Die Ginde Beret Higher Secondary School

Die Schule ist fertig!

Ein Gymnasium für über 3.000 Schüler.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten und der Einrichtung der Schule mit Mobiliar, ist die Ginde Beret Higher Secondary School im Januar für den Unterricht freigegeben worden. Die Klassenräume sind nun seit kurzem in voller Verwendung.

Das Video zeigt den Schulhof und gibt einen kurzen Einblick in den laufenden Unterricht. Die Klassenräume bieten eine helle und freundliche Atmosphäre und ermöglichen dadurch ein produktives Lernklima. Der im Video gezeigte Chemieunterricht wird übrigens in der Unterrichtssprache Englisch abgehalten. Menschen für Menschen ermöglicht den Lehrern in diesem Zusammenhang eine Fortbildung in Englisch, um ein gutes englischsprachiges Unterrichtsniveau zu gewährleisten.

Wie der Direktor der Ginde Beret HSS, Meseret Atomsa, anhand einer tabellarischen Übersicht erklärt, besuchen gegenwärtig 3.114 Schülerinnen und Schüler die Schule. Das Geschlechterverhältnis ist mit 1.552 Schülerinnen und 1.562 Schülern nahezu ausgeglichen. Der Großteil der Schüler ist dem Schultyp entsprechend (es wird die 9 und 10 Schulstufe unterrichtet) zwischen 15 und 18 Jahren alt. Einige wenige Schüler sind hingegen auch etwas älter, da sie den Abschluss der für die Aufnahme geforderten ersten acht Schulstufen im äthiopischen Bildungssystem erst mit Verzögerung erlangen konnten. Darüber hinaus sind auch insgesamt 186 Schulabbrecher der vergangenen Jahre wieder in den Schulbetrieb eingestiegen, um ihre Ausbildung in diesem Jahr fortzusetzen.

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Rückblick: Ausgangssituation und Bedarf

In Äthiopien ist der Zugang zu Schulbildung bis heute einer der niedrigsten in ganz Afrika. Rund 40 Prozent der schulpflichtigen Kinder haben gegenwärtig keine Möglichkeit altersgerecht eine Schule zu besuchen. Besonders im ländlichen Hochland ist der Zugang zu Bildung noch stärker eingeschränkt. Für die meisten Kinder und besonders für Mädchen, die mit dem täglichen Holen von Wasser fix in den Arbeitszyklus ihrer Familien eingebunden sind, stellt ein viele Kilometer langer Schulweg ein oft unüberwindbares Hindernis dar.
Bildung ist Voraussetzung für Entwicklung! Deshalb hat Menschen für Menschen seit 1982 bereits über 300 Schulen in den ländlichen Gebieten Äthiopiens errichtet. Ziel ist es vor allem der jungen Generation die Chancen auf eigenständige Entwicklung und eine bessere Zukunft zu eröffnen.

In der Projektregion Ginde Beret (rund 113.000 Einwohner) errichtete Menschen für Menschen deshalb ein neues Gymnasium im regionalen Hauptort Kachisi (ca. 180 km von Addis Abeba entfernt). Die vorher benutzte zum Teil bereits im Jahr 1985 und lediglich aus Holz und Lehm errichtete Schule war in schlechtem baulichem Zustand und besonders in Größe und Ausstattung völlig unzureichend für den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Bildungsplätzen. Die frühere Schule diente als Gymnasium für über 3.500 Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus wurden in denselben Schulgebäuden im Schichtbetrieb auch die Kurse eines weiterführenden Schultyps abgehalten, der als Vorbereitung für einen anschließenden Collegebesuch dient (die sogenannte preparatory school).

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Alle Schüler des Gymnasiums haben eine der umliegenden Grund- und Mittelschulen abgeschlossen und somit bereits die ersten 8 Schulstufen erfolgreich durchlaufen. Im Rahmen unserer Entwicklungsmaßnahmen in der Projektregion Ginde Beret errichtet und renoviert Menschen für Menschen natürlich auch Mittelschulen und gibt der jungen Generation der Region dadurch die Chance einen umfassenden Bildungsweg zu durchlaufen.

