Karlheinz Böhm

„Es gibt keine erste, zweite oder dritte Welt. Wir alle leben auf ein und demselben Planeten, für den wir gemeinsam die Verantwortung tragen.“ Karlheinz Böhm (1928-2014)

 

Von der Wut eines Einzelnen…

„Wut ist das Hauptmotiv für meine Arbeit – Wut über die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich“, umschrieb Karlheinz Böhm stets seine Motivation. Diese Wut war es auch, die ihn vor über dreißig Jahren dazu bewegte, in der Familiensendung „Wetten, dass..?“ zu wetten, „dass nicht einmal jeder dritte Zuseher eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für Menschen in der Sahelzone spendet.“ Karlheinz Böhm gewann die Wette, doch kamen umgerechnet rund 8,4 Mio. Schilling zusammen, die den Grundstock für die Organisation bildeten.

Im Oktober 1981 fährt Karlheinz Böhm nach Äthiopien, wo er in der Nähe von Babile im Osten Äthiopiens auf rund 1.500 Halbnomaden vom Stamm der Hauiwa trifft, die ein trostloses Leben ohne jegliche Zukunftsperspektive in einem Hungerlager fristen.

Diesen Menschen möchte ich helfen. Aber nicht in diesem Lager, nein. Ich möchte ihnen helfen, ins 30 km entfernte Erer-Tal zu siedeln. Dort können sie ein neues Leben als selbstständige Bauern beginnen.

Karlheinz Böhm begegnete den Menschen auf Augenhöhe und hörte ihnen zu, fragte nach, was sie am Nötigsten brauchten. Kaum zwei Jahre später war es geschafft: die Bauern konnten die ersten richtig ertragreichen Ernten einfahren und das Hungerlager von Babile war für immer geschlossen.

 

…zur Hilfe für Millionen von Menschen

Mit der Hilfe für die Menschen im Erer-Tal legte Karlheinz Böhm den Grundstein für seine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dreißig Jahre später profitieren über 5 Millionen Menschen von langfristig angelegten Projekten, die zum Ziel haben, die Bauern zu befähigen, selbst ihre Entwicklung und damit die der gesamten Region, voranzutreiben. 15 Projektregionen, auf einer Fläche von rund 56.000 km² (etwa zwei Drittel von Österreich) gibt es heute in Äthiopien, von denen 6 bereits zur Gänze in die Verantwortung der Bevölkerung übergeben wurden. Somit wurde ein Wunsch Karlheinz Böhms teilweise erfüllt: „Eines Tages nicht mehr gebraucht zu werden.“

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Foto: Peter Rigaud