|
|
|
| |

Mein Besuch in Äthiopien ist schon 10 Jahre her – aber die Eindrücke und Bilder dieser Reise werde ich mein ganzes Leben lang bewahren!
Sie alle kennen das Foto, mit dem sich Karlheinz Böhm viele Jahre in jedem Nagaya Brief verabschiedet hat: es zeigt ihn mit Sa’an am Arm, einem kleinen Mädchen, das 1981 zur Zeit der großen Hungerskatastrophe im Lager Babile auf ihn zugelaufen ist. Wir haben Sa’an viele Jahre später wieder besucht, eine hübsche junge Frau, selbst Mutter einer kleinen Tochter – und jedes Mal, wenn ich Karlheinz und Almaz heute treffe, erzählen sie mir, wie es Sa’an geht. Diese Fotos – damals und heute – haben für mich große symbolische Wirkung: dazwischen liegen Jahrzehnte konsequente Aufbauarbeit in vielen Projekten in Äthiopien. Hat man wie ich die große Chance vor Ort zu sehen und zu staunen, was alles passiert ist, dann weiß man, was Geld wirklich Wert sein kann. Nicht die 10 oder 100 Euro, die wir oft für unnützes ausgeben – sondern die 10 Euro, die es einem Kind ermöglichen, zur Schule zu gehen. Die Menschen den unsagbaren Reichtum eines Brunnen geben, der sauberes Trinkwasser gibt. Frauen, die wieder aufrecht gehen können, weil sie nicht mehr wie Esel Brennholz schleppen müssen, sondern in kleinen landwirtschaftlichen Projekten für sich selbst sorgen können. Menschen, denen wir so ermöglichen, ihr Leben zu gestalten und lebenswert zu leben – trotz Hunger, Not, Krieg und einer himmelschreiend ungerechten Wirtschaftspolitik!
Karlheinz hat mit auch die Schönheiten Äthiopiens gezeigt – und das sind nicht wenige – er präsentierte mir diese Schätze auf gemeinsamen langen Autofahrten so als wären sie ein Teil seines Herzens. So zeigte er mir Kundudu - einen großen Tafelberg – von dem aus man von einer hohen, weiten Ebene über das weite Land sehen kann. Wir nehmen uns vor, diesen Berg noch einmal zu besteigen! In den abgelegendsten Dörfern, dort wo man nicht einmal mehr ahnt, dass sich hierher ein Mensch verirren kann, kommen sie herbeigelaufen, wenn sie sein Auto hören. „Kalheinz Bum“ rufen sie, winken ihm, laufen ihm nach. Die wenigen Sätze amharisch, die Karlheinz spricht, reichen völlig aus, um Kontakt zu schließen. Aber wahrscheinlich ist es ja eine ganz andere Sprache, die Karlheinz mit den Menschen dieses Landes verbindet. Die Sprache, in der man ohne Worte weiß, was ein Händedruck, ein Lächeln, jede kleine Geste bedeutet. Er ist einer von ihnen, Äthiopier.
Sa’an hat mir zum Abschied gesagt, dass sie und ihre Freunde sich jedes Mal so sehr freuen, wenn Karlheinz & Almaz mit Gästen kommen, denn dann haben sie die Gewissheit , nicht vergessen zu werden.
Ich werde diese Reise nie vergessen. Und die Bedeutung der Arbeit von MfM mit meinen Mitteln gerne weiter unterstützen. Denn wir dürfen die Menschen dort nicht vergessen.
Barbara Stöckl | |