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Über Äthiopien

Land und Umwelt

Cover des Nagaya Magazins 4 2020

Ausgabe 4/2020

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Flora & Fauna

Äthiopiens Landschaft und Tierwelt ist besonders vielfältig und einzigartig.

Äthiopien besteht nur aus Wüste und Einöde? Mitnichten! Das Land am Horn von Afrika besticht mit einer abwechslungsreichen Landschaft, wo sich zahlreiche seltene Tiere tummeln. Lerne hier das Land Äthiopien besser kennen.

Äthiopien im Überblick

Gesamtbevölkerung: 108 Mio. Fläche: 1,1 Mio. km² (etwa 13 Mal so groß wie Österreich) Hauptstadt: Addis Abeba mit etwa 4,8 Mio. EinwohnerInnen

Die Angaben zur Bevölkerungszahl, insbesondere in der Hauptstadt Addis Abeba, variieren stark. Die letzte offizielle Volkszählung fand 2007 statt. Die hier angegebenen Zahlen sind Hochrechnungen gemäß CIA Factbook.

Karte von Äthiopien

Quelle: Foto von TUBS, Creative Commons  

Äthiopien ist eine demokratische Bundesrepublik (Federal Democratic Republic of Ethiopia) und gliedert sich administrativ in 9 Regionalstaaten sowie 2 unabhängige Städte (Addis Abeba und Dire Dawa). Die Regionalstaaten sind weiter in Zonen gegliedert, die wiederum in Woredas (Bezirke) aufgeteilt sind. Die in der Regel kleinste Verwaltungseinheit sind die Kebele (Gemeinden).

Äthiopiens Entwicklung

In den vergangenen Jahrzehnten hat Äthiopien einen Aufwärtstrend erfahren – und das nicht nur in der boomenden Stadt Addis Abeba. Wenn man sich die Entwicklung des Landes in den vergangenen 25 Jahren ansieht, wird deutlich, dass sich die Lebensumstände der Menschen stetig verbessern.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser hat sich zum Beispiel immens verbessert: Hatte vor 30 Jahren nur rund einer von zehn Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser, so ist es heute jeder zweite. Die Kindersterblichkeit ist in derselben Zeit von 205 auf rund 67 Kinder je tausend Lebendgeborenen gesunken, die noch vor ihrem fünften Geburtstag sterben. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass sich Äthiopien auf einem guten Weg befindet, aber es gibt freilich noch viel zu tun und zu verbessern.

Eine Wiese mit gelben Blumen.

Äthiopien liegt am großen Grabenbruch, was man auch in unseren Projektregionen, wie hier in Ginde Beret, anhand der steilen Abbruchkanten sieht. Die gelben Fleckenteppiche sind die typischen Meskel-Blumen.

Geografie

Äthiopien liegt am Horn von Afrika im Nordosten des Kontinents und grenzt an Somalia, Kenia, Südsudan, Sudan, Eritrea und Djibouti. Seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993 besitzt Äthiopien keinen Zugang zum Meer. Die Vielfältigkeit Äthiopiens ist nicht zuletzt der abwechslungsreichen Topographie des Landes geschuldet: Der tiefste Punkt Äthiopiens liegt 116 Meter unter dem Meeresspiegel in der Danakil-Senke, der höchste Punkt ist der Ras Dashen mit 4.533 Metern. Rund die Hälfte der Landesfläche liegt höher als 1.200 Meter, was Äthiopien auch den Beinamen „Dach Afrikas“ einbringt. Selbst die Hauptstadt Addis Abeba liegt auf einer Höhe von etwa 2.400 Metern. Quer durch das Land zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch. Äthiopien weist daher spektakuläre landschaftliche Extreme auf, vom Hochgebirge mit schroffen Berghängen, zu Salzwüsten (Danakil-Wüste) und Savannen, von Tafelbergen zu vulkanisch entstandenen Seen, Canyons, die durch große Flüsse (Omo, Blauer und Weißer Nil) in den Fels geschnitten wurden und grünen Landstrichen.

Eine Frau mit Regenschirm

Vor allem in den höher gelegenen Regionen kann es in Äthiopien auch empfindlich kalt werden und besonders während der Regenzeiten auch durchgehend nass.

Klima

Das Klima Äthiopiens ist so vielfältig wie die Topografie und teilt sich in drei wichtige Zonen: der tropischen Zone bis 1.800 Meter, der warm-gemäßigten Zone von 1.800 bis 2.500 Meter sowie die kühle Zone über 2.500 Meter. So liegt zum Beispiel die Durchschnittstemperatur in der Hauptstadt Addis Abeba (rd. 2.400 Meter Seehöhe) im Juni bei 17 Grad und im Jänner bei 15 Grad. 

In Äthiopien gibt es zwei bedeutende Regenzeiten: Die große Regenzeit (Kiremt) zwischen Juni und September sowie die kleine Regenzeit (Belg) zwischen Februar und März. Die Niederschlagsmengen übers Jahr fallen von Region zu Region höchst unterschiedlich aus. So fallen in der trockensten Gegend um die Danakil-Senke im Schnitt nur rund 500 mm im Jahr, wohingegen im westlich gelegenen Hochland bis zu 2.000 mm jährliche Niederschlagsmengen niedergehen können (zum Vergleich: Wien verzeichnet eine Niederschlagsmenge von etwa 6-700 mm).

Flora & Fauna

Die topografische Struktur Äthiopiens lässt das Land in eine Reihe von relativ fest abgegrenzten Lebensräumen zerfallen. Die Isolation dieser Gebiete durch die Höhenlagen bzw. die Abschirmung durch umliegende Berge haben dazu geführt, dass die äthiopische Flora und Fauna ungewöhnlich reich an endemischen Spezies ist. So gibt es 31 Säugetiere, die ausschließlich in Äthiopien vorkommen. Dazu zählen zum Beispiel der Äthiopische Wolf, der Äthiopische Steinbock, die Sömmerringgazelle, der Blutbrustpavian Dschelada und der erst 1908 entdeckte Bergnyala. Zu den endemischen Vogelarten zählen unter anderem die Blauflügelgans, die Rougets Ralle und der Klunkeribis.

Ein Pavian sitzt auf einer Wiese

Der Dschelada, oder auch Blutbrustpavian, gehört zu den endemischen Tierarten Äthiopiens.

Nationalparks und Schutzgebiete bilden die wichtigsten Ökotope zur Erhaltung der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt Äthiopiens. In den verschiedenen Nationalparks sind eine Vielzahl von Tieren beheimatet, wie zum Beispiel in den Bale Mountains im Südosten und dem Semien-Gebirge im Norden oder des Landes.

Auch im Pflanzenreich finden sich zahlreiche Arten, die ihren Ursprung in Äthiopien haben. Schirmakazie, Baobab, Wacholder und Maulbeerfeigenbaum sind zum Beispiel typische Baumarten des Landes. Äthiopien ist auch das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Teff, der Minihirse aus der das typische Sauerteigfladenbrot Injera gemacht wird. Und nicht zuletzt gilt Äthiopien natürlich als das Ursprungsland des Kaffees von wo aus er vermutlich im 14. Jahrhundert nach Arabien gelangte.

Ein Vogel sitzt auf einem Ast

Äthiopien ist ein Paradies für Ornithologen. Zahlreiche endemische Arten tummeln sich hier. Diese Unterart des Eisvogels gehört zwar nicht dazu, trotzdem ein sehr hübsches Exemplar in der Projektregion Derra.

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