Die Papaya fällt nicht weit vom Stamm

Obstbäume wie Mango, Papaya oder Avocado sichern den Familien nicht nur ein Einkommen und verbessern die Ernährung. Sie rufen auch neue Geschäftsideen auf den Plan.

„Avocado und Papaya schmecken mir persönlich am besten“, erzählt Fromsa, während er eine frische Papaya aufschneidet, ihre Kerne ausschabt und das Fruchtfleisch in einen Standmixer steckt. Fromsa betreibt ein kleines Café in Kachisi. Seit einiger Zeit bietet er auch frisch gemachte Fruchtsäfte an – als bislang Einziger in der Region.

„Die Menschen hier schätzen das Angebot und erzählen ihren Verwandten, Nachbarn und Freunden von unseren frischen Säften“, zeigt sich Fromsa zufrieden. Viel Zeit zum Plaudern hat er nicht. Denn es ist ein typischer Samstag in Kachisi: Schon früh strömen die Menschen aus allen Ecken und Winkeln Ginde Berets in den Hauptort, um am großen Markt ihre Waren zu verkaufen. Dieser breitet sich nur ein paar Meter von Fromsas Café entfernt aus und wir machen uns gemeinsam geschwind auf den Weg, um Früchte einzukaufen.

Am Markt herrscht das geordnete Chaos: Verkaufsstände reihen sich aneinander, wo ausschließlich Stoffe oder selbstgewebte Schals verkauft werden, gleich daneben sitzen mehrere Schneider, die an diesem Tag ihre Nähstube auf den Markt verlegt haben.

 

Mit Schirm, Charme und Avocado

Einige Meter weiter muss man auf seine Schritte achten, denn hier sitzen die Bäuerinnen dicht gedrängt am Boden und haben ihre Produkte vor sich ausgebreitet: Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Kohl, Rote Rüben, Mangold, Paprika und vieles mehr. Das Angebot in Kachisi hat sich in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches verbessert. Gab es früher nur eine Handvoll Gemüsesorten, kleine Bananen oder Orangen zu kaufen, türmen sich mancherorts kleine Hügel voll Mangos, Papayas oder Avocados auf. Hinter einem dieser Hügel sitzt Agerash und bietet mit Schirm und einem Lächeln bewaffnet ihre ersten Avocados an.


Vor sieben Jahren hat Agerash die Avocadosetzlinge von der Baumschule, die Menschen für Menschen im Washa Catchment eingerichtet hat, erhalten. Das Gebiet war früher nur schwer zu erreichen und die Bevölkerung hatte mit den Folgen von Abholzung und Bodenerosion schwer zu kämpfen. Heute sieht das ganz anders aus: Der Talkessel wurde erschlossen und mittlerweile wird dort tonnenweise Kaffee geerntet und Gemüse und Früchte werden in großen Mengen auf den umliegenden Märkten verkauft.

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Die Familie der kleinen Bontu war eine der ersten, die im Washa Catchment Setzlinge für verschiedene Obstbäume bekam. 2012 haben wir sie beim Pflanzen von Avocado- und Papayabäumen besucht.

 

Global denken, regional kaufen

Auch in Fromsas Café kommen Früchte aus dem Washa Catchment zum Einsatz: „Das Obst für mein Geschäft kaufe ich immer hier am Markt ein“, erzählt Fromsa, während er uns zielstrebig durch die Menschenmassen des Markts manövriert. 10 bis 14 Birr bezahlt er für ein Stück, je nach Angebot. „Derzeit gibt es viele Papayas“, stellt Fromsa fest und packt gemeinsam mit einem Kollegen eine Kiste mit den süßen Früchten voll.

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Auch Tilahun hat schon früh erkannt, dass Papayas eine gute Einnahmequelle sind. 10 Birr kostet eine Frucht am Markt von Kachisi. Ein Papayabaum trägt schon nach knapp einem Jahr Früchte.

„Durch die Obstbäume verbessert sich nicht nur die Ernährung und das Einkommen der Familien“, berichtet Projektleiter Berhanu Bedassa. „Auch neue Wirtschaftszweige tun sich auf. Fromsa hat eine Möglichkeit erkannt, wie er hier in der Region ein Geschäft aufziehen kann, und diese Chance bestens genutzt.“

 

Alles hat ein Ende, nur die Papaya nicht

Zurück in Fromsas Café „Cuunfaa Keelloo“ freuen wir uns schon auf einen der frischen Säfte, die in verschiedenen Schichten gemischt serviert werden, wahlweise mit etwas Schwarzbeersirup garniert. Während Fromsa unsere Säfte zubereitet, fragen wir uns, weshalb er die Kerne so sorgfältig auffängt? „Wir kaufen ihm die Kerne zum Kilopreis ab“, erklärt Berhanu. „Daraus ziehen wir in den Baumschulen wieder Setzlinge.“ So schließt sich der Kreis. Und wir löffeln noch ein wenig glücklicher unseren „Cuunfaa“

Obstbäume wie Mango, Papaya oder Avocado sichern den Familien nicht nur ein Einkommen und verbessern die Ernährung. Sie rufen auch neue Geschäftsideen auf den Plan.

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