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Zwei Frauen waschen sich an einer selbstgemachten Anlage die Hände

Corona Tagebuch

7.04.2020: Das Virus breitet sich weiter aus

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Corona-Tagebuch

An dieser Stelle berichtet unser Kollege Henning Neuhaus regelmäßig über die Lage in Addis Abeba sowie unseren Projektgebieten und beschreibt, wie sich der Alltag in Äthiopien aufgrund des Virus verändert.
Henning Neuhaus, der zusammen mit Muluneh Tolesa für die PR-Arbeit von Menschen für Menschen in Äthiopien zuständig ist, lebt seit 2018 in Addis Abeba und ist dort einer von nur drei nicht-äthiopischen Mitarbeitern im Project Coordination Office (PCO). Der Großteil der MitarbeiterInnen des Büros in Addis Abeba arbeitet mittlerweile aus dem Homeoffice.

Das Virus breitet sich weiter aus

Inzwischen haben wir uns alle hier in Addis an die täglichen Tweets oder Postings auf Facebook der äthiopischen Gesundheitsministerin Dr. Lia Tadesse gewöhnt, in der sie über den aktuellen Stand der Neuinfektionen berichtet. Es wird immer erwähnt, wie alt die jeweiligen PatientInnen sind, ob sie eine Reisegeschichte ins Ausland vorweisen und ob sie Kontakt mit bereits bestätigten Infizierten hatten. Bei den bisherigen Infektionen war es bis jetzt immer der Fall, dass diese Infektionskette zurückverfolgt werden konnte.

Die Lage wird ernster

Das änderte sich gestern mit Fall Nummer 44: Bei der 65 Jahre alten Frau aus Dukem, einer kleinen Stadt 37 km südlich von Addis Abeba, konnte weder eine Reisegeschichte, noch der Kontakt mit einer bereits bestätigten Infektion nachgewiesen werden. Somit hat Äthiopien nun den ersten offiziellen Fall von Covid-19 unabhängig der bereits bekannten Infektionsketten. Was bedeutet das für Äthiopien? Es bedeutet, dass die Lage ernster wird und dass das Virus sich schon weiter als bisher bekannt im Land ausgebreitet hat.

Zwei Frauen waschen sich an einer selbstgemachten Anlage die Hände

Einfallsreichtum auf einem lokalen Markt am Land: Eine öffentliche Anlage bietet den Menschen die Gelegenheit sich die Hände zu waschen.

Jetzt ist jeder Tag Weltgesundheitstag

Der Zufall will es, dass heute Weltgesundheitstag ist. Wenn ich mir jedoch unsere Situation seit Jahresbeginn anschaue, habe ich das Gefühl, dass inzwischen jeder Tag Weltgesundheitstag ist. Hier in Äthiopien wird vor allem vermehrt spürbar, dass das Virus längst nicht mehr nur auf Addis Abeba begrenzt ist. Die letzten Infektionen zeigen, dass er inzwischen auch schon in den ländlichen Gebieten angekommen ist. Dort, wo die Gesundheitsversorgung deutlich schlechter ist, und wo es an vielen einfachen Dingen mangelt, um dem Virus Einhalt zu bieten.

Es mangelt an Grundlegendem

In Österreich gibt es aktuell ca. 3.500 Beatmungsgeräte, welche insbesondere für ältere PatientInnen überlebenswichtig sein können. Im Gegensatz dazu hat Äthiopien mit seinen mehr als 100 Millionen Einwohnern nur 435 von solchen wichtigen Beatmungsgeräten. Auch mangelt es besonders im ländlichen Raum an Schutzanzügen, Atemschutzmasken und Medikamenten.
Menschen für Menschen hat daher die dringend notwendige Soforthilfe gestartet, um die mehr als 1 Million Menschen in unseren Projektgebieten – so gut wie es nur möglich ist – vor der sich immer weiter ausbreitenden Pandemie zu schützen. Es geht nicht nur um Schutzausrüstung und Medikamente, sondern auch um Hygienetrainings und sauberes Wasser.

Unsere Soforthilfe gegen eine weitere Verbreitung in Äthiopien

ch habe diesen Blog vor knapp zwei Wochen angefangen, um die Menschen in Deutschland und Österreich über die Situation hier in Äthiopien auf dem Laufenden zu halten. Doch heute, am Weltgesundheitstag, bitte ich die Leserinnen und Leser dieses Tagebuchs sich vor Augen zu führen, dass mit einem kleinen Betrag hier in Äthiopien schon viel geleistet werden kann. Vielen Dank fürs Lesen und für Ihre Unterstützung unserer Arbeit für die Menschen hier in Äthiopien!

- Henning Neuhaus, Menschen für Menschen, aus Addis Abeba

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E-Mail: m.hollauf@mfm.at
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Ausgabe 3/2020

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