Lernen möglich machen

Langlebige Schulen für gute Bildung

Angestrengt versucht sich Tsehay darauf zu konzentrieren, was der Lehrer gerade auf die Tafel schreibt. Doch das ist gar nicht so einfach. Es liegt nicht nur an den vielen Kindern, mit denen sie sich den engen Raum teilt. Oder an der schlechten Sicht in dem dunklen Klassenzimmer, wo nur durch ein kleines Fenster etwas Tageslicht kommt. Es sind auch die Sandflöhe, die den Kindern zu schaffen machen: Sie hausen in der gestampften Erde, auf der die schmalen Bänke der Schulkinder stehen, und die sie mit ihren stechenden und juckenden Bissen vom Lernen abhalten.

„Die Flöhe beißen uns und es juckt ganz fürchterlich an den Beinen“, erklärt uns Tsehay bei unserem Besuch in der Schule. Die kleinen Quälgeister sind zwar lästig, aber ein noch größeres Problem sind die Termiten, die die Holzbalken der alten Schule befallen haben.

 

Afrikanisches Mädchen arbeitet an der Tafel in Schulklasse

 

„Eigentlich ist es verantwortungslos, in diesen Gebäuden Kinder zu unterrichten. Sie sind so baufällig, dass sie fast einstürzen!“, berichtet der Direktor der Taphisa Madale-Schule, Tewodros Bayisa. Er macht sich große Sorgen um die fast 800 Kinder, die seine Schule besuchen. Direktor Tewodros gibt sich zwar große Mühe, das Schulgelände und die Klassenräume möglichst sauber zu halten. Doch gegen den Termitenbefall hat er keine Chance.

Wie die meisten traditionellen Schulen in Äthiopien sind auch die Klassenräume der Taphisa Madale Schule nur baufällige, dunkle Hütten aus Stroh und Lehm, ohne festen Boden und ohne ausreichenden Lichteinfall. Wenn es regnet, schützt das desolate Dach die Kinder nicht einmal vorm Nasswerden.

„Es ist sehr eng und dunkel in der Klasse. Ich kann kaum etwas auf der Tafel lesen. Die Luft ist schlecht und das Ungeziefer am Boden macht es mir schwer, mich zu konzentrieren“, erzählt Tsehay von ihrem Schulalltag.

 

Afrikanischer Junge unterrichtet seine Mitschüler im Freien
Die Kleinsten müssen unter freiem Himmel das ABC lernen. In ihrer Schule gibt es für 800 Kinder nur neun Klassenräume.

 

Nur neun Klassenräume stehen den fast 800 Kindern zu Verfügung – das ist zu wenig, so dass die Kleinsten unter freiem Himmel das ABC lernen müssen. Noch eine große Sorge, die Direktor Tewodros mit sich herum trägt. Denn sobald die Regenzeit kommt, können die Kinder nicht mehr draußen lernen.

„Ich wünsche mir so sehr, dass die Kinder bessere Klassenräume bekommen, anständige Tische oder sogar eine kleine Bibliothek zum Lernen!“, so der Direktor, der weiß, wie wichtig Bildung ist. Lesen und schreiben zu können und sich selbstständig neues Wissen aneignen zu können, sind wichtige Grundlagen dafür, dass die junge Generation die Entwicklung einer Region voranbringen kann. Nur so haben sie die Chance, sich neue Einkommensmöglichkeiten fernab der Landwirtschaft aufzubauen und weiterführende Schulen zu besuchen, wo sie zu gefragten Facharbeiterinnen und Facharbeitern ausgebildet werden. Dafür brauchen die Kinder aber zuerst neue Schulen, in denen sie gut lernen können.

 

Afrikanischer Junge in der Schulklasse beim Lernen
„Ich finde die Fenster am besten, weil es so schön hell ist!“, erzählt Chala, Schüler der neuen, von Menschen für Menschen gebauten Ereri Terara Schule, begeistert.

 

Um den Kindern eine möglichst gute Lernumgebung zu ermöglichen, baut Menschen für Menschen daher langlebige Schulen aus Stein mit einem sauberen Betonfundament, in denen weder Sandflöhe die Schulkinder vom Lernen abhalten, noch Gefahr in Form von Termiten im Holzgebälk lauert. Luft- und lichtdurchlässige Lamellenfenster sorgen für ausreichend Helligkeit und eine stabile Dachkonstruktion schützt die Kinder vor Wind und Wetter. Tische und Bänke helfen den Schülerinnen und Schülern ebenso dabei, dem Unterricht gut folgen zu können und die Bücher aus der dazugehörigen Schulbibliothek unterstützen den Unterricht.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Kindern wie Tsehay eine gute Lernumgebung und damit eine hoffnungsvolle Zukunft!