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Für Helen Abayneh sah es aus, als würde ihr Leben immer trostlos bleiben. Als fünftes von sieben Geschwistern in einer Hütte mit Wänden aus Weidengeflecht und Lehm geboren, gab es viele Tage, an denen sie nicht satt wurde
Damit die Jüngeren mehr bekamen, verzichteten die Eltern und die älteren Geschwister häufig auf das Essen. Besonders schlimm war es zum Schuljahresbeginn, wenn die Familie Geld leihen musste, um die Lehrbücher kaufen zu können. Dann blieb noch weniger übrig für die Injera, die täglichen Fladen aus Sorghum-Hirse. Der äthiopische Staat zahlt ihrem Vater, einem Lehrer, 30 Euro Gehalt im Monat. Viel zu wenig für die neunköpfige Familie.

Als Helen die Schule verließ, hatte sie die gleichen Aussichten wie ihre Geschwister, die weder Ausbildung noch Arbeit finden in einem Distrikt, in dem es so gut wie kein Handwerk oder industrielles Gewerbe gibt. Doch dann hörte Helen vom Agrotechnischen Trainings-College (ATTC) von Menschen für Menschen, einer einzigartigen Einrichtung in Äthiopien. Die 21-Jährige bestand den strengen Aufnahmetest und konnte eine dreijährige Ausbildung zur Elektrikerin beginnen - der Schlüssel zu einem Arbeitsplatz.

 

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