Lomis neues Leben

„Am besten schmecken mir die Roten Rüben!“

Stolz hält Lomi die Roten Rüben in ihren Händen. Sie hat sie gerade erst vom Feld ihrer Eltern geerntet, wo die Rüben zwischen Kohl und Karotten sprießen. Sie schmecken ihr am besten und auch die kräftige rote Farbe des vitaminreichen Gemüses fasziniert die 10-Jährige.

Mutter und Tochter beim gemeinsamen Essen

Dass heute frisches Gemüse auf den Tellern der Familie landet, war bis vor kurzem noch undenkbar. Lomis Familie, die in einem kleinen Dorf rund 180 Kilometer westlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba lebt, war sehr arm. Auf ihrem kleinen Feld wuchsen früher nur Hülsenfrüchte und Getreide, das oft nicht gereicht hat, um alle satt zu machen und die Kinder nicht mit den notwendigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt hat. Immer wieder mussten Lomis Eltern Geld von lokalen Geldverleihern borgen, um durchzukommen. Um das geborgte Geld, das sie für Essen und Kleidung brauchten, zurückzahlen zu können, mussten manchmal auch die Kinder als Tagelöhner arbeiten. Lomis ältester Bruder musste für mehrere Jahre die Schule unterbrechen, um Geld für die Familie zu verdienen.

Der große Wandel kam vor einem Jahr. Da hat Lomis Familie begonnen, am Programm von Menschen für Menschen teilzunehmen. Der erste, wichtige Schritt in eine bessere Zukunft war der Landwirtschaftskurs, an dem Lomis Mutter Daksise teilgenommen hat und bei dem sie Saatgut für das Gemüse bekommen hat. Daksise hat dann auch den Kochkurs von Menschen für Menschen besucht, bei dem sie lernte, wie das Gemüse am besten zubereitet wird. Das neu Gelernte hat sie zuhause ihren Kindern gezeigt und Lomi hilft ihr seitdem gerne beim Kochen.

Frau sitzt auf gelben Wasserkanister und ihre Tochter steht neben ihr

Lomi und ihre Geschwister helfen nach wie vor tatkräftig mit, bei der Feldarbeit genauso wie beim Wasserholen und Saubermachen. Dass Lomi ihrer Mutter aber am liebsten beim Kochen hilft, liegt nicht nur an der Farbenpracht des frischen Gemüses, sondern auch daran, dass Lomis Familie seit kurzem einen neuen, holzsparenden Ofen hat. Die stabilen Ringe schützen die Köchinnen vor dem offenen Feuer, an dem sich Lomi früher oft die Finger und Arme verbrannt hat, und auch die Rauchentwicklung in der Hütte ist durch den neuen Ofen viel geringer.

Mädchen in Hütte schneidet Gemüse

Das frische Gemüse und der neue Ofen sind aber nicht die einzigen Neuheiten: Lomis Mutter Daksise hat auch schon am Kleinkreditprogramm von Menschen für Menschen teilgenommen, das sich speziell an die Frauen in den Dorfgemeinschaften richtet. In einem eigenen Kurs lernen sie wirtschaftliche Grundlagen und bekommen Unterstützung bei der Ideenfindung und Umsetzung ihrer Geschäftsidee.

Porträt einer Frau vor ihrer Hütte in Äthiopien

Daksise baute sich mit ihrem Kredit gleich zwei Standbeine auf: Zum einen kaufte sie einen Bullen, der die Felder pflügt. Zum anderen hat sie sich einen kleinen Handel mit Berbere, der traditionellen Gewürzmischung, Kaffee, Seife und Zucker aufgebaut. Die Mutter, die bis vor kurzem nicht wusste, womit sie ihre Kinder ernähren sollte, träumt heute von einem eigenen Geschäft. Doch das Wichtigste ist für sie, dass ihre Kinder durch das vitaminreiche Gemüse heute viel gesünder und kräftiger sind und sie alle die Schule besuchen können.

„Ich habe immer davon geträumt, meinen Kindern ein besseres Leben ermöglichen zu können“, erzählt Daksise.

Ihr Traum von einem besseren Leben ist ein Stück wie Wirklichkeit geworden.

Mutter steht mit ihren Kindern vor ihrer Hütte in Äthiopien

Lomis Familie hat schon viel geschafft. Helfen Sie mit, auch anderen Familien in Äthiopien den Weg aus der Armut zu ermöglichen!

 

Gemüsezucht Startpaket

Mit einer Spende von 15 Euro ermöglichen Sie ein Saatgutpaket mit verschiedenen Gemüsesorten inklusive einer landwirtschaftlichen Schulung zum Anbau.

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