Kontakt | | FAQ | Infomaterial bestellen | Presse | Sitemap | Impressum
 
In Babile, im Osten Äthiopiens, treiben hochgewachsene Hirten Kamele und Rinder an Dorngesträuch vorbei. Mädchen und Frauen schleppen sich auf steinigen Wegen barfuß und tief gebeugt unter der Last von Feuerholzbündeln voran. In ihrer Anstrengung erinnern sie an biblische Gestalten. Tatsächlich ist das Leben in Äthiopien manchmal von alttestamentarischer Härte – aber auch menschlicher Größe, wie die Geschichte von Muhmad Abdi zeigt.
Als Kleinkind erkrankte Muhmad an Kinderlähmung, seine Kniegelenke wurden steif. Die Schule lag eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt. „Du kannst nicht hin“, sagte die Mutter. Doch eines Morgens ging Muhmad trotzdem los. Auf den Händen. Er stützte sie auf und zog die verwachsenen Beine nach vorne. Zwei Stunden dauerte es, bis er sich zur Schule geschleppt hatte. Von da an besuchte er sie täglich – die vom Weg rissigen Finger ständig nach oben gestreckt, wenn der Lehrer seine Fragen stellte.
Als Karlheinz Böhm den damals etwa 13 Jahre alten Jungen traf, spürte er die Verzweiflung des Jungen über sein ungerechtes Schicksal, aber auch seinen Eifer. „Ich möchte etwas aus mir machen“, sagte Muhmad. „Ich würde so gerne laufen können und weiter lernen. Arzt werden, das ist mein Traum.“ Böhm antwortete: „Versuchen wir es.“ Drei Wochen später kamen Mitarbeiter von Menschen für Menschen und fuhren Muhmad in die Hauptstadt Addis Abeba. Dort wurde er operiert. Sechs Monate war er im Krankenhaus, langsam lernte er mit Hilfe von Krücken zu gehen, dann kehrte er zurück nach Hause. Er arbeitete fleißig, so dass er den Sprung auf die weiterführende Schule in Babile schaffte. Weil die Schule zu weit von seinem Dorf Derer Arba liegt, ist er in einem Schülerwohnheim von Menschen für Menschen eingezogen. „Es ist schön. Wir sind zu sechst auf dem Zimmer. Jeder hat ein richtiges Bett! Wir haben auch einen Tisch und sogar elektrisches Licht“, freut sich Muhmad. Seine Klassenkameraden sind Söhne und Töchter armer Bauern, die irgendwo weit draußen in der Savanne leben und nur durch ein Wohnheim die Chance haben, eine weiterführende Schule zu besuchen.

Menschen für Menschen unterstützt Muhmad mit 12 Euro im Monat. Dafür kauft er sich Lebensmittel, Hefte und Stifte. „Wir lernen und kochen gemeinsam“, sagt Muhmad und lächelt. Das Glück und die Erwartung des nun 16-Jährigen erwärmen das Herz: „Meine Chancen stehen gut, dass ich Arzt werden kann. Dann werde ich es sein, der anderen hilft.“

 

Schon 12 Euro im Monat reichen aus, um einem jungen Menschen in Äthiopien die Möglichkeit zu geben, etwas aus seinem Leben zu machen. Und das zahlt sich doppelt aus - Menschen wie Muhmad werden helfen, dem Land aus Armut und Elend zu helfen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit, damit wir jungen Menschen eine Chance geben können.

 
|