Nagaya Magazin 2/2016 – Die Welt zum Besseren verändern!

Das NGO-Magazin zu aktuellen Themen der nachhaltigen Entwicklungshilfe

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Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe

  • Seit 35 Jahren die Menschen im Mittelpunkt
  • Ein Einkommen zum Auskommen
  • „Jeder hat mal Hilfe gebraucht“

 

Reportage – „Die Welt zum Besseren verändern“

Seit 35 Jahren die Menschen im Mittelpunkt.

Wie würden Sie ein komplexes Problem in Ihrer Gemeinde, Ihrem Verein oder an Ihrem Arbeitsplatz lösen? Wahrscheinlich werden Sie erst einmal das Gespräch mit allen Beteiligten suchen um zu schauen wo vielleicht der Schuh drückt. Wo Meinungen und Auffassungen auseinander gehen, aber auch welche Ideen alle Beteiligten haben um das Problem zu lösen oder zumindest einmal den ersten Schritt in eine gemeinsame Richtung zu machen. Genau das machte Karlheinz Böhm, als er vor mittlerweile 35 Jahren nach Äthiopien fuhr, und revolutionierte mit seiner etwas eigenwilligen Art auch die Weise, wie Hilfe geleistet werden kann. Denn Zuhören, die Begegnung auf Augenhöhe und die Einbeziehung der Bevölkerung in konkrete Lösungen waren Anfang der Achtziger Jahre keine gängigen Wege der Entwicklungshilfe. Doch auch seit den ersten Schritten Karlheinz Böhms in Äthiopien ist viel passiert. Was geblieben ist, ist das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ – das die konkreten Bedürfnisse der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt.

 

Was die Zahlen verschweigen

Seit Gründung der Organisation wurde viel bewegt. So wurden zum Beispiel über 2.000 Brunnen gebaut und über 400 Schulen errichtet, hunderttausende Menschen wurden in Landwirtschaftskursen oder Kleinkreditprogrammen geschult und die angelegten Terrassierungen würden aneinandergereiht mehr als einmal um die gesamte Erde reichen. Aber das sind nur Zahlen, die nicht zeigen wie sich hunderte Lebenswege und Schicksale zum Positiven verändert haben. Die Zahlen zeigen nicht wie Menschen, die nicht wussten wie sie ihre Kinder ernähren sollen, zu erfolgreichen Bauern wurden. Oder wie sich mittellose Frauen dank eines Kleinkredits zu glücklichen Shop- Besitzerinnen und erfolgreichen Geschäftsfrauen entwickelt haben, die besonders stolz sind, dass sie ihren Kindern eine ordentliche Bildung ermöglichen können. Die Wirkung der Arbeit reicht aber noch viel weiter. Denn durch die Sicherung der Ernährung in ganzen Regionen bleiben Kinder von dem Schicksal der Mangelernährung und ihren Folgen verschont. Infektionskrankheiten, die vor allem für die Kleinsten lebensgefährlich werden können, sind rückläufig und wieder andere Krankheiten wie die tückische Augenerkrankung Trachom können mit gezielten Maßnahmen so gut wie ausgerottet werden. Der wichtigste Erfolg, der sich nicht so leicht messen lässt, ist jedoch die Unabhängigkeit von fremder Hilfe und der Stolz und die Freude jener Menschen, die nun eigenständig ihr Leben zum Besseren verändern können. Eine langfristige Wirkung, die dank der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender möglich wurde.

 

Abschluss ganzer Regionen

Der erklärte Wunsch Karlheinz Böhms war von Beginn an „eines Tages nicht mehr gebraucht zu werden“. Ein Wunsch, der mittlerweile schon in acht Projektregionen in Erfüllung ging: Hier konnte Menschen für Menschen sämtliche Projekte in die Verantwortung der Bevölkerung und Behörden übergeben und die Arbeit damit abschließen. Über 2 Millionen Menschen leben in diesen abgeschlossenen Projektregionen, wo die angestoßenen Projekte weitergeführt werden. Welche Früchte die Arbeit von Menschen für Menschen in diesen Regionen trägt, zeigt eine Untersuchung im ehemaligen Projektgebiet Merhabete. Fünf Jahre nach Beendigung der Arbeit wurde die langfristige Wirkung der Maßnahmen überprüft. Die Evaluierung erfolgte durch die unabhängige Beratungsorganisation FAKT, die zu folgendem Ergebnis kam: „Die Entwicklungszusammenarbeit von Menschen für Menschen ist effektiv und verbessert die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig.“ Doch was heißt das im Konkreten?

 

Was bleibt? Die Erfolge:

Grundsätzlich sagt die Evaluierung aus, dass die Projektanstöße von Menschen für Menschen heute zur Normalität in Merhabete gehören und sie das Leben der Menschen stark zum Positiven verändert haben. Das bedeutet auch, dass die geschaffene Infrastruktur weiterhin besteht und zum Projektabschluss erreichte Ziele weiter ausgebaut werden konnten. Nachhaltige Wirkung lässt sich jedoch auch messen, zum Beispiel wurde der Umfang geschützter und wieder aufgeforsteter Flächen zwischen Projektende im Jahr 2009 und 2014 verdoppelt, das Haushaltseinkommen hat sich in dieser Zeit verdreifacht und die Gemüseanbaufläche in der Region stieg von 1.678 ha auf 4.391 ha.

 

Die Armut besiegen!

In den vergangenen 35 Jahren konnte viel erreicht werden, aber genauso gibt es noch immer viel zu tun. Äthiopien, das rund 13 Mal so groß ist wie Österreich, gehört noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt, das durch Dürrekatastrophen wie jene der letzten Monate wieder vor eine große Herausforderung gestellt wurde. Dennoch zeigt sich, dass durch gezielte Maßnahmen in allen Lebensbereichen die Lebensqualität vieler Menschen verbessert werden kann. Durch eine höhere Vielfalt an Getreide und Gemüsesorten, verbesserter Lagerhaltung und alternativen Einkommensmöglichkeiten ist es der Bevölkerung in den Projektregionen von Menschen für Menschen nun möglich besser derartige Dürreperioden zu überstehen. Dies ermöglicht den Menschen eine Perspektive und verhindert, dass sie ihre Dörfer und ihre Heimat verlassen müssen. Aktuell ist Menschen für Menschen in elf Projektregionen aktiv, wo gemeinsam mit der Bevölkerung die Grundlage für ein selbstständiges Leben geschaffen wird, um so die Armut besiegen zu können.

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