Die Fäden fest in der Hand

Sie sind beliebte Souvenirs und finden regelmäßig ihren Weg ins Gepäck von Äthiopien-Besuchern: Äthiopische Schals, in prächtigen Farben oder reinem Weiß mit bunten Verzierungen, mal etwas fester, mal zart zu leichtem Stoff gewoben.

Doch Schal ist nicht gleich Schal. Jeder hat seine eigene Bedeutung und Bestimmung. Deressa Regassas Leben dreht sich um Gabis und Netelas. Er lebt in Abune Ginde Beret und ist ein bekannter Weber in Bake Kelate. Die Tücher, die er webt sind traditionelle Schals. Gabis sind fest gewobene Tücher, fast schon so groß wie Decken, und werden von Männern getragen. Netelas hingegen werden von Frauen getragen. Es sind feine Tücher, aber ebenso wie ein Gabi in Weiß gehalten und an den Enden mit einem bunten, eingewobenen Bordüre verziert.

Die Herstellung dieser Schals verlangt ein gewisses Können und natürlich kann ein Weber, der besonders kunstvolle Verzierungen einwebt, die schönen Stücke um einen besseren Preis verkaufen. Um das zu lernen, besuchte Deressa einen Webkurs von Menschen für Menschen. Dabei lernte der nicht nur, wie er seine Technik verbessert und verfeinert, er arbeitete im Kurs auch an einem moderneren Webstuhl, den er im Anschluss an den Kurs zu einem geförderten Preis erstand.

Früher arbeitete Deressa wie seine Zunftbrüder traditionellerweise mit einem fußbetriebenen Webstuhl, für den er ein Loch im Boden graben musste, heute sitzt er an seinem neuen Webstuhl im Haus. „Schneller bin ich nun zwar nicht“, erzählt Deressa bei einer Stippvisite bei ihm zuhause, „aber die Qualität ist nun viel besser. Außerdem verletze ich mich jetzt nicht mehr. Den alten Webstuhl konnte ich nämlich nur barfuß mit meinen Zehen bedienen, dabei habe ich mir oft die Füße verletzt.“

Während Deressa schon fröhlich an seinem neuen Webstuhl werkt, steht Genet Tolera noch am Anfang ihres neuen Lebensabschnitts, als wir sie Ende 2014 kennenlernen: die fünffache Mutter besucht einen Nähkurs in Bake Kelate. „Den Nähkurs mache ich, um meine Kinder in Zukunft ordentlich ernähren zu können und im Haus einiges zu verändern“, erzählt Genet Tolera.

Dank Ihrer Spenden können die Frauen bald selbständig Geld verdienen.

Der Kurs richtet sich ganz gezielt an Frauen wie Genet, die über zu wenig Land verfügen, um ihre Familien ausreichend ernähren zu können. Außerdem müssen die Kursteilnehmerinnen schon grundlegende Erfahrung mit sich bringen. „Ich habe vorher schon Flickarbeiten erledigt. Allerdings musste ich mir dafür oft eine Maschine ausleihen. Von meinem Verdienst ist mir dann nicht viel geblieben“ erzählt Genet.

Genets ganze Geschichte lesen Sie hier.

 

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