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Schon als kleines Kind war mir die Organisation „Menschen für Menschen“ ein Begriff. Erstens, weil meine Mutter spendete, zweitens weil ich wusste, dass sie „meinem liebsten Kaiser Franz Josef“ gehörte. So war die Äthiopienhilfe von Karlheinz Böhm zuhause immer wieder präsent und es war für mich fast selbstverständlich mit meinem ersten eigenen Gehalt auch „Menschen für Menschen“ regelmäßig zu unterstützen. Seitdem spende ich und versuche auch an Feiertagen oder in besonderen Zeiten etwas mehr zu geben.
Ich glaube, nicht viele Menschen haben die Kraft und den Mut selbst in ein fremdes Land zu gehen und dort mit an zu packen. Aber viele Menschen hätten oder haben die Möglichkeit – so wie ich auch – mit einer Geldspende zu helfen. Denn nur damit können die Mutigen unter uns in Afrika Brunnen und Schulen bauen, Bildung ermöglichen, medizinische Versorgung leisten. Und ich glaube, dabei kommt es nicht darauf an, ob man besonders viel spendet, es ist gut wenn man bereit ist überhaupt etwas zu geben.
An der Äthiopienhilfe von Karlheinz Böhm gefällt mir, dass die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht. In allen Berichten, die man als Spender regelmäßig bekommt, schwingt in den Erzählungen über die vielen Schicksale gleichzeitig immer so viel Freude und Hoffnung mit, dass ich mir sicher bin, dass mein Geld nirgends besser aufgehoben ist und es erfüllt mich sehr an diesem „großen Ganzen“ teilhaben zu können.
Um „Menschen für Menschen“ über meine persönlichen Möglichkeiten hinaus zu unterstützen, habe ich im Jahr 2006 meine Geburtstagsgeschenke gespendet, indem ich von Freunden und Familie um Geld gebeten habe. Die Aktion hat mir viel Freude gemacht und statt viel Klimbim, das sich bei Geburtstagen oft zusammen sammelt, konnte ich „Menschen für Menschen“ unterstützen. Ich denke, dieses Geburtstag feiern für „Menschen für Menschen“ ist eine tolle Sache, da einem wirklich NICHTS fehlt, wenn man auf die Geschenke verzichtet und man mit dem Geld soviel Sinnvolles leisten kann.
Da ich seit 2004 jedes Jahr einen Flohmarkt für einen guten Zweck organisiere, sollte 2007 der Reinerlös an „Menschen für Menschen“ gehen. Gemeinsam mit ca. 10 Freunden sammelten wir Kleidung, Elektrogeräte, Sportartikel, Bücher etc. und verkauften sie Mitte September im Zentrum von Mödling. Es ist faszinierend zu sehen, was für tolle Dinge für den Flohmarkt zusammenkommen, von denen man sich meist leicht trennen kann: statt im Keller zu verstauben fanden TV-Geräte, Fahrräder und Kleidung ihren Weg zu uns bzw. zu ihren Käufern. Interessierte erhielten darüber hinaus Informationsmaterial über die Organisation „Menschen für Menschen“. Den Flohmarkt zu organisieren machte viel Freude und ist auch mit einem Vollzeitjob zu schaffen. In unserem Team hat jeder bestimmte Talente oder Kontakte und kümmert sich um die Flohmarktware, Tische, die Lokalpresse usw. Meine Aufgabe war es alles zu koordinieren, die Gemeinde um den Standplatz zu bitten und Flyer zu drucken. Außerdem hatte ich mit „Menschen für Menschen“ Kontakt, die uns mit einem Stofftransparent, Stickern und Infomaterial versorgten und große Freude über die Aktion zeigten.
Es ist schwer zu beschreiben, was am Flohmarkt-Tag in einem vorgeht, aber alle Beteiligten beschreiben es in etwa gleich: Neben dem Spaß, den man im typischen Flohmarktgetümmel untereinander und mit den Kunden hat, durchfließt einen mit jedem eingenommenen Euro ein Gefühl der größten Zufriedenheit und Genugtuung. Selten hat Geld einen so großen Wert, wie wenn man es für einen guten Zweck einnimmt und es gibt kein besseres Gefühl, als nach einem Flohmarkt-Tag das Geld zu zählen und voll stolz die Summe zu verkünden. Heuer konnten wir den Rekord-Betrag von 2.180 Euro an „Menschen für Menschen“ überweisen, die uns gleich freudig mitteilten, dass damit ein ganzer Brunnen gebaut werden kann, von dem Hunderte Menschen sauberes Trinkwasser beziehen können. Diese Botschaft hat in unserem Freundeskreis hohe Wellen geschlagen: Was für ein Gefühl, wir haben einen eigenen Brunnen gebaut!
So ein Flohmarkt klingt nach viel Arbeit und bedarf sicher einiger Organisation, in Wahrheit ist er aber ein persönliches Highlight, das ich nicht mehr missen möchte. Denn wie man sieht: Man muss nicht selbst nach Afrika gehen, um dort einen Brunnen zu bauen. Man muss nicht reich sein, um Leben zu retten. Was für ein Gefühl? Probieren Sie es aus ;-) ! | |