#1Like1Baum 2017

2017 haben wir erstmals von Ende Juli bis Ende September die Schwerpunktaktion #1Like1Baum durchgeführt. Mit 5.122 Likes haben hunderte Menschen die Aktion unterstützt – das bedeutet 5.122 Bäumchen für unsere Projektgebiete in Äthiopien, wo sie karge Erde in fruchtbaren Boden verwandeln.

Zusätzlich hat 2017 das Grazer Reiseunternehmen Cooltours, das sich auf nachhaltige Reiseangebote spezialisiert hat, für jedes Like mehr als 1 Euro für unsere Aufforstungsprojekte gespendet. Insgesamt 12.000 Euro kamen dem Projekt 2017 zugute. Es freut uns besonders, dass Cooltours die Kampagne #1Like1Baum auch 2018 wieder unterstützt!

Woher kommen die Baumsetzlinge?

Wie bei allen unseren Maßnahmen steht auch bei unseren Aufforstungsprojekten rund um #1Like1Baum unser Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ an oberster Stelle. Bei unseren Aufforstungsprojekten bedeutet das, dass die lokale Bevölkerung bei jedem Schritt, vom Einsammeln der Samen für die Bäume bis hin zum Pflanzen der Baumsetzlinge, miteingebunden ist.

Teil unserer umfassenden Projektarbeit ist es, dass wir in allen unseren Projektgebieten Baumschulen einrichten, um die unterschiedlichsten Pflanzen zu ziehen: Obstbäume, Kaffeesträucher, Futtergras und eben auch unterschiedliche Bäume, Sträucher und Gräser zur Aufforstung. Die Samen für die Bäume zur Aufforstung sammelt die Bevölkerung am eigenen Hof oder in naheliegenden Wäldern und verkauft sie an unsere Baumschulen. In den Baumschulen arbeiten die Frauen und Männer aus der Umgebung und kümmern sich darum, dass aus den Samen Baumsetzlinge heranwachsen.

Gepflanzt werden die Baumsetzlinge dann mithilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Menschen für Menschen von der lokalen Dorfbevölkerung. Sie ist es auch, die in den großflächigen Aufforstungsgebieten in der Anfangszeit die Setzlinge hütet und pflegt, damit aus ihnen große und starke Bäume wachsen können. Nach Abschluss eines Projekts werden die Baumschulen entweder in die Verantwortung der örtlichen Behörden übergeben oder von Privatpersonen oder Dorfgemeinschaften übernommen.

Wo schlagen die Bäumchen ihre Wurzeln?

Fabelhafte 5.122 Likes und damit Bäume konnten wir 2017 im Rahmen der Schwerpunktaktion #1Like1Baum sammeln. Die Bäumchen wurden im Rahmen unserer Aufforstungsprojekte, die ein wichtiger Bestandteil unserer umfassenden Arbeit in Äthiopien sind, in den Regionen Jeldu und Ginde Beret gepflanzt, wo sie mit all ihren positiven Eigenschaften die Lebenssituation der Menschen verbessern.

Die beiden Regionen Jeldu und Ginde Beret liegen nordwestlich der Hauptstadt Addis Abeba und werden beide ausschließlich von Spenden aus Österreich finanziert. Während wir in Ginde Beret bereits seit 2011 tätig sind und dort schon vielseitige Maßnahmen erfolgreich umsetzen konnten, haben wir in Jeldu Anfang 2017 die Arbeit aufgenommen.

Die Herausforderungen in einer neuen Projektregion wie Jeldu sind groß. Die Böden in Jeldu sind nicht mehr fruchtbar und die starke Erosion führt dazu, dass immer mehr Felder unbrauchbar oder sogar weggeschwemmt werden. Das Fehlen der Wälder hat auch zur Folge, dass natürliche Quellen versiegen. Der Natur und den Menschen fehlt es an Wasser.

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Daher ist in Jeldu die großflächige Aufforstung eine unserer ersten Maßnahmen, damit sich das Leben der Menschen verbessern kann. 2017 konnten wir gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften bereits 19 Hektar Land aufforsten.

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Anfang 2018 wurde das nächste Gebiet in Angriff genommen: In Chaka Aba Jote haben 160 Frauen und Männer aus den umliegenden Dörfern tatkräftig daran mitgearbeitet, 15 Hektar Land aufzuforsten. Sie haben auf dem Hang 30.000 Bäumchen gepflanzt, die in Zukunft das Erdreich sichern und Bodenerosion verhindern. Die Baumsetzlinge dafür stammen aus der benachbarten Projektregion Ginde Beret. In diesem Aufforstungsgebiet ist übrigens ein weiteres spannendes Projekt geplant: In den Verschlag, der in der Bildmitte zu sehen ist, werden Bienen einziehen, die Jugendlichen aus der Region durch den Honigverkauf ein Einkommen ermöglichen.

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Genauso wichtig wie das großflächige Aufforsten ist in Jeldu derzeit das Schließen der massiven Erosionsgräben, damit wir das weitere Abschwemmen der fruchtbaren Erde, der Felder der Bauern und der Weiden für das Vieh verhindern können. Ein besonders großer Erosionsgraben ist jener im Dorf Dida.

