Unterstützerin Marianne H. und Markus Schwarz-Herda, ehemaliger Vorstand von Menschen für Menschen Österreich

Weitergeben, was einem wichtig ist

Marianne H. über ihre Testamentsspende

Unsere langjährige Unterstützerin Marianne H. spricht im Interview mit Katharina Schuh-Tesch von Menschen für Menschen Österreich über Solidarität, Menschlichkeit und ihr persönliches Testament.

Sie begleiten unsere Organisation bereits seit vielen Jahren. Wie haben Sie zum ersten Mal von Menschen für Menschen erfahren?

Marianne H.: Ich war noch ein Kind, als ich Karlheinz Böhm im Fernsehen bei der Sendung „Wetten, dass…?“ gesehen habe. Mich hat beeindruckt, dass er nicht nur eine Idee hatte, sondern daraus tatsächlich ein konkretes Projekt gemacht hat. Ich habe das im Hinterkopf behalten – und dann kam eine Zeit, als ich erwachsen war, wo ich wirklich gedacht habe, also jetzt spende ich mal ordentlich. Und dann kam die Frage: Wohin? Da ist mir Menschen für Menschen und die Sendung wieder eingefallen. Ich habe mir das Konzept noch einmal genauer angesehen und es war für mich klar: Ja, da möchte ich mitmachen
und auch etwas spenden.

Was hat Sie am Konzept von Menschen für Menschen überzeugt?

Besonders angesprochen hat mich damals der integrierte Ansatz: Bildung, Wasser, Landwirtschaft, Infrastruktur und Aufforstung greifen ineinander. Es geht nicht darum, irgendwo etwas hinzustellen und wieder zu gehen, sondern in einem respektvollen Miteinander gemeinsam mit den Menschen vor Ort langfristig etwas zu entwickeln und Verantwortung weiterzugeben.

Sie haben selbst erlebt, wie wichtig es sein kann, unterstützt zu werden. Wie hat diese Erfahrung Ihren Blick darauf verändert, füreinander da zu sein?

Ich bin mit meinen Eltern als Kind aus der DDR nach Österreich geflüchtet und wir wurden hier willkommen geheißen. Diese Erfahrung hat mich sicherlich geprägt und meine Eltern haben mir eine sehr humanistische Haltung mitgegeben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Ich glaube daran, dass Menschen grundsätzlich freundlich sind und Freundlichkeit wollen. Wenn jemand Hilfe braucht, sollte man helfen. Für mich ist es wichtig, auch dort hinzuschauen, wo andere vielleicht wegsehen. Und das tue ich auch.

Warum haben Sie sich entschieden, Menschen für Menschen in Ihrem Testament zu berücksichtigen?

Mich überzeugt besonders die Idee der Hilfe zur Selbsthilfe. Ich wünsche mir, dass eine Spende genau das ermöglicht: Menschen sollen Chancen bekommen und diese Chancen anschließend selbst in die Hand nehmen können.

Was möchten Sie mit Ihrer Testamentsspende bewirken?

Besonders wichtig ist mir Bildung und Ausbildung. Aber Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Sauberes Wasser, Ernährung und eine gesicherte Lebensgrundlage sind Voraussetzungen dafür sich weiterzuentwickeln. Ich wünsche mir für junge Menschen, dass sie die Möglichkeiten haben, ihren Weg selbst zu bestimmen – unabhängig davon, woher sie kommen.

Wenn man selbst so viel vom Leben geschenkt bekommt, möchte man irgendwann etwas davon weitergeben.

Marianne H., langjährige Unterstützerin von Menschen für Menschen Österreich

Unterstützerin Marianne H. und Markus Schwarz-Herda, ehemaliger Vorstand von Menschen für Menschen Österreich

Sie haben sich bewusst dazu entschieden, Ihren Nachlass zu regeln. Was hat Sie dazu bewegt?

Ich reise sehr gerne, und irgendwann habe ich mir gedacht, dass ich etwas hinterlassen und meinen Nachlass gut geregelt wissen möchte. Ich habe keine Kinder und keine nahen Angehörigen hier in Österreich – also wollte ich selbst bestimmen, was mit dem passiert, was ich im Laufe meines Lebens aufgebaut habe. Ich habe Menschen für Menschen und eine andere Organisation als Erben eingesetzt und daneben Legate an Verwandte und Freunde verteilt.

Sie sprechen auch offen über den Tod und Ihre Vorstellungen davon, was mit Ihrem Nachlass geschehen soll. Was bedeutet es Ihnen, diese Dinge geregelt zu wissen?

Der Tod gehört zum Leben dazu und sollte kein Tabuthema sein. Für mich ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass meine Dinge geregelt sind und ich offen in meinem Umfeld darüber spreche.

Was würden Sie Menschen sagen, die darüber nachdenken, eine gemeinnützige Organisation in ihrem Testament zu bedenken?

Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn man selbst so viel vom Leben geschenkt bekommt, möchte man irgendwann etwas davon weitergeben. Und genau dieses Weitergeben – darum geht es für mich beim Testament.

Wenn Sie Ihrer Testamentsspende eine Überschrift geben könnten: Welche wäre das?

„Macht was draus.“ – Das ist eigentlich genau das, was ich mir wünsche. Ich gebe etwas weiter und hoffe, dass damit an der richtigen Stelle etwas bewegt werden kann.

Sie engagieren sich seit vielen Jahren für andere Menschen. Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen und woran glauben Sie, wenn Sie an die Zukunft denken?

Ich glaube an das Gute im Menschen. Und ich glaube an Solidarität. Wenn wir uns füreinander interessieren, einander mit Empathie begegnen und gemeinsam etwas bewegen, fühlen wir uns auch weniger allein und weniger machtlos.

Das Interview führte Katharina Schuh-Tesch vom Menschen für Menschen-Team in Österreich.

Marianne H., langjährige Unterstützerin von Menschen für Menschen Österreich

Zur Person

Marianne H. ist seit 2013 Spenderin von Menschen für Menschen und begleitet unsere Arbeit seit mehr als einem Jahrzehnt mit viel Herz und Engagement.

Sie hat sich ehrenamtlich für unsere Organisation im Büro in Wien eingesetzt und unsere Arbeit über viele Jahre persönlich kennengelernt.

Auch heute unterstützt sie Menschen in Äthiopien regelmäßig mit ihren Spenden. Mit einer Testamentsspende möchte sie dieses Engagement über ihr eigenes Leben hinaus fortführen.
Portraitbild von Katharina Schuh-Tesch, Menschen für Menschen Österreich

Katharina Schuh-Tesch

Ihre Ansprechpartnerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: k.schuh-tesch@mfm.at
Mobil: +43 (0)670 400 31 08
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