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In Äthiopien ist Wasserholen traditionell die Arbeit von Frauen und Mädchen. Sie müssen nicht extra ins Fitness Center, sondern schleppen die mit bis zu 40 Liter gefüllten Tongefäße oder Kanister von Kindheit an. Trotz der langen Wegstrecken ist meist nur verunreinigtes Wasser zu finden, was Auslöser vieler Infektionskrankheiten ist, denen vor allem Kinder zum Opfer fallen.

alte Wasserstelle

Als Almaz Böhm zur Einweihung der neuen Quellfassung in Burqa Chekorsa, einem Dorf im Projektgebiet Derra zu Besuch war, bedankte sich eine Frau überschwänglich bei ihr. Achame Habtamu erzählte, dass sie bisher immer um 3 Uhr nachts hatte aufstehen müssen, um noch im Dunkeln auf den nahe gelegenen Berg zu klettern. Nur dort oben gab es Wasser. Also machten sie und die anderen Frauen sich Nacht für Nacht an den gefährlichen Aufstieg und schleppten so viel Wasser wie möglich ins Dorf, wo sie meist erst zu Mittag wieder ankamen. Trotz dieser Strapazen reichte das Wasser kaum für das Notwendigste.

"Ich bin nicht aus dieser Gegend.",erzählt Achame,"Ich wurde hierher von meinen Eltern verheiratet. Als ich hörte, dass es hier kein Wasser gibt, wollte ich nicht herkommen. Doch mein Protest nützte nichts.

Jede Nacht kletterten wir Frauen gemeinsam auf den Berg, immer in der Angst abzustürzen oder von wilden Tieren angefallen zu werden. Danach schöpften wir eine nach der anderen das schmutzige Wasser aus dem schlammigen Loch in dem es sich sammelte. Wir wussten nicht, dass es uns und unsere Kinder krank macht und auch wenn wir es gewusst hätten - es gab ja nichts anderes. Mit den vollen schweren Kanistern auf dem Rücken kam dann der gefährliche Abstieg. Esel konnten wir nicht zu Hilfe nehmen, da immer wieder welche abgestürzt waren. Auch die Kinder mussten wir im Dorf sich selbst überlassen. Sie mitzunehmen wäre viel zu gefährlich gewesen.

Ich hielt es nicht lange aus und versuchte mehrmals wegzulaufen, doch man brachte mich immer wieder zurück. Nachdem ich dann Kinder hatte, fand ich mich mit meinem Schicksal ab.

Auch für die Männer im Dorf war es nicht leicht. Wir Frauen waren täglich bis Mittag mit dem Wasserholen beschäftigt und konnten ihnen kaum bei anderen Arbeiten helfen. Auch bekommen die jungen Männer keine Frauen, da ja so wie ich die Mädchen aus gutem Grund nicht hierher heiraten möchten. Was sollen sie also tun? Ihr Land verlassen oder allein leben? Es war für alle ein hartes Los.

Das alles hat sich so sehr verändert, dass ich es immer noch nicht glauben kann. Menschen für Menschen half uns dabei die Quelle auf dem Berg zu fassen und über ein Rohr in ein Becken beim Dorf zu leiten. Dadurch bleibt das Wasser auch sauber. Es ist so einfach und hat unser Leben doch so tiefgehend verändert. Seit es die Quellfassung gibt, dauert es nur wenige Minuten Wasser zu holen. Wir können uns endlich richtig waschen, haben genug sauberes Wasser zum Trinken, für den Haushalt und das Vieh."

Almaz Böhm bei einer Brunneneinweihung

 

Almaz Böhm bei einer Brunneneinweihung

Almaz Böhm bei einer Brunneneinweihung

Viele Schritte sind oft notwendig um an lebenswichtiges Wasser zu gelangen. Aber es genügen wenige Schritte um diesen Menschen zu helfen. Setzen Sie diesen Schritt gemeinsam mit uns.

Trinkwasser ermöglicht Bildung für Frauen und Mädchen

neue WasserstelleDer Bau von Brunnen sichert aber nicht nur die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sondern ermöglicht in Folge, dass Frauen und Mädchen ihre Zeit in ihre Zukunft investieren können. Denn nur wer nicht jeden Tag stundenlang mit Wasser holen beschäftigt ist, kann in die Schule gehen oder an einem Kurs zu Hauswirtschaft, Handwerk oder Familienplanung teilnehmen. Auch Kleinkreditprojekte sind nur dann möglich wenn es einen dorfnahen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt.

Gemeinsam mit der Bevölkerung baut Menschen für Menschen deshalb Brunnen, Quellfassungen und Auffangbecken für Regenwasser. Jeder Tropfen Wasser wird genutzt: Trinkwasser für die Menschen, Wasser für das Vieh, Wasser zum Waschen und für die Bewässerung der Felder. Die Bauern erfahren in eigenen Kursen, wie sie das Wasser sauber halten, die Anlage warten, pflegen und bewachen können. Dadurch wird nachhaltige Entwicklung und Unabhängigkeit möglich und Ihre Spende hilft nicht nur heute, sondern auch morgen und in Zukunft.

So wertvoll ist Ihre Hilfe

  • langfristiger Zugang zu sauberem Trinkwasser für einen Menschen - 10 Euro
  • die gesamte Grundschulbildung für ein Kind - 35 Euro 

 
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