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In der Nähe des Erosionsgrabens arbeitet die Bevölkerung im April 2018 intensiv an den Terrassierungen. Die Frauen und Männer aus dem Dorf Dida legen Stein- und Erdwälle an, damit nicht noch mehr Land weggeschwemmt wird.

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Im nächsten Schritt wird der Erosionsgraben dann mit Gabionen befestigt und mit dem besonders beständigen Vetivergras, Sträuchern und Bäumen bepflanzt, damit seine Schlucht bald genauso ergrünt wie der ehemalige Erosionsgraben im Gebiet Harbo Guba in unserer Projektregion Ginde Beret.

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In der Region Ginde Beret sind wir bereits seit 2011 aktiv. Hier konnten wir gemeinsam mit den lokalen Bauern schon großflächige Aufforstungsprojekte erfolgreich umsetzen, wie im Gebiet Ula Bedesa. In Ula Bedesa war die Erde aufgrund des fehlenden Waldes stark ausgetrocknet. Heute  erholt sich der Baumbestand auf einer Schutzfläche von insgesamt 15 Hektar, zusätzlich wurden auf etwa 5 Hektar neue Bäume gepflanzt. Tadesse ist einer der Bauern, die beim Aufforstungsprojekt mitgearbeitet haben. 2017 waren wir vor Ort, als er Bäume gepflanzt hat. Bei der Projektreise im Mai 2018 zeigt uns Tadesse stolz, wie sich das Aufforstungsprojekt entwickelt.

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Der wieder aufgeforstete Wald stoppt den großen Erosionsgraben in Ula Bedesa, der die fruchtbare Erde von Tadesses Feld und den Feldern der anderen Bauern aus der Umgebung mitzureißen drohte. Heute wachsen im Erosionsgraben stattdessen sogar schon die ersten Grashalme.

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Um das Bewusstsein für die Ursachen und Folgen der Entwaldung zu steigern, motiviert Menschen für Menschen Schulen, so genannte Environmental School Clubs zu gründen. Dort lernen die Kinder und Jugendlichen, warum der Schutz der Wälder und der Umwelt so wichtig ist. 2017 haben wir Zinabu kennengelernt, der sich im Schulclub der Erjajo Higher Primary School engagiert. Gemeinsam mit seinen Schulkolleginnen und Schulkollegen hat er gerade Baumsetzlinge am Schulgelände gepflanzt, die 2018 bereits zu Bäumchen herangewachsen sind.

2017 hat Zinabu mit seiner Kollegin vom Baumschulclub Tadelech Baumsetzlinge am Schulgelände gepflanzt, damit sie den Kindern und Jugendlichen Schatten spenden.

 

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Im Frühjahr 2018 sind die Setzlinge schon zu kleinen Bäumchen herangewachsen.

Seit Projektbeginn konnten wir in Ginde Beret insgesamt bereits eine Fläche von 686 Hektar aufforsten. Die Baumsetzlinge dafür wurden in 65 Baumschulen herangezogen. Und gemeinsam mit den Bauern konnten wir 2.703 Kilometer Stein- und Erdwälle errichten, um ihre Felder vor weiterer Bodenerosion zu schützen.

Diese Maßnahmen werden weitergeführt, aber sie sind nicht mehr im selben Ausmaß nötig wie am Beginn der Projektarbeit. 2017 konnten daher viele Baumsetzlinge direkt an die Bauern für ihre Felder verteilt werden. Die Baumwurzeln speichern das kostbare Wasser und spenden dem heranwachsenden Gemüse Schatten. Und auch die Setzlinge der Apfelbäume und Kaffeesträucher können nur im Schatten eines anderen Baumes groß und stark werden und so das Einkommen der Familien aufbessern.  Eines der Bäumchen fand im Oktober 2017 am Feld von Workenesh Tesfari seinen Bestimmungsort. Workenesh hatte dabei ganz besondere Hilfe: Unsere Botschafterin Sara Nuru pflanzte das Bäumchen gemeinsam mit Workenesh.

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#1Like1Baum 2018: 7.897 Likes schlagen Wurzeln!

Bis Ende Juli 2018 sammelten wir auf Facebook und Instagram wieder Likes für unsere Aufforstungsprojekte in Äthiopien. 7.897 „Gefällt mir“ kamen dabei zusammen, wofür Bäume in unseren Projektregionen gepflanzt werden. Das Grazer Reiseunternehmen Cooltours spendet außerdem für jedes „Gefällt mir“ einen Euro für die Aufforstung. Wir bedanken uns bei allen, die mit ihren Likes den Wald in Äthiopien zurückbringen! Werfen Sie nochmal einen Blick auf die schönsten Beiträge der Schwerpunktaktion: #1Like1Baum

Alle Infos zur Aktion finden Sie weiterhin unter: www.1like1baum.org

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MfM Entwicklungshilfe Äthiopien Mädchen pflanzt Baumsetzlinge

Pflanzen von Baumsetzlingen

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