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Von der einfachen Augenentzündung zur unheilbaren Erblindung
Kinder und Mütter – ein Teufelskreis der Ansteckung
Der Verlauf der Erkrankung Trachom
Einfache Heilung - Salbe oder eine kleine Operation genügen
Aufklärung und Vorsorge sind besser als Operieren
Das Problem an der Wurzel packen - Umfassender Kampf gegen das Trachom
Was Ihre Spende bewirkt: 0,67 Euro für Salbe - 20 Euro für eine Operation


Von der einfachen Augenentzündung zur unheilbaren Erblindung

In Äthiopien leiden Millionen Menschen am Trachom, einer Augeninfektion, die zum Erblinden führen kann.

138.000 Äthiopier haben durch das Trachom bereits ein Auge verloren oder sind gar auf beiden erblindet. Zum Vergleich: Das sind mehr Menschen, als in der Stadt Innsbruck leben. Zehnmal so viele Äthiopier, nämlich 1,3 Millionen Menschen, leiden an einem fortgeschrittenen Stadium der Infektion und werden ihr Augenlicht verlieren, wenn sie keine Hilfe bekommen. Dabei ist Abhilfe leicht zu schaffen: Krankenschwestern der Äthiopienhilfe heilen die Krankheit mit Antibiotika und kleinen Operationen.

Schebere nach ihrer Operation am Auge
„Neulich kam meine Tochter weinend nach Hause“, klagt Beneberu Ababu, 30. „Sie war mit der Stirn gegen eine Eisenstange gerannt, die aus der Wand eines Hauses herausragte. Sie hatte das Hindernis einfach übersehen.“ Wie alle Zwölfjährigen sollte Schebere Bonte unbeschwert spielen und lernen. Doch ihr Sehvermögen ist eingeschränkt. „In der Schule kann ich nicht richtig sehen, was der Lehrer an die Tafel schreibt“, erzählt das Mädchen. „Mein Auge tränt so, dass ich es nicht lesen kann.“ Häufig kann sie sich nicht konzentrieren, weil die Schmerzen so groß sind.

 

Kinder und Mütter – ein Teufelskreis der Ansteckung

„Das Auge juckt und brennt“, sagt Beneberu Ababu. Mutter und Tochter leiden beide am Trachom, einer heimtückischen Krankheit, bei der die eigenen Augenwimpern zum größten Feind werden. „Es fühlt sich an, als ob mich die Wimpern ins Auge stechen“, sagt Schebere.

Meist werden schon Kinder von ihren Geschwistern mit der Armutskrankheit angesteckt oder von ihren Müttern, die allen ihren Kindern mit dem gleichen Rockzipfel die Tränen trocknen und übers Gesicht wischen. Unter den unhygienischen Bedingungen in den wasserarmen Gebieten des äthiopischen Hochlandes können sich die Bakterien Chlamydia trachomatis verbreiten. Vor allem Kinder und Frauen sind betroffen. Während die Väter auf dem Feld arbeiten, kommt es zu Hause in den Hütten immer wieder zu Reinfektionen zwischen Kindern und Müttern.

Der Verlauf der Erkrankung Trachom

Die WHO (World Health Organisation) gliedert den Krankheitsverlauf von Trachom in 4 Stadien:

  1. Fünf oder mehr Follikel (Bläschenartige Erhebungen) bilden sich innen auf dem oberen Augenlid (Tarsus superior). Das Auge tränt und juckt, es bildet sich ein Sekret um die Lider. Antibiotische Augensalbe bringt Heilung.
  2. Mindestens 50 % der tiefliegenden Tarsusgefäße sind von entzündlichem Gewebe bedeckt, sowohl am oberen als auch am unteren Augenlid. Auch hier hilft noch antibiotische Salbe.
  3. Am Augenlid innen (Tarsus) zeigen sich weiße Bindegewebsnarben. Das Augenlid dreht sich in diesem Stadium nach innen. Eine Operation am Augenlid ist erforderlich, da die Krankheit sonst zur Erblindung führt.
  4. Die Augenwimpern sind einwärtsgebogen und berühren den Augapfel, wodurch die Hornhaut aufgescheuert und getrübt wird. Dies verursacht starke Schmerzen und führt nach einiger Zeit zur irreparablen Schädigung und somit zur unheilbaren Erblindung des Auges.

