Eine Ziege für Alemi

Stolz zeigt uns Alemi das Zicklein ihrer Mama. „Ich hab es heute schon gefüttert!“, erzählt sie uns. Ihre Mama Bayise sitzt lächelnd daneben und töpfert gerade eine neue Kaffeekanne. Dass sie ihrer Familie heute ein gutes Auskommen ermöglichen kann, hätte sie noch vor wenigen Jahren nicht gedacht.

Bayise hat ihren Mann früh verloren. Für sie und ihre Kinder bedeutete das ein Leben in Armut. Sie lebten in einer kleinen Hütte, die aus einem einzigen Raum bestand. Das Strohdach war löchrig und hat nur wenig Schutz vor Wind und Regen geboten. „Damals war ich oft verzweifelt“, erzählt uns Bayise. „Ich wusste nicht, woraus ich für Alemi und ihre Geschwister etwas kochen soll.“ An einen Schulbesuch aller Kinder war damals gar nicht erst zu denken.

Mit dieser Problematik ist Alemis Familie nicht allein. Obwohl jedes Kind in Äthiopien eingeschult werden muss, brechen mehr als die Hälfte der Kinder (63,4%) die Grundschulbildung vorzeitig ab (Quelle: CIA Factbook, März 2018). Die Gründe dafür sind vielfältig und oftmals vor dem Hintergrund großer Armut der Familie zu sehen. Denn dann müssen Kinder beispielsweise am eigenen, kleinen Feld oder am Feld eines anderen Bauern mitarbeiten.

Bei Mädchen kommt noch verschärfend hinzu, dass sie traditionellerweise für das Wasserholen für die Familie zuständig sind. Im Durchschnitt bedeutet das jeden Tag 6 Kilometer Fußmarsch für sie, am Rückweg mit schweren Wasserkanistern am Rücken. Wenn sie das Wasser aus ungeschützten Wasserstellen abschöpfen müssen, ist zusätzlich das Befüllen der Kanister sehr mühsam und zeitraubend.

Darüber hinaus fallen bei einem Schulbesuch Kosten für Schulkleidung und für die nötigen Schulmaterialien an. Eine große Herausforderung für die Familien, die meist eine vielköpfige Kinderzahl zu versorgen haben.

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Heute töpfern Mutter und Tochter manchmal gemeinsam.

Für Alemis Familie kam die große Veränderung 2015. Da hat ihre Mama Bayise vom Töpferkurs von Menschen für Menschen erfahren. Sie konnte das Töpfern schon ein bisschen, aber ihre Kannen und Töpfe erzielten keinen guten Preis am Markt. Bayise nahm all ihren Mut zusammen und meldete sich zum Kurs an. Im Kurs lernte sie andere Frauen kennen, die sich in einer ähnlichen Situation befanden wie sie – wie die Kursleiterin, die früher selbst einen Töpferkurs von Menschen für Menschen besucht hat und heute ihr Wissen an zahlreiche Frauen weitergibt. Das gab ihr wieder Mut und Selbstvertrauen, dass sich ihr Leben ändern kann.

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Bayise verdient mit ihrer Töpferware am Markt heute dreimal so viel wie früher.

Im Töpferkurs lernte Bayise, Töpferware mit besserer Qualität und modernen Designs herzustellen. Ihre Kannen und Töpfe waren nach dem Kurs sehr gefragt am Markt und Bayise verdiente rasch dreimal so viel wie früher mit ihrer Töpferware.

Durch das bessere Einkommen veränderte sich das Leben ihrer Familie von Grund auf. Sie mussten nicht mehr Hunger leiden und konnten ein Lehmhaus errichten, das mehr Platz bietet und Bayise und ihre Kinder vor Regen schützt. „Unser neues Haus hat eine Küche und einen eigenen Stall für die Ziegen“, erzählt uns Bayise, während sie konzentriert an der neuen Kaffeekanne arbeitet.

Den Stall für die Ziegen brauchen sie dringend, denn Bayise arbeitet tatkräftig weiter für eine gute Zukunft für sich und ihre Kinder. Nach dem Töpferkurs hat sie am Kleinkreditprogramm von Menschen für Menschen teilgenommen und sie züchtet jetzt auch Ziegen. „Die Ziegen sind mein Sparbauch auf vier Beinen“, lacht Bayise. „Durch das Kleinkreditprogramm konnte ich junge Ziegen kaufen, sie aufziehen und gewinnbringend wieder verkaufen. Heute züchte ich sie auch. Die Ziegen sind eine wichtige Basis, um meine Kinder gut zu versorgen.“

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Bayise ist stolz, dass sie heute ihre Kinder gut versorgen kann.

Wenn Alemi von der Schule nachhause kommt, spielt sie gerne mit dem kleinen Zicklein, das eine der Ziegen vor kurzem zur Welt gebracht hat. Dass alle ihre Kinder jetzt die Schule besuchen können, macht Bayise besonders glücklich: „Mein größter Stolz ist, dass nun alle Kinder in die Schule gehen können. Jetzt haben alle eine gute Basis für die Zukunft. Meine Träume sind wahr geworden!“

Für Frauen wie Alemis Mama Bayise bedeuten Kurse wie der Töpferkurs und der Kleinkreditkurs einen Weg aus der Armut. Sie geben ihnen eine Lebensgrundlage, Mut und Selbstvertrauen.

Helfen Sie mit und ermöglichen Sie Familien wie jener der kleinen Alemi eine bessere Zukunft!

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