Almaz Böhm erzählt über ihren Besuch in der Menschen für Menschen-Krankenstation in Cheka:
Bei einer meiner Reisen war ich in der Projektregion Derra unterwegs. Taitu Ambaye sitzt mit einem weißen Verband über dem Auge in der Krankenstation von Cheka, als ich dort eintreffe. Vor wenigen Minuten hat sie durch ein paar Schnitte und Stiche wieder Hoffnung für ihr zukünftiges Leben bekommen: Ihr Augenlicht konnte durch eine relativ einfache Operation gerettet werden!
Als ich Taitu begrüße und ihr Mut zuspreche, beginnt sie mir von ihrem täglichen Leid zu erzählen: „Bereits seit sechs Jahre brennen meine Augen. Es fühlt sich so an, als ob ich Sandkörner im Auge habe. Aber es sind meine Wimpern, die ständig an meinem Auge kratzen. Ich trage an einer langen Schnur eine Pinzette um den Hals, so wie viele andere Frauen in meinem Dorf. Mit dieser Pinzette reißen wir uns gegenseitig die Wimpern aus sobald sie nachwachsen, damit sie nicht mehr am Auge scheuern. Durch Zufall habe ich erfahren, dass mir hier an der Gesundheitsstation geholfen werden kann. Es schmerzt, wenn man operiert wird, aber dann soll das Problem vorbei sein. Ich hatte wirklich Angst, blind zu werden. Aber jetzt Almaz kann ich bald wieder ohne Schmerzen sehen und brauche mir die Wimpern nicht mehr ausreißen zu lassen. Es ist wie ein Wunder!“

Die bakterielle Augenentzündung Trachom wird durch Fliegen oder Schmierinfektion übertragen und führt unbehandelt zur unheilbaren Erblindung. Besonders Mütter und Kinder infizieren sich immer wieder gegenseitig. Daher ist die Aufklärung über Ursachen und Vermeidung dieser Krankheit ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Arbeit:
Gesundheitshelfer gehen in Schulen, machen Augenuntersuchungen und berichten Schülern und Eltern, wie sie diese Krankheit vermeiden können. Denn unbehandelt vernarbt die Innenseite der Augenlider durch die Infektion, das Lid dreht sich nach innen und die Wimpern kratzen an der Hornhaut. Dann kann nur noch eine kleine Operation das Augenlicht retten:

Bitte helfen Sie uns. Bereits mit 20 Euro bewahren Sie einen Menschen vor der schmerzhaften und unheilbaren Erblindung – als Mensch für Menschen!

Armut macht krank - Hintergründe zu den Gesundheits-Projekten von Menschen für Menschen
Viele Krankheiten sind durch einfachste Mittel zu vermeiden. Trotzdem sind Millionen von Äthiopiern betroffen. Wassermangel, einseitige Ernährung, schlechte hygienische Bedingungen, Unwissenheit und fehlende medizinische Versorgung sind die Hauptgründe.
Menschen für Menschen begegnet dieser Misere von verschiedenen Seiten, um die Situation nachhaltig zu verändern. Einerseits wird die medizinische Versorgung ausgebaut und das Gesundheitsbewusstsein durch Information und Aufklärung der Bevölkerung verbessert.
Darüber hinaus wird wie immer in den Projektgebieten von Menschen für Menschen die Probleme auch an der Wurzel angepackt. Durch verschiedenste Maßnahmen wird die Armut bekämpft und die Situation der Menschen langfristig verbessert, sodass vermeidbare Krankheiten möglichst von vornherein keine Chance mehr haben.
Lesen Sie hier mehr zu den Gesundheits-Projekten...
Genaueres zum Problem der Augenerkrankung Trachom finden Sie hier.