Das äthiopische Team steht Arm in Arm beisammen und trägt T-Shirts mit dem Logo der Organisation.

Aktuelle Lage und Auswirkungen auf unsere Arbeit

Neue Kämpfe in Tigray

Im Tigray ist es Anfang August erneut zu Kämpfen gekommen. Für die Projektarbeit von Menschen für Menschen gibt es derzeit keine direkten Auswirkungen. Die Projekte und Nothilfeaktivitäten laufen wie gewohnt weiter. Die Organisation beobachtet die Sicherheitslage aufmerksam und steht in engem Austausch mit den lokalen Teams. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Gemeinden kann Menschen für Menschen die Bevölkerung auch in schwierigen Zeiten verlässlich unterstützen und bei Bedarf flexibel auf neue Entwicklungen reagieren.
Am 1. August 2026 wurden neue Gefechte im Westen der Region Tigray im Norden Äthiopiens gemeldet. Nach Angaben der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kam es nahe der Grenze zum Sudan zu Kämpfen mit Regierungstruppen. Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Eine unabhängige Bestätigung der jeweiligen Darstellungen liegt bislang nicht vor. Die erneuten Kämpfe sorgen für große Besorgnis, denn die Region ist von den Folgen des Bürgerkriegs, der von 2020 bis 2022 andauerte, noch immer schwer belastet.

Was bedeutet die aktuelle Lage für die Arbeit von Menschen für Menschen vor Ort?

„Was die Projektgebiete von Menschen für Menschen vor allem im Norden betrifft, beobachten wir derzeit keine direkten Auswirkungen auf unsere laufenden Projekte oder Nothilfeaktivitäten. Unsere Mitarbeiter:innen und Projektaktivitäten in Albuko arbeiten aktuell wie gewohnt weiter. Selbstverständlich verfolgen wir die Entwicklung sehr genau“, sagt Yilma Taye, Landesrepräsentant von Menschen für Menschen in Äthiopien, zur aktuellen Situation.

Die Sicherheitslage in Äthiopien kann sich regional sehr unterschiedlich entwickeln. Menschen für Menschen beobachtet deshalb die Situation in den Projektregionen aufmerksam und steht in engem Austausch mit den lokalen Mitarbeiter:innen und Partner:innen vor Ort. Die Sicherheit der Menschen und der Mitarbeitenden hat dabei oberste Priorität.

Verlässliche Unterstützung trotz schwieriger Bedingungen

Gleichzeitig zeigt die langjährige Arbeit von Menschen für Menschen in Äthiopien, dass auch in Krisenzeiten Unterstützung möglich ist. „Eine besondere Stärke unserer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort. Unsere Projekte orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an politischen Zugehörigkeiten. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dieser gemeindenahe Ansatz es ermöglicht, Menschen auch unter schwierigen Bedingungen weiterhin zu unterstützen“, betont Yilma Taye.

Je nach Entwicklung können laufende Maßnahmen angepasst oder – wenn erforderlich – durch humanitäre Hilfe ergänzen werden. Mögliche zukünftige Auswirkungen auf einzelne Projektregionen lassen sich derzeit noch nicht abschätzen. Menschen für Menschen ist darauf vorbereitet, auf mögliche Veränderungen zu reagieren.

Warum die Lage in Tigray so sensibel ist

Der Konflikt in Tigray steht im Zusammenhang mit komplexen politischen und gesellschaftlichen Spannungen innerhalb Äthiopiens. Gleichzeitig ist die Region eng mit den Entwicklungen in den Nachbarländern Eritrea und Sudan sowie mit der weiteren regionalen Lage verbunden. Zwischen Äthiopien und Eritrea bestehen seit Jahren politische und sicherheitspolitische Spannungen. Auch die Lage im Sudan, wo seit 2023 ein Bürgerkrieg andauert, wirkt sich auf die Grenzregionen und die humanitäre Situation in der Umgebung aus. Darüber hinaus bestehen Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten, unter anderem im Zusammenhang mit der Nutzung der Nil-Wasserressourcen.

Die verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Zusammenhänge machen die aktuelle Lage unübersichtlich. Wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Auswirkungen sie auf andere Regionen haben könnte, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen.

Wie hilft Menschen für Menschen in Notsituationen?

Menschen für Menschen unterstützt die Bevölkerung in Äthiopien seit vielen Jahren und hat auch während und nach dem Konflikt in Nordäthiopien humanitäre Hilfe geleistet. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem Familien in angrenzenden Regionen mit Nahrungsmitteln sowie Hygiene- und Haushaltsartikeln unterstützt. Zudem wurde ein Krankenhaus mit dringend benötigten medizinischen Materialien und Geräten ausgestattet. Auch angesichts der aktuellen Entwicklungen bleibt es entscheidend, Menschen in den betroffenen Regionen zu unterstützen und ihre grundlegende Versorgung zu sichern.

Gemeinsam für Menschen in Äthiopien

Die Entwicklungen in Tigray zeigen, wie schnell sich die Lebenssituation von Menschen in Krisenregionen verändern kann. Umso wichtiger ist es, dass Familien in Äthiopien auch in schwierigen Zeiten nicht allein gelassen werden.

Mit deiner Spende unterstützt du die Arbeit von Menschen für Menschen und trägst dazu bei, dass wir Menschen in Äthiopien auch in Krisenzeiten zur Seite stehen und langfristige Perspektiven schaffen können.
Portraitbild von Katharina Schuh-Tesch, Menschen für Menschen Österreich

Katharina Schuh-Tesch

Ihre Ansprechpartnerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: k.schuh-tesch@mfm.at
Mobil: +43 (0)670 400 31 08
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