Stadt Land Flucht

„Wir mussten unsere Heimat verlassen und als Straßenhändler in der Stadt leben. Jetzt sind wir endlich wieder zuhause und können vom Obst- und Gemüseanbau auf unserem Hof leben.“

Workenesh, Bäuerin und Mutter von zwei Kindern, lebt heute gemeinsam mit ihrem Mann Megersa in Ginde Beret. Doch das war nicht immer so.

Bis vor einigen Jahren gab es zu Megersas Heimatdorf keine Zufahrtsstraße, in der ganzen Region fehlte sauberes Trinkwasser und es gab nur wenige Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Wie so viele hat auch Megersa von einem besseren Leben geträumt und sich auf den Weg gemacht. Er zog nach Ambo, rund 2,5 Fahrstunden von seiner Heimat entfernt, wo er als Gewürzhändler sein Glück versuchte.

„Es war sehr schwierig. Ich konnte kaum von meinem Einkommen leben, meine Träume von einem guten Leben ohne existentielle Sorgen haben sich auch in der Stadt nicht erfüllt.“

äthiopische BauernWährend Megersa sein Glück in der Stadt suchte, hatte sich seine Heimatregion weiterentwickelt. Seit 2011 arbeiten die Mitarbeiter von Menschen für Menschen in Ginde Beret. In dieser Zeit wurden gemeinsam mit der Bevölkerung Zufahrtswege geschaffen, landwirtschaftliche Schulungen durchgeführt und Brunnen und Quellfassungen gebaut.

Zurück nach Hause

„Über sechs Jahre war ich weg. Als ich vor drei Jahren zurückkehrte, hat mir mein Vater ein kleines Stück Land überlassen. Doch anfangs wusste ich auch nicht so recht, was ich anbauen sollte. Also habe ich Zuckerrohr gepflanzt“, erzählt Megersa. „Erst als mir die Nachbarn von den Landwirtschaftskursen erzählten, habe auch ich die Unterstützung gesucht und im Training etwas über Gemüseanbau gelernt. Dank der vielen verschiedenen Sorten kann ich heute den Lebensunterhalt für mich und meine Familie bestreiten.“

Megarsa mit Sohn bei Apfelbäumen

Auf dem kleinen, gepflegten Grundstück wachsen nun Kaffee, Papaya, Paradeiser, Mangold und sogar Apfelbäume. Vor allem die beiden kleinen Söhne sind ganz begeistert. Sie lieben den süßen Geschmack der Äpfel, die vor allem in den ländlichen Regionen einen guten Preis auf dem Markt erzielen.

Megersa und Workenesh haben den Weg zurück zu ihren Wurzeln gewagt. Die Träume, die sie einst in der Ferne gesucht hätten, erfüllen sich jetzt in ihrer Heimat.

Den Menschen eine Perspektive in der Heimat geben

So wie Megersa geht es noch vielen Menschen in den abgelegenen Regionen Äthiopiens. Dibaba ist eine von vielen Frauen, die nicht wissen, wie sie ihre Familie ernähren sollten. Sie stellt einfache Deckel fürs Injera-Backen her und verdient damit ein wenig Geld. Doch es reicht hinten und vorne nicht. Vier ihrer Kinder arbeiten bei anderen Bauern. Als Lohn erhalten sie ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. An eine Ausbildung ist nicht im Geringsten zu denken.

Dibaba - Mutter mit Kind

„Unsere Ernte reicht nicht aus. Meine Kinder müssen bei anderen Bauern arbeiten, wo sie etwas zu essen bekommen.“

Dibaba ist fünffache Mutter und lebt in der neuen Projektregion Jeldu. Die ersten Maßnahmen können wir in Jeldu bereits umsetzen und die Bevölkerung beteiligt sich mit viel Tatendrang an der Arbeit. Diese Beteiligung ist grundlegend für langfristige Erfolge.

Frauen wie Dibaba können sich durch verschiedene Kurse und Trainings selbst aus der Armut befreien und ihren Kindern ein besseres Leben und Bildung ermöglichen. Davon profitiert nicht nur die Familie selbst, sondern langfristig auch die ganze Region.
Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Ihrer Unterstützung die wichtigen Schritte für eine bessere Zukunft setzen können!

Fünftägiger Landwirtschaftskurs

Mit einer Spende von 15 Euro ermöglichen Sie einen 5-tägigen Landwirtschaftskurs für einen Bauern zur Verbesserung der Erträge und den Schutz der Umwelt.

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