Trachom-Patienten nach der Operation

Einfache Heilung - Salbe oder eine kleine Operation genügen

Nur die frühzeitige Behandlung bzw. die Operation können helfen. Alles andere bringt nichts. Die Betroffenen lassen sich von Familienangehörigen die Wimpern ausrupfen. Aber nach wenigen Tagen reiben und scheuern neu gewachsene Wimpernstoppeln schlimmer als je zuvor auf den Augäpfeln. Die Erkrankten brauchen unbedingt eine kleine Operation, die das Lid korrigiert, damit die Wimpern den Augapfel nicht mehr berühren. Ohne diesen Eingriff verlieren sie über kurz oder lang ihr Augenlicht.Krankenschwester Dabesch führt die Operationen am Lid durch

„Die Patienten kommen mit fürchterlichen Schmerzen, viele müssen von Angehörigen geführt werden. Sie sind deprimiert und haben jede Hoffnung verloren. Dann operiere ich sie, und zur Nachsorge kommen sie als neue Menschen: gesund und glücklich.“,berichtet Schwester Dabesch Bekele.
Die Operation dauert nicht länger als fünfzehn Minuten. Insgesamt haben sie und die anderen Spezialisten von Menschen für Menschen mit ihren Lid­Korrekturen bisher 30.000 Patienten das Augenlicht gerettet. Allein heute operiert Dabesch Bekele 25 Männer, Frauen und Kinder.

Aufklärung und Vorsorge sind besser als Operieren

Ob der Vielzahl der Fälle kommen Dabesch Bekele und ihre Kollegen mit dem Operieren gar nicht nach. Deshalb setzt Menschen für Menschen vor allem auch auf Prävention. „Wir gehen in die Dörfer und Schulen und berichten den Menschen, wie sie sich vor dem Trachom schützen können“, sagt die 35 Jahre alte Krankenschwester: „Wir erklären, wie wichtig es ist, sich jeden Tag das Gesicht zu waschen – auch wenn das Wasser knapp und jeder Tropfen wertvoll ist.“ Außerdem lernen die Mütter in den Schulungen, dass sie nicht alle ihre Kinder mit demselben Lappen waschen dürfen. Insgesamt könne man das Trachom-­Problem nicht isoliert sehen, erklärt Dabesch Bekele: „Es kommt nur dort vor, wo die Menschen sehr arm sind und nicht genug Wasser zum Waschen haben.“ Wenn Menschen für Menschen in den Dörfern Brunnen baut, sei das auch Gesundheitsvorsorge und ein wirksames Mittel im Kampf gegen das Trachom.

Das Problem an der Wurzel packen - Umfassender Kampf gegen das Trachom

In den Projektgebieten der Amhara­-Region führt Menschen für Menschen Trachom-­Kampagnen für die gesamte Bevölkerung durch: Insgesamt bekommen in den nächsten drei Jahren 350.000 Menschen einmal jährlich eine Tablette mit dem Antibiotikum Azithromycin – eine logistische Herausforderung in den abgelegenen Gebieten ohne Straßen. So soll die Verbreitung des Trachoms nachhaltig zurückgedrängt werden.

In Midda, wo die kleine Patientin Schebere zu Hause ist, leiden derzeit noch sechzig Prozent der Menschen zumindest am ersten Stadium der Infektion mit Jucken und Sekretbildung. Das Ziel: Nach drei Jahren soll nur noch jeder zehnte Einwohner an der Lidinfektion leiden.

Was Ihre Spende bewirkt: 0,67 Euro für Salbe - 20 Euro für eine Operation

Bereits solch kleine Beträge retten einen Menschen vor schlimmen Schmerzen und unheilbarer Erblindung.

Das Ziel von Menschen für Menschen ist es natürlich die Ansteckung von vornherein zu verhindern. Dabei hilft beispielsweise ein Brunnen, der im Dorf für ausreichend Wasser zum Waschen sorgt.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende dieses Ziel zu erreichen, damit Kinder wie Schebere in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken können.

Bitte spenden Sie hier für die Projekte von Menschen für Menschen...

 
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