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Im September, nach dem Ende der großen Regenzeit, ist das äthiopische Hochland von kleinen leuchtend gelben Blumen, die auf Amharisch als Adey Abeba bekannt sind, übersät. In den Strassen der Hauptstadt Addis Abeba, wimmelt es von Straßenhändlern, die große gelbe Bündel zum Verkauf anbieten. Gerne greifen die Menschen da zu und in fast jedem Haus finden sich die gelben Sträuße, die die Zimmer nach der langen kalten Regenzeit erhellen. Der Zweizahn (bidens aristosa) aus der Familie der Astern, ist sichtbares Zeichen für das Erwachen der nun gesättigten Natur und den Beginn eines neuen Jahres. Äthiopien folgt dem Julianischen Kalender, weshalb das Neujahrsfest am 12. September gefeiert wird. Die gelben Blumen werden gepflückt und als Neujahrsgruß an Familie und Freunde verschenkt.
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Auch in der traditionellen Kaffeezeremonie spielen diese Blumen eine Rolle. Rund um den kleinen Tisch, auf dem die winzigen Kaffeetassen auf ihren Inhalt warten, wird frisches grünes Gras als Zeichen einer ertragreichen Regenzeit verteilt. Auf dem Gras sind die Adey Abeba verstreut. Dadurch wird die Zeremonie nicht nur genussvoller Abschluss einer äthiopischen Feier, sondern auch ein bunter Augenschmaus. Was in Äthiopien beliebt und auf Grund der positiven Symbolik gern gesehen ist, kommt interessanterweise auch im Osten der USA vor, besonders in Virginia und North Carolina. Wie genau die resistent kleine Blume dorthin kam, ist noch nicht genau geklärt. Aber vielleicht ist sie mit den dort ansässigen Äthiopiern gekommen, die ihre Kultur und Traditionen mit in die Welt hinaus nahmen.
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