Kontakt | | FAQ | Infomaterial bestellen | Presse | Sitemap | Impressum
 
Muntere Ziegen
Der Legende nach, ist einst einem äthiopischen Hirten aufgefallen, dass seine Ziegen von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatten, und danach bis tief in die Nacht hinein munter blieben.  Er erzählte dies einigen Mönchen, die besagte Früchte selbst kosteten und von nun an, Dank der belebenden Wirkung, auch nachts beten und diskutieren konnten.
Dies geschah in der Region Kaffa, im Südwesten Äthiopiens – dem Geburtsort des Kaffees, der in Äthiopien "buna" genannt wird.  Er wurde dort bereits im 9. Jahrhundert erwähnt und begann vermutlich im 14. Jahrhundert seine Reise um die Welt, die ihn zunächst nach Arabien führte, in die Hafenstadt Mokka (al-Mukha) im Jemen.
Kaffa liegt ungefähr 1.500 Meter über dem Meeresspiegel und bietet den Sträuchern des Arabica Kaffees ideale Bedingungen.  Sie benötigen ein ausgeglichenes Klima, nicht zu kalt, nicht zu warm.  Die Temperatur sollte 30ºC nicht überschreiten und nicht häufig unter 13ºC fallen. 
Kaffee gehört zur Gattung der Rötegewächse (rubiaceae) und  wird durch Stecklinge und Pfropfen, meistens aber durch Samen vermehrt.  Acht Wochen nach der Fruchtreife haben sie die höchste Keimfähigkeit und können, nachdem das Pergamenthäutchen entfernt wurde, in Keimbeeten ausgesät werden.  Nach fünf bis sechs Wochen zeigen sich die ersten Blätter, nun können die Pflanzen umgepflanzt werden.  Erst nach acht Monaten kommen sie auf die Plantage.  Dort werden die immergrünen Sträucher im Abstand von ein bis vier Metern eingesetzt.  Der Ertrag ist nach drei bis fünf Jahren optimal und bleibt es für zehn bis maximal 20 Jahre.  Es gibt ungefähr 90 verschiedene Arten, von denen die bevorzugtesten der Arabica und der Robusta Kaffee sind.
An den reich beblätterten Sträuchern bilden sich weiße Blüten, aus denen sich die Kaffekirschen bilden. Wenn die Früchte reif sind, färben sie sich rot.  In den Kaffeekirschen befinden sich je zwei Samen, die Kaffeebohnen. 

Der Kaffeeanbau hat mit dazu beigetragen, dass in vielen Ländern die Entwaldungsrate anstieg.  Von 1990 bis 1995 verloren die 25 wichtigsten Kaffee Exporteure jährlich 70.000 km² Waldfläche.  Außerdem hat die Pflanze einen hohen Wasserverbrauch.  Doch die Umweltschäden können durch den biologischen Kaffeeanbau stark reduziert werden.
Kaffe wird ein- bis zweimal im Jahr geerntet.  Eine Ernte kann zwischen zehn bis zwölf Wochen dauern.  Durch Handauslese (picking method), bei der nur gezielt die reifen Früchte abgezupft werden, kann eine bessere Qualität erzielt werden.  Diese Art der Ernte wird besonders bei Arabica Kaffee eingesetzt.  Eine geringere Qualität wird erzielt, wenn man alle Früchte, ob reif oder nicht, abstreift (stripping method).  In Äthiopien wird bei der Ernte des Arabica Kaffees die stripping method angewendet.  Um 60kg Rohkaffee zu erhalten, ist die Ernte von 100 Arabica Sträuchern erforderlich.
Zur Gewinnung des Rohkaffees muss die Fruchthaut, das Fruchtfleisch, das Pergamenthäutchen und soweit wie möglich das Silberhäutchen entfernt werden.  Das kann durch trocken oder nass Aufbereitung geschehen.  Äthiopischer Kaffee wird trocken aufbereitet.  Dazu werden die Kaffeekirschen, die bis zu 60% aus Wasser bestehen, für drei bis fünf Wochen getrocknet, bis ihr Wassergehalt auf 12% verringert werden konnte.  Danach werden die trockene Fruchthaut und das trockene Fruchtfleisch entfernt.  2005 war Äthiopien der siebt größte Kaffeeproduzent der Welt und Hauptexporteur aller afrikanischen Staaten.
Nicht nur in der Region Kaffa wird Kaffee angebaut, auch das Land um Harar und Sidamo eignet sich für den Kaffeeanbau.  Kaffee stellt mehr als die Hälfte der äthiopischen Exporteinnahmen dar.


In Äthiopien wird die ursprünglichste Kaffeetradition der Welt gepflegt, die ein wichtiger Bestandteil der äthiopischen Kultur ist.  Die Bohnen werden zunächst in einer Eisenpfanne geröstet und dann im Mörser zerkleinert.  Das Pulver wird mit Wasser und Zucker in einer bauchigen Tonkanne, der Jabana, aufgekocht und in kleinen schalenähnlichen Tassen serviert.  Der Arabica Kaffee hat einen edlen Geschmack und deutlich weniger Koffeingehalt als der Robusta. Die gesamte Kaffeezeremonie wird von Weihrauchduft und gesalzenem Popcorn begleitet.

 
|