Äthiopien bereisen

Hinweis: In ganz Äthiopien gilt seit dem 8. Oktober 2016 der Ausnahmezustand. Eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage im gesamten Land ist nicht auszuschließen. Aktuelle Hinweise und Informationen zur Sicherheitslage vor Ort entnehmen Sie bitte der offiziellen Seite des Außenministeriums:

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Äthiopien, das alte Abessinien, zu bereisen ist nicht nur wegen der atemberaubenden Landschaft ein aufregendes und für Fotografen ergiebiges Abenteuer. Eine Reise in dieses Land verspricht gleichzeitig auch ein unvergessliches Kulturerlebnis, ein Eintauchen in die geschichtliche Entwicklung unserer eigenen europäisch-christlichen Kultur. Hier wurde das prähistorische Skelett einer Frau aufgefunden („Lucy“), die den Schätzungen nach ca. 3,2 Mio. Jahre alt und ein wichtiges Bindeglied in der Entwicklungsgeschichte des Homo sapiens ist. Zu Recht wird Äthiopien daher auch als „Wiege der Menschheit“ bezeichnet. Darüber hinaus beherbergt dieses Land der Überlieferung nach die Bundeslade mit den Gesetzestafeln Mose, welche von der Königin von Saba nach dem Tod König Salomons bzw. von deren gemeinsamem Sohn, dem ersten König Äthiopiens, Menelik I, in die heilige Stadt Aksum verbracht worden sein soll. Durch die zeremoniellen religiösen Bräuche und Traditionen gibt dieses Land auch beredtes Zeugnis von der frühchristlichen Glaubensentwicklung, bewahrte sich doch die christliche Bevölkerung Äthiopiens ihren alexandrinisch-orthodoxen Ritus.

Im Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen beweist die äthiopische Bevölkerung außerdem seit Langem, dass friedliches Miteinander keine Frage der Religionszugehörigkeit ist und erlaubt dem Besucher auf diesem Wege kulturelle Höhepunkte unterschiedlicher Traditionen und Religionen zu erleben. Beeindruckend sind dabei sowohl Kunstwerke mit christlich religiösem Hintergrund, etwa Ikonen, Wand- bzw. Deckenmalereien in den traditionell oft runden Kirchen, Prozessionskreuze und Silberschmuck, als auch der farbenfrohe Anblick der in traditionelle Tücher gehüllten Frauen in den muslimischen Gegenden.

 

Sightseeing-Highlights

Ankommend in der jungen Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba, startet man mit einer Besichtigung der dortigen Dreifaltigkeitskirche sowie des Nationalmuseums, in dem „Lucy“ schlummert.

Von Addis kann man nordwärts nach Bahir Dar fahren, wo nicht nur das bedeutende Kloster Debre Libanos aus dem 13. Jhd. besichtigt werden kann, sondern auch der Canyon, den der Blaue Nil in die Landschaft geschnitten hat. Bahir Dar liegt am großen Tana-See, in dessen Mitte auf einer Insel das Kloster Ura Kidane Mihret aus dem 14. Jh liegt, in dem Wandmalereien sehenswert sind.

Weiter Richtung Norden durch die Taragedam-Berge liegt die erste Hauptstadt Äthiopiens und religiöses Zentrum des Landes, Gondar, wo die alte Kaiserstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Will man landschaftlich-überwältigende Eindrücke sammeln, fährt man weiter über das Hochplateau mit weiten Ausblicken, rauschenden Wasserfällen und vielleicht auch einigen Begegnungen mit der endemischen Fauna zum höchsten Berg Äthiopiens, dem Ras Dashen, dem „Dach Afrikas“ mit 4620m. Durch die Simien-Berge mit ihren wilden Schluchten, steilen Felswänden und Tafelbergen, dem „Spielplatz der Götter“ (UNESCO-Naturerbe) nordwärts liegt die heilige Stadt Aksum, in der neben den Königsgräbern und den darüber errichteten monolithischen Stelen auch die Marien-Kathedrale besucht werden kann (UNESCO-Weltkulturerbe). Neben dieser befindet sich eine Kapelle, in welcher die Bundeslade verwahrt und gehütet werden soll. Nördlich von Aksum liegt Adua, wo am 1. März 1896 der entscheidende Sieg gegen Italien errungen wurde.

Wieder südwärts durch die Adua-Berge gelangt man nach Mekele, wo Ruinen des Mondtempels von Yeha besichtigt werden können. Weiter südwärts folgt ein Highlight für Kulturhistoriker: Lalibela mit seinen weltberühmten, einmaligen Felsenkirchen (UNESCO-Weltkulturerbe), die auch als achtes Weltwunder tituliert wurden. Einst erhielt ein weiser König Äthiopiens hier im Traum der Sage gemäß den Befehl, ein neues Jerusalem zu bauen. So wurden die 11 Kirchen aus dem Felsen herausgehauen!

Auf der weiteren Reise südwärts teils entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, teils diesen querend gelangt man nach Harar, eine Stadt die für äthiopische Muslime nach Mekka, Medina und Jerusalem die viertheiligste und auch UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Für Naturinteressierte ist auch der Nationalpark Awash einen Abstecher wert, in dessen Mitte der Vulkan Fantale liegt (UNESCO-Naturerbe). Hier ist eine pittoreske Landschaft zu bestaunen. Auch vielfältige Tiere gibt es dort zu beobachten, eine Begegnung mit einem der dort lebenden Leoparden wäre aber vielleicht nicht ganz ungefährlich.

(Fotos: Dr. Peter Porpaczy)

In Tiya sind die insgesamt 36, teils reliefierten Stelen aus der äthiopischen Antike zu besichtigen, die etwa 5 m hoch senkrecht im Boden stehen und als Grabsteine verwendet wurden. Auch sie sind UNESCO-Weltkulturerbe.

Vorbei am Langano-See gelangt man weiter südwärts zu weiteren Nationalparks, dem Nechisar- und westlich davon dem Mago-Nationalpark. Auf dem weiteren Weg quer durch Südäthiopien passiert man das Land der wandernden Hirtenvölker, wie etwa Omo, Mursi, Konso (UNESCO-Kulturlandschaft) und Dorze, deren Bevölkerung gegen ein Foto (natürlich gegen Bezahlung) nichts einzuwenden und auch einiges zu bieten hat an spektakulärem Haar- oder Gesichtsschmuck.

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(Fotos: Dr. Peter Porpaczy)

Sowohl am Chamo- als auch am Abaya-See liegt die Universitätsstadt Arba Minch, deren Universität eine der größten des Landes ist. Die beiden Seen werden von der so genannten „Brücke Gottes“, einer Hügelkette, voneinander getrennt. Sehenswert ist hier die Krokodil-Farm; es besteht auch die Möglichkeit zur Flußpferdbeobachtung (Hippo Watching), die in Bootstouren angeboten wird.

Egal ob Kultur oder Natur – Äthiopien ist definitiv eine Reise wert.

 

Gemeinsam für Äthiopien

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