Durch die Errichtung der neuen Ginde Beret HSS sicherte Menschen für Menschen für die Zukunft auch den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen gymnasialen Ausbildung in der Region ab. Dies hat eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung der Region insgesamt. So ist der Abschluss eines Gymnasiums eine Grundvoraussetzung für die Erlernung von Berufen, die in Äthiopien besonders dringend benötigt werden. Besonders in abgelegenen Regionen wie Ginde Beret herrscht ein großer Mangel an Ärzten und Lehrern. Verbesserte Ausbildungschancen für die junge Generation sind somit ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der ganzen Region.

Für viele Kinder eröffnen jedoch erst weitere begleitende Entwicklungsmaßnahmen von Menschen für Menschen die Möglichkeit regelmäßig eine Schule zu besuchen. So stellen zum Beispiel der Bau von Brunnen und Quellfassungen für sauberes Trinkwasser in der Nähe der Dörfer, die Errichtung von Zugangswegen zu schwer zugänglichen Gebieten die auch in der Regenzeit einen sicheren Schulweg ermöglichen oder landwirtschaftliche Maßnahmen zur Steigerung der Erträge der Bauern, die auch die Arbeitszeit der Kinder innerhalb des Familienhaushalts reduzieren, wichtige Grundvoraussetzungen für einen Schulbesuch dar.

Die 5 Elemente unseres Entwicklungsansatzes für EZA in Äthiopien

Einzelne Baufortschritte im Detail

Der Spatenstich zur Ginde Beret Higher Secondary School ist im Frühjahr 2012 erfolgt und die Baumaßnahmen sollten laut Plan bis Ende 2013 abgeschlossen sein, was auch optimal realisiert werden konnte. Die Schule wird im Campus-Stil mit sieben Klassenraumblöcken zu jeweils vier Klassen errichtet – somit stehen zukünftig insgesamt 28 neue Klassenräume zur Verfügung. Neben den Klassenräumen werden eine Bibliothek, zwei Trockentoilettenanlagen sowie ein weiterer Block für Personal und die Administration gebaut. Nach Fertigstellung bieten die neuen Schulgebäude ausreichend Platz für rund 3.400 Schüler in zwei Unterrichtsschichten. Daneben werden auch die alten Schulgebäude nach Bedarf weiterverwendet.

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Auf dieser Fläche werden die neuen Schulgebäude errichtet. Die Grundfläche wird von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt. (Foto: Oktober 2011)

Die Bauarbeiten sind, wie unten zu sehen, seit dem Frühjahr 2012 in Gang. Davor wurde nach einem Ausschreibungsverfahren mit einer äthiopischen Baufirma eine vertragliche Vereinbarung über die Errichtung der Schulgebäude geschlossen.

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Für alle Gebäude wird ein stabiles Fundament aus Beton, Stahl und Steinen errichtet.

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Das Fundament ist besonders wichtig für die lange Stabilität und Haltbarkeit der Schule. Alles wird tief im Boden verankert, damit die Schulkonstruktion viele Jahre lang fest stehen bleibt.

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Nach dem Ende der großen Regenzeit im äthiopischen Hochland (zwischen Juli und September) in der aus Witterungsgründen keine Arbeiten durchgeführt werden können, sind die Arbeiten im Herbst 2012 bereits wieder voll angelaufen. Diese Fotos wurden im Oktober 2012 aufgenommen.

Hier werden gerade die tragenden Wandpfeiler betoniert:

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Dieses Foto zeigt die fertigen Fundamente der Klassenräume:

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Auf diesem Foto sieht man die Verschalung mittels derer die Querpfeiler, die später das Dach tragen werden, betoniert werden.

