|
|
|
|
|
|
|
Kleine Mädchen haben viele Jobs: Babysitterin, Köchin, Tierhüterin, Haushälterin, Ehefrau und Mutter. Mit Ihrer Hilfe schicken wir Mädchen in die Schule. |
|
| |
Mit dem Bildungsprogramm ABC-2015 will Menschen für Menschen in den kommenden Jahren verstärkt in den Bau von Schulen investieren. Eine der ersten wird die zwölfjährige Getenesch besuchen.
Vielleicht ist es die Sorge um das Überleben der Familie, die den Vater von Getenesch Ayayu hart gemacht hat. Als seine Tochter mit dem zweitbesten Zeugnis in der Klasse nach Hause kam, lobte er sie nicht, erzählt die Zwölfjährige. Stattdessen sage er immer wieder: "Warum gehst du überhaupt zur Schule? Du heiratest sowieso, wirst Bauersfrau und Mutter."
Getenesch muss jeden Tag so lange auf dem Hof helfen, dass sie keine Zeit für ihre Hausaufgaben findet. Deshalb schwindelt sie ihre Eltern manchmal an. "Ich sage, dass die Schule früher beginnt und laufe los." In der so gewonnenen Zeit macht sie vor Unterrichtsbeginn in der Klasse ihre Hausaufgaben.
"Das Beste in meinem Leben ist die Schule", sagt Getenesch: Ein Satz, der erstaunt, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen sie bislang lernt. In den kalten Monaten sieht die Lehrerin von den Gesichtern ihrer Schüler nur die Augen. Mit Tüchern, die sie um Schultern und Köpfe wickeln, suchen sie sich vor dem grimmigen Wind zu schützen, der durch große Löcher in den Lehmwänden herein bläst. In der Regenzeit tropft das Wasser durch das löchrige Dach und verwandelt den Lehmboden in eine Rutschbahn. In jeder Klasse sind 60 bis 75 Schüler, aber nur drei Reihen Bänke. Also sitzen viele auf einem Stück Holz, um nicht im Schlamm hocken zu müssen. Nach der Regenzeit trocknet und stäubt der Boden. Der Staub liegt fein wie Puderzucker zentimeterhoch im Klassenzimmer - ein ideales Versteck für Sandflöhe, die sich unter den Zehennägeln in die Haut der nackten Füße bohren, furchtbar jucken und üble Infektionen auslösen.
Doch bald sind die Zustände an der alten Grundschule von Worke Kosse im Projektgebiet Midda Vergangenheit. Die Schüler beziehen noch im Frühjahr 2009 eine der ersten Schulen, die Menschen für Menschen im Rahmen des Bildungsprogramms ABC-2015 errichtet hat. Die Schulen setzen neue Standards in Äthiopien. Sie sind solide gebaut; mit winddichten Lamellenfenstern, zementierten Böden, und einem Platz in einer Bank für jedes Kind.
Flankierend zu den Schulbauten versucht Menschen für Menschen, die Benachteiligung von Frauen und Mädchen zu durchbrechen. Die Sichtweise von Geteneschs Vater ist keine Ausnahme: Vielerorts dürfen die Söhne zur Schule, während die Mädchen im Haushalt helfen müssen. "Kleinkredite nur für Frauen stärken die Position der Mädchen und Mütter in den Familien", erklärt ABC-2015-Projektleiterin Almaz Böhm. "Brunnenbauten nahe den Dörfen verkürzen das tägliche Wasserholen, damit finden Mädchen Zeit zum Schulbesuch." In Gesprächen versuchen die lokalen Mitarbeiter von Menschen für Menschen die Eltern zu überzeugen: "Nur Bildung und Ausbildung führen aus der Armut heraus."
Getenesch und alle anderen fleißigen und wissbegierigen Mädchen Äthiopiens haben eine Chance verdient. Bitte helfen Sie Mädchen wie Getenesch:

| |