EU-Afrika Forum: Entwicklungszusammenarbeit schafft wichtige Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung Kopieren

Menschen für Menschen: Nichtregierungsorganisationen (NGOs) leisten durch Bildungseinrichtungen und durch die Umsetzung von Gesamtkonzepten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung.

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Bildnachweis: Menschen für Menschen/Naod Lemma
 
Wien, 19.12.2018 – Zahlreiche DiskussionsteilnehmerInnen des EU-Afrika Forums betonten gestern die Bedeutung von Bildung als Schlüsselfaktor. Denn Modernisierung durch Digitalisierung und Wirtschaftskooperationen können nur stattfinden, wenn es auch entsprechende Fachkräfte in den Ländern gibt. Dazu kommt, dass nach wie vor rund 70% der afrikanischen Bevölkerung in der Landwirtschaft – fernab jeder Digitalisierung – tätig sind. Diese können kaum von Maßnahmen, die sich, bedingt durch die nötige Infrastruktur, in den großen Städten abspielen, profitieren. Der Stärkung des ländlichen Raumes kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu.
 
„Wir begrüßen die Initiative, die mit dem EU-Afrika Forum in Hinblick auf Digitalisierung und Wirtschaftskooperationen gesetzt wurde. Die gestrige Diskussion hat aber erneut gezeigt, wie wichtig die Arbeit von Organisationen wie Menschen für Menschen, die Schulen und andere Bildungseinrichtungen errichten, ist. Denn Bildung ist einer der Schlüsselfaktoren, damit wirtschaftliche Maßnahmen überhaupt greifen können. Unternehmen benötigen gut ausgebildete MitarbeiterInnen, die über das entsprechende Know-how verfügen. Die Basis für eine fundierte Weiterbildung bis hin zur Universität ist jedoch zunächst eine gute Grundschulbildung. Nur durch sie kann das vorhandene Potential der jungen Menschen genutzt werden“, so Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen.
 

Menschen für Menschen: „Ländliche Regionen stärken!“

Neben Bildung kommt der Stärkung des ländlichen Raumes eine ganz besondere Bedeutung zu, um die wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes wie Äthiopien voranzutreiben.
 
„Nach wie vor leben rund 80% der Äthiopierinnen und Äthiopier in ländlichen Regionen und müssen dort als Kleinstbauern ein Auskommen für sich und ihre Familien finden. Das sind rund 80 Millionen Menschen“, so Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender des Vereins Menschen für Menschen, die seit 1981 „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Land leistet. „Um also ein Land wie Äthiopien als Gesamtes wirtschaftlich zu fördern, bedarf es der Stärkung der ländlichen Regionen. Es benötigt vor allem auch Maßnahmen für die junge Generation, damit diese auch abseits der Landwirtschaft ein Auskommen finden kann. Nur so können auch die ländlichen Regionen wirtschaftlich gestärkt und eine Abwanderung in die Städte abgeschwächt werden.“
 

Job Creation für die Jugend

Rund die Hälfte der Bevölkerung Äthiopiens ist jünger als 18 Jahre. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und Umweltfaktoren wie voranschreitende Bodenerosion oder ausbleibende Regenfälle können viele Jugendliche ihr Auskommen nicht mehr in der Landwirtschaft finden. Es braucht neue Perspektiven und neue Jobs.
 
„Wir haben mit dem Aufbau von Kooperativen begonnen, die gezielt Jobs für junge Männer und Frauen schaffen. Unser Ziel ist es, dass die Wertschöpfungskette in der Region bleibt“, erklärt Rupert Weber das Prinzip der Kooperativen. „Die ersten Kooperativen in unseren Projektregionen produzieren zum Beispiel Honig und kümmern sich auch gleich um die Verarbeitung und um den Aufbau von Vertriebswegen und um die Vermarktung. Statt den Honig also einfach an Großhändler zu verkaufen, die diesen zur Verarbeitung in die Hauptstadt liefern würden, profitieren die ländlichen Gemeinden vom Aufbau neuer Wirtschaftszweige und der Schaffung von Arbeitsplätzen.“
 
Ein zweiter sehr innovativer Ansatz ist die Aufzucht von Champignons. „Champignons können auch in einer einfachen Hütte angebaut werden. Das kann also auch von Familien umgesetzt werden, die über wenig oder gar kein Land zum Anbau verfügen. Champignons sind in Äthiopien ein zunehmend beliebtes Produkt mit steigender Nachfrage. Bislang werden sie allerdings in bereits verarbeiteter Form importiert“, so Rupert Weber. „Alleine mit diesen Kooperativen werden im ersten Schritt rund 400 Arbeitsplätze geschaffen. Der Mitteleinsatz dafür ist relativ gering, der Effekt ein großer.“
 
Darüber hinaus stößt Menschen für Menschen durch Mikrokreditprogramme, die speziell an Frauen vergeben werden, weitere wirtschaftliche Entwicklungen an.
 

Entwicklungszusammenarbeit stärkt die Wirtschaft

„Wir haben die Wirkung unserer Arbeit fünf Jahre nach Abschluss der Projektregionen evaluieren lassen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wirkung der Arbeit von Menschen für Menschen weiterhin anhält und die Maßnahmen eine langfristige Entwicklung der Regionen angestoßen haben“, erläutert Rupert Weber die Quintessenz der Evaluierungen, die von der Wirtschaftsuniversität Wien beziehungsweise vom Beratungsunternehmen FAKT in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden. Die nachhaltige Wirkung der Arbeit von Menschen für Menschen ist somit auch in Hinblick auf wirtschaftliche Entwicklung wissenschaftlich belegt.
 
 
Die Hilfsorganisation Menschen für Menschen leistet seit 37 Jahren „Hilfe vor Ort“ und ist Experte für die Herausforderungen im ländlichen Äthiopien. Der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung liegt insbesondere darin, Maßnahmen in den ländlichen Regionen zu setzen. Hierfür sind durchdachte Gesamtkonzepte notwendig, denn mit singulären Maßnahmen lassen sich die komplexen Herausforderungen nicht lösen.

 

Bildmaterial:

Drei junge Männer in Äthiopien mit ihren Bienen.
Mit Bienenkooperativen schafft die Organisation Menschen für Menschen Jobs für junge arbeitslose Menschen. Im Bild Boja, Getu und Workene von der Bienenkooperative in der jüngsten Projektregion Jeldu.

 
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Bildnachweis: Menschen für Menschen/Naod Lemma

Kontakt:
Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Österreich
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 (0)1 58 66 950-16
Mobil: +43 (0)664 184 33 22

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