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Dieses Foto, das Anfang 2013 entstand zeigt die fertige Trägerkonstruktion. Teile des Dachstuhls liegen schon bereit, um aufgesetzt zu werden:

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Bereits im Februar 2013 konnten die Dachstühle auf alle Klassenraumblöcke gesetzt werden:

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Das Fundament wird stets so errichtet, dass die Gebäude etwas erhöht über dem Erdboden stehen. So kann auch bei starkem Regenfall kein Wasser in die Gebäude eindringen. Zusätzlich wird hierzu abschließend auch eine Regenrinne um alle Gebäude angelegt, die den Abfluss des Wassers bei Regen gewährleistet. Dafür wird eine stabile Einfriedung um jeden Klassenraumblock gezogen.

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Auch an den Wänden wird bereits fleißig gearbeitet. Die Einfriedung und die Wände dieses Schulblocks sind bereits fertig:

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Die Dachkonstruktionen sind bei allen 7 Klassenraumblöcken bereits abgeschlossen. Auf die Dachstühle wurden die Dachbleche aufgesetzt. Diese schützen besonders in der Regenzeit vor dem Eindringen des Wassers in Wände und Innenräume. Es ist ein kleines aber wichtiges Detail, dass die Dachbleche über die Mauern und sogar die Einfriedung hinausragen, um die Wände vor Wasserschäden zu schützen. Die zuvor befestigte Einfriedung schützt ihrerseits die Wände und das Fundament, wenn in der Regenzeit das Wasser um das Gebäude nicht schnell genug vom Boden aufgenommen werden kann.

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Der Bau schreitet im Sommer gut voran und es werden die Fensterrahmen und die Türen zu den Klassenräumen eingebaut.

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Wie man sieht ist der Fußboden zu diesem Zeitpunkt noch nicht betoniert.

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Ende Oktober 2013 sind die Fußböden in den Klassenräumen fertig betoniert. Außerdem ist der Feinschliff im Inneren der Klassenräume, wie Ausmalen und Ähnliches, fast überall abgeschlossen.

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(Foto: Andreas Heuberger, Österreichischer Konsul in Äthiopien, der die Schule und das Projektgebiet Ginde Beret im Oktober 2013 besucht hat)

Bis Ende 2013 werden noch die letzten Arbeiten erledigt und zum Beispiel die Fenstergläser eingesetzt.

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Außerdem werden die Wasserablaufrinnen um die Klassenraumblöcke betoniert. Diese sind während der Regenzeit wichtig um das strömende Regenwasser wegzuleiten. Der planmäßigen Fertigstellung der Schule steht somit nichts im Wege.

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Nach dem planmäßigen Abschluss der Bauarbeiten und der Einrichtung der Schule mit Mobiliar, ist die Ginde Beret Higher Secondary School im Januar für den Unterricht freigegeben worden. Die schönen, neuen Klassenräume sind nun in voller Verwendung – zur großen Freude für Schüler und Lehrer.

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Die Bauweise – TÜV-geprüfte Qualität

Menschen für Menschen errichtete auch die Ginde Beret HSS nach seinem vielfach erprobten Baumodell für Schulbauten. Dieses Baumodell wurde kürzlich auch vom TÜV Rheinland bewertet. Ende 2012 wurden vom TÜV Rheinland 29 unserer Schulen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und eingehend geprüft. Erfreulicherweise wurden unsere eigenen Erfahrungen und Überzeugungen voll bestätigt und die Schulbauten mit der Bestnote GUT bewertet.

