder wissen: Ohne Bildung kann es keine Entwicklung geben.

Bisher wurden 419 Schulen gebaut.

Inwieweit hilft die lokale Bevölkerung beim Bau der Schulen mit?

Die ganze Dorfgemeinschaft hilft mit, den Schulbau zu ermöglichen: gemeinsam werden für die Arbeiter und den Transport der Materialen Zufahrtswege in die schwer zugänglichen Ortschaften errichtet. Der Baugrund wird von den lokalen Gemeinden zur Verfügung gestellt und die regionalen Behörden verpflichten sich vertraglich, nach Fertigstellung und Einrichtung der neuen Schule, für die Zuweisung der Lehrkräfte, den laufenden Lehrbetrieb sowie die Instandhaltung der Gebäude Sorge zu tragen.

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Wie werden Schulen von Menschen für Menschen gebaut?

Schulen von Menschen für Menschen werden nach einem bewährten architektonischen Konzept gebaut. Basis ist ein stabiles Fundament aus Beton, Stahl und Steinen, das so hoch angelegt wird, dass alle Gebäude erhöht über der Erdoberfläche stehen. Dies soll der Gefahr vorbeugen, dass bei starken Regenfällen Wasser in die Räume eindringt. Durch eine Rinne um die Gebäude fließt das Regenwasser sofort ab.

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Aus Beton sind ebenfalls die Wände und Böden aller Räume. Dadurch lassen sie sich leicht reinigen. Ein schützendes Blechdach schließt die Gebäude ab. Die Dacheindeckung ist aus hochwertigem verzinktem Stahltrapezblech. Durch eine besondere Stahlkonstruktion sind die Dächer selbst bei starkem Wind und heftigen Regenschauern widerstandsfähig. Zudem sorgen die Dachüberstände für ausreichend Schatten.

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Als Besonderheit der Menschen für Menschen-Schulen gelten die stabilen Louvre-Fenster (Lamellenfenster). Im Gegensatz zu den sonst verwendeten Stahlrahmenfenstern mit Wende- oder Kippflügeln bestehen sie aus klappbaren Glasscheiben, die praktische Vorteile aufweisen: Beim Lüften ragen sie nicht in den Klassenraum hinein. Kinder können sich somit nicht verletzen. Geht ein Fenster zu Bruch, können einzelne Lamellen ausgetauscht werden.

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Einfach und stabil ist auch die Fenstermechanik. Die Öffnungsgrößen der gesamten Fensterflächen können stufenlos verstellt werden. Die meisten Schulen in Äthiopien besitzen überhaupt keine Fenster, allerhöchstens Holzläden. Zudem ist die Stromversorgung in Äthiopien schlecht oder gar nicht vorhanden. Zum Lesen, Schreiben und Rechnen brauchen die Schüler aber Licht. Menschen für Menschen-Schulen dagegen wirken schon durch ihre großen Louvre-Fenster von außen einladend.

Neben den Gebäuden mit jeweils vier Klassenräumen baut Menschen für Menschen auf einem weitläufigen Gelände ein Verwaltungsgebäude, Trockenlatrinen sowie Unterkünfte für Lehrer. Weiterführende Schulen werden mit einer Bibliothek ausgestattet. Dort können die Schülerinnen und Schüler nach der Schule in entspannter Atmosphäre lesen, lernen und Hausaufgaben machen. Ebenso können sich dort Lehrerinnen und Lehrer auf den Unterricht vorbereiten oder sich weiterbilden. Zudem wird vielerorts ein Auffangbecken für Regenwasser errichtet oder ein Brunnen gebohrt. Einige Schulen haben sogar einen Fußballplatz, ein Volleyballnetz oder einen Basketballkorb.

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Die Haro Berbabo Mittelschule

Dunkel und baufällig: Die aktuelle Schule ist in einem untragbaren Zustand. Helfen Sie uns die neue Haro Berbabo Mittelschule für 1.440 Kinder zu bauen!

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Warum werden die von Menschen für Menschen gebauten Schulen an die örtliche Bildungsbehörde übergeben?

„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist eines der Grundprinzipien des Vereines Menschen für Menschen. Es war schon immer die Philosophie von Karlheinz Böhm, die Menschen vor Ort in die Projekte einzubinden und ihnen auch Verantwortung zu geben. Das heißt, dass auch die lokalen Gemeinden und zuständigen Ministerien in Äthiopien ihren Teil der Verantwortung für die Entwicklungsmaßnahmen tragen. So wird die Eigenverantwortung gefördert und einer dauerhaften Abhängigkeit von Menschen für Menschen als Organisation vorgebeugt. Im Falle der Schulbauten, bedeutet das, dass Menschen für Menschen gemeinsam mit der örtlichen Schulbehörde den Bedarf ermittelt. Die Kosten des Schulneubaus sowie der Einrichtung übernimmt die Organisation, während das äthiopische Bildungsministerium dann für den laufenden Betrieb und die laufenden Kosten aufkommt. Menschen für Menschen kontrolliert durch Besuche von Mitarbeitern ebenso wie von externen Prüfern nach der Übergabe regelmäßig, den Zustand und Betrieb der Schulen. Ende 2012 hat der TÜV-Rheinland – als externer Prüfer – in einer unabhängigen Studie die Schulbauten von Menschen für Menschen in Äthiopien mit der Bestnote „Gut“ (1,6 Punkte) bewertet.

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