Nagaya Magazin 4/2016 – Hilfe ist ein Geschenk

Das NGO-Magazin zu aktuellen Themen der nachhaltigen Entwicklungshilfe

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Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe

  • Ihre Unterstützung – Ein sinnvolles Geschenk von Dauer
  • „Stories of Ethiopia“ – Eindrucksvolle Filme aus den Projekten
  • Weihnachten in Äthiopien – Traditionen und Legenden

 

Reportage – „Hilfe ist ein Geschenk“

 

Haben Sie schon mal Hilfe gebraucht? Mit einer Sache, bei der Sie mit Ihrem Wissen, Ihrem Können oder auch Ihren ganz persönlichen Ressourcen einfach nicht mehr weitergekommen sind? Dann kennen Sie sicherlich das Gefühl, wie froh man ist, wenn einem jemand hilft und welch großes Geschenk diese Unterstützung in einer schwierigen Situation ist. Manchmal ist es Know-how, manchmal die richtige Idee, um eine Situation zu verändern. Manchmal sind es aber auch ganz konkrete Dinge. Wir möchten Ihnen heute ein paar Menschen aus unseren Projektregionen vorstellen, deren Leben sich durch etwas Hilfe und Unterstützung zum Positiven verändert hat.

 

Ein Webkurs ermöglicht mir einen Schulabschluss!

Alemnesh Abebe ist zwar noch jung, trotzdem hat sie es nicht leicht gehabt im Leben. Ihr Vater ist früh gestorben und ihre Mutter ist sehr arm. Aus Geldmangel hat sie die Schule abbrechen müssen. Nun nimmt sie an einem Webkurs in Kachisi von Menschen für Menschen teil. Sie ist die einzige Frau im Kurs, denn Weben ist in Äthiopien traditionell ein Männerberuf. Doch Alemnesh kümmert das wenig. Ihr großer Traum ist es, mit der Weberei genug Geld zu verdienen, um die Schule zu beenden und so eine gute Basis für die Zukunft zu haben.

Im Kurs lernt Alemnesh eine moderne Webtechnik, sodass sie qualitativ hochwertige Schals weben kann. Diese erzielen am Markt einen besseren Preis als die traditionell hergestellten. Neue Muster und Farben helfen zusätzlich die Nachfrage nach ihren Produkten zu steigern. Für sie ist der Webkurs ein großes Geschenk, denn er gibt ihr die Chance ihre Träume zu verwirklichen und unabhängig zu sein.

 

Mein Land hat eine Zukunft!

Tagasgen Dorissa ist Bauer mit einer großen Familie, aber einem sehr kleinen Stück Land von etwa einem Hektar. Dieses hat er jedes Jahr bestellt, doch im Laufe der Zeit wurde es immer noch kleiner: Ein Erosionsgraben fraß im wahrsten Sinne des Wortes das Land weg. Wie er das verhindern könnte, wusste er nicht. „Ich habe versucht Bäume zu pflanzen, aber das hat nicht funktioniert“, so Tagasgen Dorissa. „Letztendlich sind aber nur 0,25 ha übriggeblieben, auf denen ich etwas anbauen konnte.“ Eine Katastrophe für den armen Bauern, der ohnedies Probleme hatte seine Familie zu ernähren. Ein großes Gefühl der Hilflosigkeit machte sich bei Tagasgen breit. Denn ohne Land kein Einkommen und neues Land ist kaum zu bekommen. Gemeinsam mit Menschen für Menschen konnte aber eine Lösung gefunden werden.