Was zeichnet nun diese besondere Bauweise aus? Die Basis aller Gebäude ist ein stabiles Fundament aus Beton, Stahl und Steinen. Das Fundament wird grundsätzlich so hoch gebaut, dass alle Gebäude etwas erhöht über der Erdoberfläche stehen. Selbst bei starken Regenfällen kann dadurch kein Wasser in die Räume dringen. Zudem führt um alle Gebäude eine Rinne, durch die Regenwasser sofort abfließen kann. Auch die Wände und Böden aller Räume sind aus Beton und lassen sich dadurch leicht reinigen. Alle Gebäude schließen mit einem schützenden Blechdach ab. Durch eine besondere Stahlkonstruktion sind die Dächer selbst bei starkem Wind und heftigen Regenschauern widerstandsfähig. Dank der professionellen Bauweise halten die Schulen von Menschen für Menschen viele Jahrzehnte – sie sind brand- und erdbebensicher. Stabile Lamellen-Fenster schaffen eine helle und einladende Lernatmosphäre für Schüler und Lehrer. Nach Vollendung der Baumaßnahmen stattet Menschen für Menschen die Schule mit Tischen, Stühlen und Mobiliar für die Klassenräume, die Bibliothek und das Administrationsgebäude aus. Ein Grundstock an notwendigen Fachbüchern für die Bibliothek und den Unterricht wird ebenfalls bereitgestellt.

 

Umsetzung, Kontrolle und Verantwortlichkeit

Menschen für Menschen verfolgt in seiner Arbeit einen partizipatorischen Ansatz, der von Beginn an die lokale Bevölkerung sowie die regionale Administration einbezieht. Dies gilt als wichtige Voraussetzung um die Nachhaltigkeit der Projektarbeit sicherzustellen. In Bezug auf dieses Gymnasium war Menschen für Menschen für die gesamten Bauarbeiten verantwortlich, stellte die Baupläne sowie teilweise die Baumaterialien zur Verfügung und beauftragte eine äthiopische Baufirma mit der Umsetzung der Baumaßnahmen.

Die mit der Bauarbeit beauftragte äthiopische Baufirma wurde aus mehreren Bewerbern anhand eines umfangreichen und für alle Bauprojekte üblichen Ausschreibungsverfahrens gewählt. Ab Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr 2012 kontrollierte Menschen für Menschen gemeinsam mit Experten regelmäßig die Arbeit in Hinsicht auf Qualität und Einhaltung des Zeitplanes. Dieser konnte optimal eingehalten werden und die Schule wurde planmäßig Ende 2013 fertiggestellt und im Jänner 2014 für den Unterricht freigegeben. Von Menschen für Menschen beauftragte Bauunternehmen müssen in Vorleistung gehen und werden erst nach erfolgreich abgeschlossenen Bauabschnitten bezahlt. Alle von Menschen für Menschen bezahlten Rechnungen durchlaufen ein strenges und strukturiertes Rechnungsprüfungsverfahren, um dadurch die missbräuchliche Verwendung von Spendengeldern auszuschließen.

Das Grundstück für den Schulbau wurde kostenfrei von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Nach Fertigstellung des Gymnasiums ist die äthiopische Regionalregierung vertraglich verpflichtet der Schule die benötigten Lehrkräfte zuzuweisen, für das laufende Budget der Schule aufzukommen sowie für die Erhaltungsmaßnahmen Sorge zu tragen.

 

Kosten

Die reinen Baukosten in Äthiopien für alle Gebäudeteile des neuen Schulgeländes (7 Klassenraumblöcke, eine Bibliothek, ein Verwaltungsgebäude, zwei Trockentoiletten-Anlagen) betragen umgerechnet rund 390.000 Euro. Darüber hinaus importiert Menschen für Menschen einige Baumaterialien, die in Äthiopien selbst nicht produziert werden (Dachbleche und Stahlteile), aus Deutschland. Diese werden der äthiopischen Baufirma zur Verfügung gestellt und von dieser fachgerecht verarbeitet.

Hier können Sie einen Blick auf die Kostenaufstellung in unserem Bauvertrag werfen. Achtung! Alle Beträge sind in Birr, der äthiopischen Landeswährung.

Kostenaufstellung Ginde Beret HSS

 

In Äthiopien gibt es noch viele weitere Schulen die eine neue Einrichtung benötigen! Helfen Sie mit:

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Schulbank mit Tisch für die Haro Berbabo Mittelschule

Mit einer Spende von 65 Euro helfen Sie bei der Ausstattung der neuen Klassenräume der Haro Berbabo Mittelschule mit, in welcher langlebige Schulbänke und Tische benötigt werden. 

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