Der Erosionsgraben wurde mithilfe von Drahtkörben geschlossen in die Steine geschlichtet werden. So wird das fruchtbare Land nicht weiter weggespült, sondern wird durch die Steine aufgefangen. Der Graben schließt sich so Stück für Stück. Zusätzlich werden Bäume und Gräser gepflanzt, deren Wurzeln das Erdreich festigen. Sie liefern Tagasgen aber auch ein Einkommen: Das Gras wird beispielsweise regelmäßig geschnitten und als Futtermittel verwendet. „Wenn wir die Erosionsgräben nicht schließen, breiten sie sich immer schneller aus und fruchtbares Land ist für immer verloren“, so Berhanu Bedassa, Projekteiter von Menschen für Menschen. „So ein Graben wächst in einem Jahr mehrere Kilometer, das geht unglaublich schnell. Vor 30 Jahren war hier überall noch Wald. Heute ist nichts mehr davon übrig. Daher ist es wichtig, dass wir wieder aufforsten und Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig dies ist.“

 

Unser Leben hat sich sehr zum Positiven verändert

Tsehay Berasse hat keine Schule besucht und weder Schreiben noch Lesen gelernt. Das Rechnen hat sie sich „irgendwie“ selbst beigebracht. Trotz dieser Hindernisse kann man Tsehay heute als erfolgreiche Geschäftsfrau bezeichnen. Begonnen hat ihre Karriere mit einer Schulung von Menschen für Menschen und einem Mikrokredit. „Früher war unser Leben nicht sehr gut, wir haben in einem kleinen Tukul  gewohnt, es war sehr eng. Wir hatten offenes Feuer und immer quälenden Rauch im Haus“, erzählt Tsehay. „Ich bin dann Mitglied einer Mikrokredit-Gruppe geworden. Wir Frauen haben Schulungen zur einfachen Buchführung erhalten und jede von uns hat eine Geschäftsidee entwickelt. Ein Mitarbeiter von Menschen für Menschen hat uns dabei unterstützt.

Schließlich sollten die Ideen auch in die Realität umgesetzt werden und uns später ausreichend Einkommen ermöglichen.“ Tsehay hat ihr Geld in Schafe investiert. Nachdem sie sich gut entwickelt hatten, konnte Tsehay die Schafe mit Gewinn verkaufen. Das hat sie mehrmals wiederholt und ist heute stolze Besitzerin eines kleinen Geschäftes. Auch einen Ochsen konnte sie sich anschaffen, der beim Bestellen des Feldes hilfreich ist. „Wir haben jetzt ein bescheidenes Haus, in dem meine Familie wohnt. Ich bin sehr stolz, dass wir dank meines Einkommens heute ein besseres Leben führen können. Ich kann alle meine Kinder problemlos zur Schule schicken. Der holzsparende Ofen, den ich von meinem Einkommen gekauft habe, macht mir auch viel Freude. Ich bin nun nicht mehr permanent dem beißenden Rauch ausgesetzt und brauche auch nicht mehr so viel Holz. Mein Wunsch für die Zukunft ist es, dass mein Sohn einmal studiert und alle meine Kinder ein gutes Leben führen können.“

 

Wir haben die Hoffnung, dass unser Leben jetzt besser wird

„Wir hoffen, dass wir bald sauberes Trinkwasser und eine medizinische Versorgung bekommen“, erzählen Tasitu und Bekele Chamala. Sie und ihre Kinder leben in Taphisa Sankori, einem sehr entlegenen Gebiet in der Projektregion Ginde Beret. Hier wurde erst vor kurzem mit der Umsetzung der Maßnahmen von Menschen für Menschen begonnen. Dennoch ist die Arbeit der Organisation schon in den Dörfern bekannt. Auch Tasitu und Bekele haben die Hoffnung, dass sich ihr Leben zum Besseren verändert. „Ich interessiere mich vor allem für den Landwirtschaftskurs“, erzählt Bekele, „unser Stück Land ist sehr klein und die Ernte reicht nicht das ganze Jahr über. In den Monaten vor der nächsten Ernte sind wir deshalb auf fremde Hilfe angewiesen.“

Bekele und Tasitu schöpfen für sich und ihre Kinder Hoffnung. Denn schon ein kleiner Anstoß kann das Leben einer ganzen Familie verändern.

 

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